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Klimawandel im Wald

Der lange Abschied von den Buchen: Wie schlecht geht es den Wäldern in der Region?

Die Wälder im Landkreis Karlsruhe haben unter Trockenheit, Schädlingsbefall und Sturmschäden zu leiden. Der Wald ist Opfer des Klimawandels, aber auch Teil der Lösung.

Die Revierleiter Jens Schweizer (von links) und Jochen Kaiser sowie Forstbezirksleiter Simon Boden schauen sich auf einer Karte an, welche Wälder im Forstbezirk Kraichgau besonders vom Buchensterben betroffen sind. Foto: Judith Midinet-Horst

Es müsste dringend regnen, viel regnen. Trockene Erde rieselt durch Jochen Kaisers Hand. Der Revierleiter des Östringer Stadtwaldes steht in einem Erdloch in der Langenbrückener Senke und erklärt, warum hier keine Buche mehr wachsen wird. „Der tonige Boden bekommt bei Trockenheit erst kleine, dann große Risse, die auch die Baumwurzeln beschädigen”, erklärt Kaiser, „mit so problematischen Bodenverhältnissen kommt die Buche nicht klar. Sie wurzelt hier nur wenig in die Tiefe und kommt schlicht nicht an genügend Wasser.”

Sein Blick schweift über die vier Hektar Kahlfläche, die ihn umgeben. Wo vor zwei Jahren noch zum Teil über 100 Jahre alte Buchen standen, gedeihen heute 7.500 kleine Elsbeeren in Wuchshüllen.

„Das Jahr 2018 hat das Fass zum Überlaufen gebracht”, erzählt Kaiser. Durch den Trockenstress eines sehr heißen Sommers seien die Buchen großflächig abgestorben. Die dürren Bäume wurden schließlich im Februar 2019 gefällt. Im Östringer Stadtwald setzt der Revierleiter jetzt auf Elsbeeren. Das sind zwar heimische Bäume, bislang aber eher selten im Wald vertreten. Mit Wärme und Trockenheit, so die Erfahrung der Fachleute, kommt diese Baumart besser klar.

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