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Kein traditionelles Aufstellen der Vereine

Erster Mai in der Corona-Pandemie: Geschmücktes Grün im Enzkreis soll Hoffnung geben

In vielen Kommunen im Enzkreis sind Maifeste zwar abgesagt worden, die Maibäume wurden aber trotzdem unter Ausschluss der Öffentlichkeit aufgestellt. Ein Zeichen der Hoffnung in Corona-Zeiten.

In Niefern-Öschelbronn wurden die Maibäume am Donnerstagmorgen aufgestellt - hier vor der Steighalle Foto: Stefan Friedrich

Ein 1. Mai ohne Maibaum? Für viele ist das undenkbar. Und doch müssen auch in diesem Jahr wieder flächendeckend alle Feste ausfallen, zum zweiten Mal in Folge. Unter den momentan starken Kontaktbeschränkungen wäre an ein gemeinsames Feiern nicht zu denken gewesen. Und doch wollen viele Gemeinden im Enzkreis zumindest an der Tradition des Baumaufstellens festhalten.

In Niefern-Öschelbronn beispielsweise stehen seit Donnerstag gleich drei Bäume in den beiden Ortsteilen. Sie wurden am frühen Morgen im Wald vorbereitet und dann von den Mitarbeitern des Bauhofs aufgestellt. „Der Maibaum steht dafür, dass wir uns nicht unterkriegen lassen und versuchen, so viel Normalität wie möglich im Alltag zu erhalten“, betont Bürgermeisterin Birgit Förster.

Für die Gemeinde sei es daher auch undenkbar gewesen, auf diese Tradition zu verzichten. Und trotzdem bleibt – mit Blick auf den Baum und auf den im Wind vor der Steighalle wehenden Schmuck an der Baumkrone – auch etwas Wehmut.

In Niefern wird der 1. Mai normalerweise mit Fassanstich gefeiert

Eigentlich wird dieser Moment in Niefern nämlich mit einem Fassanstich gefeiert, organisiert vor allem durch die Gemeinde und ortsansässige Zimmerleute; in Öschelbronn kümmern sich Vereine und Feuerwehr darum. „Normalerweise sind das dann zwei Feste“, sagt Förster.

Gerne erinnert sie sich daran zurück, wie die Kinder seit ein paar Jahren den nackten Baum mit Bändern schmücken dürfen. Coronabedingt hat das dieses Mal das Bauhofteam übernommen. Nächstes Jahr soll sich das wieder ändern. Dass die Pandemie bis dahin im Griff ist und die Maifeiern wieder stattfinden können, „davon gehe ich jetzt mal ganz fest aus“, sagt Förster und fügt scherzend an: Nicht ganz sicher sei sie sich jedoch, „ob ich nächstes Jahr noch weiß, wie man einen Fassanstich macht.“

Nicht nur in Niefern-Öschelbronn, auch in anderen Enzkreis-Gemeinden werden Maibäume stehen. In Keltern beispielsweise kümmern sich die Mitarbeiter des Bauhofs darum, dass in allen fünf Ortsteilen ein Maibaum zu bewundern sein wird, erklärt Bürgermeister Steffen Bochinger auf Anfrage dieser Redaktion. Das sei auch ein „Signal in die Bürgerschaft, zuversichtlich in den Frühling zu schauen.“

Im Corona-Jahr schmücken Kinder in Notbetreuung die Maibäume

Geschmückt werden die Bäume bereits im Vorfeld von den Kindern in der Notbetreuung. Das Aufstellen selbst erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Normalerweise sind dafür der MSC und der OGV zuständig.

Sie müssen auf das nächste Jahr warten. „Wenn es die Vereine wieder machen, dann wissen wir: Die Normalität ist wieder eingekehrt“, ist Bochinger zuversichtlich.

Ähnlich wird es in Birkenfeld gehandhabt: auch dort wird sich der Bauhof darum kümmern, dass der Maibaum in diesem Jahr wieder auf dem Marktplatz steht, heißt es aus dem Rathaus; an seinem angestammten Platz also – allerdings auch hier ohne öffentliches Begleitprogramm.

In Königsbach-Stein und Straubenhardt werden wahrscheinlich keine Maibäume aufgestellt

Königsbach-Stein dagegen ist eine der Gemeinden, in denen dieses Jahr kein Maibaum aufgestellt wird, auch wenn Bürgermeister Heiko Genthner natürlich um das „große Bedauern, dass rund um den Maifeiertag keine Veranstaltungen stattfinden dürfen“ weiß. Davon betroffen sei eben auch „das traditionelle Aufstellen der beiden Maibäume durch die Feuerwehr“, das ebenfalls nicht durchgeführt werden dürfe.

Und auch in Straubenhardt wird es wahrscheinlich keinen Maibaum geben, zumindest ist bei der Gemeindeverwaltung kein Hinweis darauf eingegangen. Nicht ausgeschlossen sei jedoch, dass sich in einzelnen Ortsteilen Vereinsgemeinschaften finden, die das übernehmen. Die Vereine informierten die Gemeinde nicht immer, so die Auskunft.

Momentan spürt man dort allerdings eher eine gewisse Zurückhaltung auch aufgrund der Abstandsregeln. Bei der Feuerwehr, die normalerweise involviert ist, ist ebenfalls nichts von einer geplanten Aufstellaktion bekannt.

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