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Problemstellen im Blick

Fußgänger-Check in Mühlacker startet mit vielen Ideen für die Bahnhofstraße

Das Ziel ist, die Mühlacker Innenstadt perspektivisch für Fußgänger attraktiver zu machen. 30 Prozent der Strecken sollen die Menschen bis 2030 zu Fuß zurücklegen können. Im November wird auch noch das Gartenschaugelände begutachtet.

Wie kann man die Innenstadt so gestalten, dass mehr Fußgänger unterwegs sind? Diese Frage diskutieren Verwaltung, Planer und Bürger derzeit bei einem Fußverkehrs-Check in Mühlacker. Am Mittwoch gab es eine erste Begehung. Foto: Stefan Friedrich

Wie kann man die Innenstadt für Fußgänger noch attraktiver machen und Problemstellen auch für andere Verkehrsteilnehmer entschärfen, etwa für Menschen mit Behinderung? Das soll derzeit bei einem Fußverkehrs-Check in Mühlacker herausgefunden werden.

Neben dem theoretischen Teil vor zwei Wochen sind nun zwei Begehungen dafür angesetzt. Zur ersten traf man sich am späten Mittwochnachmittag, um die Bahnhofstraße bei einem Rundgang etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Im November steht dann noch das Gartenschaugelände auf der Agenda.

„Wir haben uns um diesen Fußverkehrs-Check beworben“, erklärte Bürgermeister Winfried Abicht im Gespräch mit unserer Redaktion. Insgesamt 15 Kommunen waren es am Ende, die das Land für einen solchen Check ausgewählt hat. Mühlacker gehörte dazu.

Fußverkehrs-Check in Mühlacker: Probleme für Fußgänger und Radfahrer

Mit dem Gemeinderat hat die Verwaltung bereits die beiden Bereiche abgestimmt, in denen sie Verbesserungspotenzial sieht, so Abicht. Die Bahnhofstraße etwa biete manche Stelle, „über die könnte man reden, um die Qualität weiter zu erhöhen.“

Dabei helfe es natürlich, wenn man nicht nur „in seinem eigenen Saft schmort“, sondern auch mal Impulse von außen bekommt. Zum einen seitens des Planungsbüros, das in diesem Fall vom Land bezahlt wird, zum anderen aber auch aus den Reihen der Bürgerschaft. Von dort wurde ohnehin bereits Diskussionsbedarf angemeldet.

Ob in der Bahnhofstraße eine Einbahnstraßenregelung nicht besser geeignet wäre, regte ein Teilnehmer bei diesem Rundgang an. Ein anderer wünschte sich generell weniger Autoverkehr auf dieser Straße. Zudem gebe es im oberen Bereich aufgrund der engen Verhältnisse öfter mal Probleme bei der Begegnung von Fußgängern und Radfahrern. Im Blick hatte man aber auch die Treppen, etwa auf Höhe der Sparkasse: für Rollstuhlfahrer sind diese natürlich ungeeignet.

Sie müssen sich andere Wege suchen, wenn sie in Richtung Kelterplatz unterwegs sind. Gleichzeitig gab es aber auch Gelegenheit für Lob: An der Erreichbarkeit des Rathauses etwa hatte zu Beginn des Rundgangs keiner etwas zu meckern. Diese wurde allgemein als gut empfunden.

Verkehrsplaner wollen bei Fußverkehrs-Check in Mühlacker Sicht der Bürger kennenlernen

Verkehrsplaner Jonas Schmid und sein Kollege nahmen die Anregungen und Kritikpunkte auf, ohne sich selbst zu sehr mit eigenen Überlegungen in den Vordergrund zu drängen. Es sei jetzt nicht der Raum, um Vorträge zu halten, so Schmid. Es gehe darum, die Sicht der Bürger kennenzulernen, die regelmäßig im fraglichen Bereich unterwegs sind. „Wo sind die Konflikte, wo kann man ansetzen für eine zukünftige Gestaltung?“

Es geht darum, die Sicht der Bürger kennenzulernen.
Jonas Schmid, Verkehrsplaner

An diesen Fragen wollen sich Planer und Verwaltung nach eigener Aussage orientieren. Ohnehin hat die Bahnhofstraße schon mal eine Neugestaltung erlebt, betonte Schmid. „Sie sah schon mal anders aus in der Vergangenheit. Und sie wird vielleicht in den nächsten Jahren auch wieder anders aussehen.“ Zugleich habe man es bei der Bahnhofstraße mit „ein paar Besonderheiten“ zu tun, so Abicht.

Sie ist geprägt von einer verkehrsberuhigten Zone mittendrin, einer Fußgängerzone im unteren Bereich, respektive einer Einkaufsstraße, in der Tempo 20 gilt. „Lauter Einzelstückwerke“, so Abicht, die man im Idealfall in der mittel- und langfristigen Planung zusammenfügen könne, inspiriert auch von den Ideen, die nun gesammelt werden.

Am 10. November wird man bei einer zweiten Begehung noch das Gartenschaugelände auf Optimierungspotenzial hin untersuchen. Der Schwerpunkt wird dann voraussichtlich aber weniger auf der Frage liegen, was alles baulich verändert werden kann, als vielmehr bei der Suche nach einer Lösung für die Konflikte insbesondere zwischen Fußgängern und Radfahrern.

„Wir wollen auf die Experten des Landes hören, ob es da Beispiele aus anderen Kommunen gibt, aus denen wir lernen können“, bemerkte Abicht. Wie die erste Begehung wird auch diese wieder auf zwanzig Teilnehmer beschränkt sein. Wer dabei sein will, sollte sich dementsprechend frühzeitig im Bürger- und Ordnungsamt der Stadt anmelden.

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