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Wohnen und Gewerbe

Pforzheim und Nachbargemeinden wollen gemeinsame Strategie entwickeln

Groß ist der Bedarf an Wohnbau- und Gewerbeflächen in Pforzheim und umliegenden Gemeinden. Aber es geht auch um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die Verwaltungen arbeiten an einer gemeinsamen Strategie für den Nachbarschaftsverband.

Ort mit Symbolkraft: Auf dem Pforzheimer Wallberg beschließen Birgit Förster, Thomas Zeilmeier, Peter Boch, Martin Steiner und Daniela Arnolds (von links) die Zukunft der Region gemeinsam gestalten zu wollen. Foto: Stefan Friedrich

„Einerseits ist der Bedarf an Wohnbau- und Gewerbeflächen hoch, andererseits haben wir aber auch eine sehr attraktive Landschaft, in der wir wohnen dürfen“: In diesem Spagat, den Stadtplanerin Daniela Arnolds am Freitag auf den Punkt gebracht hat, bewegen sich die städtebaulichen Planungen von Pforzheim und den Nachbargemeinden Birkenfeld, Ispringen sowie Niefern-Öschelbronn.

Den Flächennutzungsplan bis 2035 wollen die Verwaltungen deshalb nicht nur mit einer offenen Kommunikationskultur fortschreiben, es soll auch eine gemeinsame Strategie für den Nachbarschaftsverband entwickelt werden. Das erklärten die Rathausspitzen aller Gemeinden bei einem Termin auf dem Pforzheimer Wallberg.

Von dort oben hat man nicht nur einen guten Blick auf Landschaft, auf Gemeinden und Verkehrsströme, die letztlich die Region miteinander verbinden; der Weg hoch auf den Wallberg hatte für Ispringens Bürgermeister Thomas Zeilmeier (parteilos) fast schon etwas Symbolhaftes: „Ähnlich schwierig wird der Weg auch im Nachbarschaftsverband sein, aber wenn wir gemeinsam oben angekommen sind, dann haben wir einen wunderschönen Ausblick.“

Gewerbe und Wohnbau vs. Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Bis dahin wird „eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“ vor allen Beteiligten liegen, weiß nicht nur Birgit Förster (parteilos), Bürgermeisterin in Niefern-Öschelbronn. Es gelte, „die ganzen unterschiedlichen Belange alle unter einen Hut zu bekommen“, wobei Pforzheim und Niefern ein ähnliches Schicksal verbinde.

„Wir haben es mit sehr hohen naturschutzrechtlichen Anforderungen zu tun, aber trotzdem haben wir auch einen nachgewiesenen Bedarf an Flächen für Gewerbe und Wohnbau.“ Letztere mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu vereinen, sei für alle schwierig.

Auch deshalb wissen die Bürgermeister den gemeinsamen Dialog zu schätzen. „Wir haben gesagt, dass wir den Nachbarschaftsverband in Sachen Kommunikation auf eine neue Ebene setzen wollen“, erklärte Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) dazu. Dabei wolle man gemeinsam einen Weg finden, wie sich unterschiedliche Belange, Besonderheiten und Projekte einer jeden Gemeinde am Ende unter einen Hut bringen lassen. Zugleich müsse auch die Bürgerschaft mitgenommen werden, so Boch.

Es braucht dafür diesen offenen Dialog.
Peter Boch, Oberbürgermeister

„Es braucht dafür diesen offenen Dialog und den haben wir alle sehr genossen.“ In einem Workshop haben sie sich bereits darüber ausgetauscht, was die Leitsätze der Entwicklung sein sollen und wie die Flächenzusammenstellung aussehen könnte. Zum Jahreswechsel soll der Plan der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigte Arnolds an.

Innenentwicklung soll nicht vernachlässigt werden

Auch wenn der Fokus dabei auf neuen Gewerbe- und Wohnbauflächen liegt, will man das Thema Innenentwicklung natürlich nicht vernachlässigen, versicherte Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner (CDU). Dass es eine gemeinsame Fortschreibung gibt, sei für die Enzkreis-Bürgermeister allerdings wichtig.

„Wir haben es erlebt, wenn man mal aus der analogen in die digitale Welt reingeht, wie fließend doch die Grenzen sind.“ Dass das alle Beteiligten so sehen und man gemeinsam auf Augenhöhe über die Fortschreibung diskutieren kann, dafür sei er allen dankbar, so Steiner.

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