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Vor Duell mit Nürnberg

Der KSC und die einfache Sprache auf dem Platz

Der Karlsruher SC gegen den 1. FC Nürnberg. Mentalitätstrainer Christian Eichner gegen Laptoptrainer Robert Klauß. Am Ende wird alleine die Sprache auf dem Platz entscheiden.

An die Wäsche: Die spaßveranlagten KSC-Pofis Marco Thiede, Philipp Hofmann, Jérome Gondorf, Christoph Kobald, Philip Heise und Torwart Marius Gersbeck (von links) im Freitagtraining Foto: Markus Gilliar(GES

Für Christian Eichner war sonnenklar, warum der Matchplan seines Kollegen Robert Klauß beim 1:2 gegen die Zweitligakonkurrenz vom FC St. Pauli futsch war, als der „asymmetrische Linksverteidiger“, der „ballferne Zehner“ und das ganze Anlaufen auf der „Pressinglinie 1“ nicht wie programmiert zusammenpassen wollten.

„Logisch, habe ich ihn verstanden, weil ich diese Sprache das eine oder andere Mal vorher gehört habe“, sagte Eichner bei der Pressekonferenz des Karlsruher SC vor der Begegnung mit dem zu Wochenbeginn wegen seiner Äußerungen zum viralen Ereignis gewordenen Klauß und dessen 1. FC Nürnberg.

An der Seitenlinie des Wildparkstadions treffen am Sonntag (13.30 Uhr) Vertreter zweier unterschiedlicher Trainer-Spezies aufeinander. Hier Eichner, Typ Mentalitätstrainer mit Sozialkompetenz. Dort Klauß, Laptoptrainer aus der Leipziger Trainerschule mit Assistenzrollen bei Ralf Rangnick und später Julian Nagelsmann.

Klauß würde es nicht wieder tun

Der Sprachgebrauch im Profifußball hat sich in den vergangenen Jahren verändert, ordnete Eichner die Aussagen des FCN-Coachs am Freitag ein. „Ich erlebe bei meinen Trainerkollegen die komplette Bandbreite. Das ist sicherlich die modernere Sprache gewesen. Es gibt aber auch noch die traditionelle. Beides hat seinen Platz. Ich finde es gut, dass es unterschiedliche Typen gibt, die eine unterschiedlichste Sprache benutzen.“

Für das Spiel hat das alles keine Bedeutung. Und Klauß versicherte am Freitag: „Mit dem Wissen von Jetzt würde ich es wahrscheinlich nicht mehr tun, weil ich diese Aufmerksamkeit nicht brauche“, sagte der 36-Jährige. Dass sich die Fans an der Stelle nicht mitgenommen fühlen, räumte Klauß ein, „ich finde aber auch nicht, dass ich mich dafür schämen muss“, betonte der FCN-Coach. Er habe eine „adressatengerechte Sprache“ bei der Pressekonferenz gewählt. „Spieler bekommen von mir ganz klare, andere Handlungsanweisungen.“

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Ist dem Sportvorstand des 1. FC Nürnberg zu glauben, so steht Klauß am Sonntag kein Endspiel bevor. „Ich denke nicht darüber nach, was im Fall x passieren könnte. Meine Aufgabe ist es, der Mannschaft und dem Trainer meine volle Unterstützung zu geben“, sagte Dieter Hecking. Drei Tage vor dem Gastspiel der Franken beim KSC merkte er aber auch an, dass man eine Beurteilung „immer von der jeweiligen Situation abhängig machen“ müsse.

Kreuzer: Der positive Druck liegt bei uns

Die Situation vor Anpfiff: Der KSC (36 Punkte) empfängt den 14. der Liga (23 Punkte). Die Badener nahmen aus acht Spielen seit dem Jahreswechsel 20 von 24 möglichen Zählern mit, die Franken kamen im selben Zeitraum auf deren vier. Der Club, den der KSC am letzten Spieltag der vergangenen Saison durch seinen Sieg in Fürth in die Relegation verwiesen hatte, steckt mit einem für diese Sphären eigentlich überqualifiziert erscheinenden Kader abermals im Abstiegskampf.

„Ich glaube, dass es ein schwieriges Spiel wird. Sie müssen liefern und werden auch für ihren Trainer spielen müssen, sonst könnte es da auch eng werden. Der positive Druck liegt bei uns, der negative bei Nürnberg. Darauf freuen wir uns“, sagte KSC-Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer zur Ausgangslage.

Heise oder Wimmer – Eichner: Ich kann nichts falsch machen

Personell hat der KSC während der Woche eine Option hinzugewonnen: Der nach seinem Muskelfaserriss ins Training zurückgekehrte Philip Heise könnte wieder auf links verteidigen. Eichner neigt dazu, so wenig wie möglich an jener Formation zu verändern, die zuletzt auf dem Weg zum 3:2 in Sandhausen begonnen hatte. Ob er auch Kevin Wimmer im Team belassen oder Heise auf seine angestammte Position zurückkehren lassen wird, ließ er vor dem Abschlusstraining offen.

„Das wird eine schwere Entscheidung. Ich weiß, dass ich in der Geschichte nichts falsch machen kann vor dem Spiel. Von dem her werden wir schauen, wofür sich der Trainer Eichner am Sonntag entscheidet.“ Am Freitag herrschte Spaß auf dem Platz. Darauf war unter anderem „Völkerball“ angesagt. Da wurde gebalgt, gelacht und geworfen, was auch für eines sprach: Dort, wo Spaß schon ist, lässt er sich leicht vergrößern.

FCN mit einigen Ausfällen

Der FCN muss einige Ausfälle verschmerzen. Der frühere KSC-Rechtsverteidiger Enrico Valentini könnte, wie beim 1:2 gegen den FC St. Pauli, nochmals ausfallen. Für ihn könnte dann Oliver Sorg in der Viererkette beginnen. Anstelle des verletzten Asger Sörensen ist mit Georg Margreitter im Abwehrzentrum zu rechnen.

Batmaz verlängert und verrät Ehrgeiz

Irgendwann in der zweiten Hälfte der Partie, je nach deren Verlauf, könnte beim KSC auch wieder der Moment für Malik Batmaz kommen. Der 20 Jahre alte Brettener hat sich in seiner Jokerrolle zwischenzeitlich der offenen Zukunftsfrage entledigt: Er verlängerte seinen auslaufenden Vertrag im Wildpark mit Laufdauer bis 30. Juni 2024.

„Bisher ist die Saison richtig gut für mich gelaufen. Natürlich will man mehr spielen. Aber das ist die erste Saison, in der ich mal so richtig schnuppern darf – auch dank des Trainers, zu dem ich eine sehr, sehr gute Beziehung habe und der ein großer Faktor dafür war, dass ich weiter hier spielen möchte. Ich möchte ein Teil von dem sein, was der KSC hier in den nächsten Jahren aufbauen will“, erklärte der frühere Torschützenkönig der U19-Bundesliga gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten.

Kreuzer sieht beim Angreifer, der in dieser Runde bislang auf 17 Einsätze kommt und im Spiel beim Hamburger SV (1:2) als zweite Sturmspitze einmal sogar neben Philipp Hofmann beginnen durfte, eine erfreuliche Entwicklung. „Wir haben bei ihm immer über das Tempo geredet, das er mitbringt. Ich finde, dass er sich in den letzten Monaten auch fußballerisch extrem weiterentwickelt hat. Er versteht auch unser Spiel immer besser. Ich habe ihm am Donnerstag auch gesagt, dass das HSV-Spiel für mich die Messlatte ist.“

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