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Sturmschäden und Trockenheit

Wald in Malsch rutscht 2021 noch weiter in die roten Zahlen

2019 waren es noch 275.000 Euro zu wenig, im kommenden Jahr wächst das Defizit im Malscher Forsthaushalt voraussichtlich auf mehr als 600.000 Euro. Die „Talsohle“ könnte aber damit erreicht sein, meint der Leiter des Kreisforstamtes.

Der Sturm hat gewütet: Viel Platz ist im Malscher Hardtwald, wie diese Drohnenaufnahme zeigt. Ein Wiederbewaldungskonzept sieht die Neupflanzung von hitzeresistenten Bäumen vor. Foto: David Wipfler

Der Forst in Malsch schreibt weiter rote Zahlen: Im Jahr 2021 wächst das Defizit im Forsthaushalt auf über 600.000 Euro. Damit hat es sich im Vergleich zum Jahr 2019 mehr als verdoppelt. Ursachen sind die Schäden durch die Stürme im August 2019 und im Februar 2020 sowie fehlende Niederschläge und dadurch begünstigter Schädlingsbefall.

Da Trockenheit und Unwetter nicht nur in Malsch, sondern in Wäldern in ganz Europa Schaden angerichtet haben, fallen zudem Absatzmärkte weg. Das berichtete Martin Moosmayer, Leiter des Forstamtes im Landratsamt Karlsruhe, in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Die Holzpreise sind im Keller, nicht nur in Deutschland. Vor allem beim „Premium-Produkt“, dem Fichten-Stammholz, sei der Preissturz gravierend, so Moosmayer.

2021 soll weniger Frischholz eingeschlagen werden

Mit 200.000 Euro Holzerlösen rechnet der Malscher Forst kommendes Jahr. 2019 waren es noch doppelt so viele. Die niedrige Summe hat aber auch damit zu tun, dass man 2021 so wenig Frischholz wie möglich einschlagen möchte, um den Wald nicht zusätzlich zu schwächen, erklärte Moosmayer. Und das obwohl die Preise für Frischholz „wieder etwas nach oben gehen“.

Es gibt erste Anzeichen, dass wir die Talsohle erreicht haben.
Martin Moosmayer Forstamtsleiter im Landkreis Karlsruhe

Besonders stark ins Gewicht fallen im Forsthaushalt 2021 naturgemäß die Personalausgaben mit voraussichtlich 472.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Holzfällung und -aufarbeitung sowie für die Waldkultur mit jeweils 150.000 Euro. Zur Waldkultur zählen etwa Pflanzungen, das Anbringen von Verbissschutz und die Förderung von Naturverjüngung.

Es gebe „erste Anzeichen, dass wir die Talsohle erreicht haben“, zeigte sich Moosmayer im Gemeinderat gedämpft optimistisch. Er betonte aber auch, dass es dauern wird, bis der Holzmarkt sich wieder stabilisiert hat: „Man wird sich nicht innerhalb eines Jahres da heraus kämpfen können.“

15.000 Eichen werden neu gepflanzt

Weitere Investitionen in den Wald seien nötig, um Schäden zu beheben und ihn fit für die Zukunft zu machen. Auf einer Schadfläche von 54 Hektar will Malsch die Wiederbewaldung vorantreiben. Mehr als 130.000 neue Bäume sollen gepflanzt werden. Mit 15.000 Eichen von einer Baumschule könne man nun mit der Aufforstung beginnen, kündigte der Leiter der Malscher Forstabteilung, David Wipfler, im Gemeinderat an.

Ich denke, für den Wald ist es das wert.
Peter Barton Gemeinderat (Freie Wähler)

Die Gemeinderäte stimmten dem Forsthaushalt 2021 zu. „Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, dem ist klar, dass in den nächsten Jahren kein guter Forsthaushalt zu erwarten ist“, warf Karlheinz Bechler (BfU/Grüne) einen realistischen Blick in die Zukunft. Man sei aber mit den Planungen aber „auf einem ganz guten Weg“. Peter Barton (Freie Wähler) sagte angesichts der zu erwartenden Ausgaben: „Ich denke, für den Wald ist es das wert.“

80 Helfer bei Baumpflanzaktion im Frühjahr

Und Simon Rauch (CDU) betonte, dass Baumpflanzaktionen wie im Frühjahr zeigten, „wie wichtig den Malschern ihr Wald ist“. Auf der Fläche am Sportplatz in Sulzbach, wo der Sturm im August 2019 besonders stark gewütet hatte, haben 80 Helfer im März mehr als 6.000 neue Bäume gepflanzt.

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