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Freude am extremen Sport

Die Greif Fighters aus Karlsruhe-Neureut mögen es hart

Sie robben durch Schlamm, hechten sich in stockdunkle Röhren, waten durch Eiswasser, bringen 800 Treppenstufen hinter sich, wenden Lkw-Reifen mit bloßen Händen und rennen Stunden durch unwegsames Gelände: Die Greif Fighters aus Karlsruhe-Neureut mögen es hart.

Obstacle Cours Races (OCR) oder, auf deutsch, Extremhindernislauf fasziniert Frauen wie Männer gleichermaßen. Wer einmal im Team einen Wettkampf hinter sich gebracht hat, will es nicht mehr missen. Des Stolzes wegen und wegen der tollen Kameradschaft. Darin sind sich 42 Aktive der OCR Greif Fighters des TuS Neureut einig.

„Der Sport ist einfach geil“

Die 2018 gegründete Abteilung OCR im TuS Neureut hat den zweitgrößten Mitgliederzuwachs im Verein. „Der Sport ist einfach geil,“ sagt Patric Schaudt, Sponsor der Abteilung, Greif Fighter der ersten Stunde und mit 48 Jahren einer der ältesten Aktiven. „Die Leute wollen das Besondere, wollen das Extreme.

Das finden sie hier: inklusive Party bei den Läufen und tolle Fotos hinterher.“ Auch Isabel Jungfermann, die seit einem Jahr dabei ist, zeigt sich begeistert. „Für die unglaubliche Gemeinschaft, die ich beim ersten Wettkampf im Team erlebt habe, nehme ich auch blaue Flecken und aufgeschürfte Knie in Kauf. Es lohnt sich!“

Zwischen 18 und 50 Jahre alt sind die Extremhindernisläuferinnen und -läufer, die zumeist im Freien bis zu vier Mal in der Woche mit den Trainern Daniel Durand und Patrick Anspieler beim TuS Neureut trainieren. 35 Hindernisse hat Daniel Durand mit Helfern dort fest aufgebaut, in einem Container warten 20 mobile Teile wie Sandsäcke, Bälle, schwere Ketten oder Ringe auf den Einsatz.

Ursprung im militärischen Fünfkampf

Seinen Ursprung hat OCR im militärischen Fünfkampf. „Das spielt aber heute keine Rolle mehr“, versichert Durand. Übrig davon sei nur, dass man sich gegenseitig helfe und niemand auf der Strecke bleibe im Wettkampf. Im Training wird das deutlich. Das Überklettern der Eskaladierwand, einer rund 2,50 Meter hohen Holzwand, wird zunächst einzeln geübt, später bildet ein Aktiver mit dem Körper eine Treppe für die anderen.

Patrick Anspieler gibt Tipps, wie man die Hindernisse am effektivsten überwindet. „Vor allem auch, wie man bei diesem Sport gesund bleibt und seinen Rücken schont“, macht der 37-Jährige deutlich. Intensives Aufwärmen und viele Stabilisationsübungen sind wichtig. Die Abteilungsgründer Anspieler und Durand kennen sich seit Kindertagen aus der Leichtathletik des TuS. Beide sind beim OCR hängen geblieben, „weil es so unglaublich Spaß macht und vielseitig ist“, sagt Anspieler. Für sich selbst wollen die Trainer mehr als nur Spaß. Anspieler war für die Europameisterschaften qualifiziert, Durand für die Weltmeisterschaften.

„Tennis und Ballett ist zu langweilig“

Anreise- und Startgebühren für die Wettkämpfe in ganz Deutschland und Europa muss jeder selbst aufbringen, Sponsor Schaudt unterstützt das Team. Daniela Barg, die sich gerade an einem Gerät affenähnlich durch die Lüfte gehangelt hat, sagt etwas atemlos: „Tennis? Ballett? Wie langweilig. Ich habe ein Faible für handfeste Sportarten, und das ist eine.“

Beim OCR ist es auch ziemlich egal, welche Sportkleidung man trägt. Im Wettkampf gibt es ein rotes Trikot mit gelbem Greif, Pascal Anspieler empfiehlt Laufkleidung, eventuell Handschuhe, Mütze und vor allem Schuhe mit Grip. Denn man weiß nie, welche Hindernisse sich einem auf den sieben, 13, 25 oder bis zu 100 Kilometer langen Strecken in den Weg stellen. „Da kann es schon mal sein, du musst den Hang einer Schischanze hochrennen oder über Feuer springen“, weiß Anspieler. Genau das - da sind sich die Sportler in Neureut einig - macht OCR aus: vielfältig, spannend, anstrengend und ungemein befriedigend. Wer möchte, kann es im Probetraining ausprobieren.

Mehr Infos: www.tusneureut.de/ocr-greif-fighters/artikel/gruppenstartseite

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