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Erweiterung des Steinbruchs

In Keltern sollen 8.000 Bäume fallen: Jetzt gibt es Widerstand

Knapp 8.000 Bäume werden fallen, wenn die geplante – und mit knapper Mehrheit im Gemeinderat genehmigte – Steinbrucherweiterung im Rannwald in Keltern ihren Lauf nimmt.

Müssen in Keltern wegen der Erweiterung des Steinbruchs 8.000 Bäume fallen? Wenn es nach einigen Kelternern geht, soll das nicht passieren. Foto: Harald Bott

8.000 Bäume bedeuten eine Fläche in der Größe von etwa elf Fußballfeldern. Viele Kelterner reagierten zunächst mit Fassungslosigkeit. Inzwischen haben sich viele zum Widerstand entschlossen.

Eine Unterschriftenliste „Für den Wald“ lag in Eckart Beiers Naturkostladen in Weiler aus, Naturschützerin Marion Schindler sammelte Unterschriften, ebenso weitere Engagierte. Die Liste, die knapp 400 Namen registriert, übergab Marion Schindler jetzt, anlässlich der letzten Sitzung vor der Bürgermeisterwahl, an Steffen Bochinger.

Der Betreiber des Steinbruches Natursteinwerke Nordschwarzwald (NSN) wünscht sich Sicherheit für die Zukunft des Unternehmens, daher der Antrag auf Erweiterung. Für die Gemeinde Keltern bedeutet die Pacht des Geländes an die NSN eine jährliche Einnahmequelle von etwa 300.000 Euro. Darauf zu verzichten sahen die Fraktionen CDU und FWG in Keltern keine Alternative.

Wer kommt in Zukunft für das Gelände auf?

Eine andere Rechnung machten allerdings jetzt die Naturfreunde bei einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft auf: Sobald der Steinbruch ausgebeutet und verfüllt ist, fällt das Gelände an die Gemeinde zurück. Es sind am Ende etwa 35 Hektar.

Sie nach Aufforstung durch die NSN in Obhut zu nehmen und zu pflegen wird den Gemeindesäckel mit 10.000 bis 15.000 Euro pro Hektar jährlich belasten. So jedenfalls die Berechnung der zuständigen Forstbehörde. „Gibt es dafür Rücklagen im Kämmereihaushalt?“ fragt Moritz Beuchle vom Naturfreundeverein. „Oder überlassen wir das alles unseren Nachkommen?“

Dass eine Frischluftschneise bei der Steinbrucherweiterung vernichtet wird, Lärm von der Autobahn bis zu den Höhenlagen Dietlingens dringen wird, sind weitere Argumente der Naturschützer.

Dass die meisten kleinen Bäche rings um die Gemeinde längst versiegt sind, ist ein Alarmsignal, das bisher offenbar keinen verantwortlichen Politiker alarmiert hat, stellen die Naturfreunde bitter fest. „Und nun soll auch noch der Wald fallen“, sagen sie. „Dessen Aufforstung für die heutige Generation wohl am Sankt Nimmerleinstag Früchte tragen wird.“

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