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1. Mai

Maischerze in Pforzheim und im Enzkreis dem Corona-Lockdown zum Trotz

Es war ein ganz anderer 1. Mai als sonst. Keine Feste, keine Zusammenkünfte, auch aus polizeilicher Sicht war es in der Nacht wohl wegen der geltenden Ausgangssperre ruhig. Aber den Spaß ließen sich die Menschen im Enzkreis und in Pforzheim nicht nehmen.

In Huchenfeld prangerte eine Clique die Missstände zwischen Schule und Kindergarten an, wo durch haltende Autos von Eltern oft gefährliche Szenen für die Schul- und Kindergartenkinder entstehen. So wurde kurzerhand mit Kreide ein Zebrastreifen auf die Straße gemalt und aus der 30er-Zone eine U-30-Zone. Foto: Björn Fix

So hingen am Samstag über dem Königsbacher Marktplatz um die 80 Noten an Schnüren. Ein paar Meter weiter lagen kleine Maikäfer aus Schokolade auf der Umrandung des Dorfbrunnens. „Da darf sich jeder einen mitnehmen“, erklärte Ute Fischer, Vorsitzende des Königsbacher Musikvereins, der sich die Aktion ausgedacht hatte.

Normalerweise hätte der Verein am Maifeiertag auf dem Marktplatz ein großes Fest auf die Beine gestellt mit Bratwurst, Schnitzelweck, Kuchen, Getränken und jeder Menge Musik. Statt vollem Marktplatz und prächtiger Stimmung gab es nun unter anderem zwei große Plakate, die die Mitglieder gestaltet hatten. Auf einem hieß es: „Schließt Eure Augen und träumt Euch hinein, ins Maifest vom Musikverein. Lauscht der Musik und schmeckt das Bier, grad so, als wären wir heut‘ hier.“

Am Morgen des Maifeiertags haben acht Helfer in mehreren Schichten die Plakate zusammen mit den bunten Noten aufgehängt. Letztere hatten die Jugendlichen des Vereins zuvor aus Karton gebastelt.

Maischerze gab es in Stein dann auch. Beim Rathaus wurde privat Abhilfe geschaffen und kurzerhand ein Mini- Maibaum aufgestellt. In de Nähe waren verwaltungskritische Cartoons angebracht. Etwa, dass in der Brühlstraße Baugrund zu verschenken sei, dass auf dem Haushalt der Gemeinde der Pleitegeier sitze, der Bürgermeister, dargestellt mit Pinocchio-Nase, mit dem Bauamt im Tandem unterwegs sei.

Beim Maischerz in Remchingen drehte sich derweil am Kreisverkehr zwischen Wilferdingen und Singen wieder alles um Corona: Wo 2020 ein übergroßes Pappmaschee-Virus thronte, widmeten sich der oder die unbekannten Künstler dieses Mal den Folgen der Pandemie. Ein „Homeschooling Drive-In“ mit rosa Schreibtisch samt Stuhl und Tafel verwies mit bunten Farben darauf, dass sich die Schüler während des Fernunterrichts nicht nur dem Lernstoff, sondern auch so manchem Computerspiel widmen würden. Auch wenn das erhoffte Ende der außergewöhnlichen Zeit noch ungewiss sei, ermutigte der Maischerz bei genauem Hinsehen mit den Worten: „Zusammen schaffen wir das.“

Auch in Niefern-Öschelbronn nahmen Unbekannte den Kreisverkehr als Ort für ihren Scherz. Sie nahmen die örtliche Imagekamagne für den Gesamtort aufs Korn. Auf einem Banner schrieben sie: „N-Ö? Nö. Nur Öschelbronn.“ In Bauschlott wurde derweil ein Ortsschild überklebt. Auf einem Papier war zu lesen: „Bauschrott zu verkaufen.“

Auch in Pforzheim waren originelle Aktionen zu sehen. In Huchenfeld prangerte eine Clique die Missstände zwischen Schule und Kindergarten an, wo durch haltende Autos von Eltern oft gefährliche Szenen für die Schul- und Kindergartenkinder entstehen. So wurde kurzerhand mit Kreide ein Zebrastreifen auf die Straße gemalt und aus der 30er-Zone eine U-30-Zone.

In Würm zogen Vertreter der Leutrum-Garde mit Musik aus einer Lautsprecher-Anlage durch den Ort verteilte Blumengrüße. In Dillweißenstein war der Bürgerverein aktiv und stellte an der Bogenbrücke einen Maibaum auf. Neben einem Transparent „Ob für Dillstein oder Weißenstein, wir setzen uns gemeinsam ein“ ist die Birke zu sehen. Am Ludwigsplatz wurde auch in diesem Jahr kein Maibaum aufgestellt, da an der üblichen Stelle Baucontainer einer angrenzenden Großbaustelle stehen. Deshalb wurde ein Kranz mit bunten Bändern platziert.

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