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Virtuelle Notrunde

Checkout im Wohnzimmer: Darts-Pfeile fliegen wieder in der Region

Weil Wettkämpfe im Vereinsheim verboten sind, spielen 18 badische Darts-Teams eine virtuelle Runde. Die Teilnehmer duellieren sich mit den Pfeilen in den eigenen vier Wänden und online.

Heimspiel: Martin Kramer vom Karlsruher SC lässt im heimischen Flur die Darts-Pfeile fliegen. Auch der KSC-Neuzugang nimmt an Duellen der neuen Online-Liga teil. Foto: privat

Die Pfeile, die sich im Ally Pally tief in die Scheiben aus Sisal bohrten, wirkten wie aufputschende Nadelstiche.

Als Florian Flickinger ganz allein vorm eigenen Bildschirm die WM in London verfolgte, wurde dem Darts-Abteilungsleiter des Karlsruher SC noch einmal in aller Deutlichkeit bewusst, was die Zunft der Pfeilwerfer seit Wochen vermisst: den Wettkampf mit Ihresgleichen, das Duell Mann gegen Mann, den sozialen Kontakt sowieso.

Virtuell fliegen die Darts-Pfeile wieder

Bei der Sitzung der Badischen Dartsliga kurz vor Weihnachten machte Präsidiumsmitglied Flickinger daher den Vorschlag, die bereits im kleinen KSC-Rahmen praktizierten virtuellen Duelle im gesamten Verbandsgebiet anzubieten.

Ruckzuck war die Online-Liga etabliert und nun fliegen schon seit vergangener Woche die Darts-Pfeile auf organisierter Ebene in den eigenen vier Wänden - ausgecheckt, also das Spiel beendet, wird im Wohnzimmer, im Flur, im Hobbyraum, im Homeoffice.

18 Mannschaften nehmen an der Runde teil, von Sandhausen bis Rastatt, aus dem Enzkreis und vor allem aus Karlsruhe.

„Die Liga ist dafür da, dass man den Lockdown überbrückt und die Spiellust nicht verliert. Die wurde durch drei Wochen Darts-WM im TV ja gerade wieder geweckt“, sagt Initiator Flickinger. Es gehe bei dem virtuellen Ersatzprogramm für die auf Eis gelegte Saison nicht in erster Linie darum, die beste Mannschaft zu finden, sondern vor allem um den gesellschaftlichen Aspekt.

Weshalb die zwei Gruppen à neun Teams der bis März terminierten Vorrunde auch sehr heterogen zusammengesetzt sind. So treffen unter anderem die Irish Steelbuddies Königsbach aus der Kreisklasse auf die in der Oberliga etablierten Flatliners aus Mühlburg oder die Black Surrounders Rastatt aus der Kreisliga auf den Bundesliga-Aufstiegsanwärter KSC 1.

Die besten acht Mannschaften der Vorrunde tragen dann im März im K.-o.-System Viertel-, Halb- und Finale aus.

Duelle via Webcam

Im Gegensatz zum normalen Ligabetrieb müssen die beiden Mannschaften mit je vier Spielern nicht an einem festgelegten Zeitpunkt gegeneinander antreten. Für die jeweiligen Duelle, die die Kapitäne vorab festlegen, müssen sich die beiden Gegner kurzschließen und binnen einer Woche ihr Match spielen.

Alle Spieler treten zuhause an der eigenen Dartscheibe an, die je zwei Gegner sind via Social Media miteinander verbunden, spielen mithilfe eines Darts-Programms und können per Web-Kamera die Würfe des Kontrahenten live verfolgen. Schummeln ist auf diese Weise zumindest erschwert.

KSC muss angestrebten Aufstieg in Bundesliga verschieben

Der Spielbetrieb in den Vereinsheimen ruht wegen des Lockdowns seit November. In der Badischen Dartliga sind zwei bis drei Spieltage absolviert. In der Hinrunde stehen noch sieben Spieltage aus, ehe eigentlich eine Aufstiegsrunde folgen soll.

Flickinger rechnet nicht wirklich damit, dass dieses Programm noch durchgeführt werden kann, weshalb er auch den angestrebten Aufstieg des ambitionierten KSC in die Bundesliga für dieses Jahr schon abgeschrieben hat. „Wenn die Gaststätten zu bleiben, dann können wir halt nicht spielen. So lange müssen wir uns eben mit der Online-Liga behelfen.“

Gruppe A: Flatliners S.W.A.T.-Team (Karlsruhe), GDD Onlinedrückler 1a (Sandhausen), KSC 3 (Karlsruhe), Red Surrounders (Rastatt), DC Letschebach (Karlsruhe), DC Highscore 26 (Königsbach), Die Badenser (Karlsruhe/Eppingen), Black Vikings (Karlsruhe), Irish Steelbuddies (Königsbach).

Gruppe B: KSC 1, Flatliners Dino’s (Karlsruhe), Black Surrounders (Rastatt), GDD Onlinedrücker 1b (Sandhausen), Eggensteiner Bull 80’s, DC Undertaker OBR (St. Leon-Rot), PSK Blue Lions (Karlsruhe), DC Nightlife Hornets (Malsch), SV Göcklingen White Tigers (Landau).

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