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19 Jahre Arbeit im Hospizdienst

Malscherin bekommt Landesehrennadel für Engagement im Hospizdienst

Wenn der Tod naht, sind Betroffene und Angehörige oft auf Hilfe angewiesen. Ihr außerordentlicher Einsatz im Hospizdienst hat Marianne Grässer in Malsch Dank und Anerkennung eingebracht, Weshalb sie nun auch die Landesehrennadel erhielt.

Vorbild in Malsch: Marianne Grässer ist seit 19 Jahren uneigennützig in der Sterbe- und Trauerbegleitung tätig. Bürgermeister Markus Bechler übergab nun Urkunde und Landesehrennadel an sie. Foto: Rainer Obert

Bescheidenheit ist eine Zier. Wer Marianne Grässer reden und andere über sie sprechen hört, der merkt, dass auch diese Eigenschaft ein fester Teil von ihr ist.

Das Wirken der 72-Jährigen im Hospizdienst, die nun die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg erhielt, war zweifellos ein Segen für Malsch. Das wurde bei der Verleihung in der Kirche St. Cyriak in einer stimmungsvollen Feierstunde überdeutlich.

Doppelte Freude herrscht nicht nur bei Marianne Grässer darüber, dass an diesem Wochenende auch neue Räumlichkeiten für den Hospiz-Dienst eingeweiht werden konnten.

Auf den Tag genau vor 19 Jahren wurde der Ökumenische Hospiz-Dienst Malsch am 17. September 2002 gegründet. Marianne Grässer war nach dem Tod ihres Mannes Initiatorin und Motor der Hospizbewegung. In „Rekordzeit“ sei der Antrag auf Verleihung bewilligt worden, verdeutlichte Bürgermeister Markus Bechler.

Schwerkranke und sterbende Menschen werden in der letzten Phase des Lebens begleitet, ebenso Angehörige, Freunde und sonstige Trauernde. Und das ohne Ansehen ihrer Konfession oder Weltanschauung und egal ob zuhause, im Pflegeheim oder Krankenhaus.

Mehr als 500 ehrenamtliche Stunden jährlich

Die ganzen 19 Jahre war Grässer Vorsitzende des Diensts, bevor sie das Amt im Sommer an Christoph Storz abgab. Und seit 2002 hat sich unter Grässers Führung viel getan.

Unermüdlich trifft es wohl am besten: „Sie leisten mehr als 500 Stunden jährlich für den Hospiz-Dienst“, betonte Bechler. Das ist und bleibe im Bewusstsein der Bevölkerung. „Sie haben diese wichtige Arbeit geprägt.“

Geehrte gibt den Dank weiter

„Überrascht und erfreut“ sei sie, dankte dann die Hospiz-Pionierin für die hohe Auszeichnung. Marianne Grässer wäre nicht Marianne Grässer, wenn sie nicht direkt die Würdigung weitergäbe.

„Alleine konnte ich das nicht leisten“, betonte sie. Gefolgt von einer langen Liste des Dankes – von allen Mitstreitern der Vergangenheit über die aktuell 15 Hospizbegleiterinnen, Pfarrgemeinderat, Nachbarschaftshilfe und einige mehr und den Dank an ihre Familie, die ihr immer den Rücken gestärkt habe.

Was du gerne tust, das gelingt.
Marianne Grässer, Gründerin Hospiz-Dienst

Selten Last und oft Freude habe sie in 19 Jahren erlebt. Ein Leitsatz sei dabei „Was du gerne tust, das gelingt.“ Und sie wird es weiter tun, als zweite Vorsitzende. Emotional würdigte dann ihr Nachfolger Christoph Storz die Mitstreiterin. „19 Jahre warst du Kopf, Herz und Seele des Vereins. Eigentlich wissen wir gar nicht, wie es ohne dich weitergehen soll.“

Geistliche weihen neue Hospiz-Dienst-Räume

Der evangelische Geistliche Claudius Zeller und der katholische Pfarrer Rainer Warneck ließen keinen Zweifel, dass die Auszeichnung Grässers für 19 Jahre beherztes Engagement, das Spenden von Begleitung und Trost, ein schönes Zeichen ist.

Ein Stein dürfte auch der Ausgezeichneten vom Herzen gefallen sein, dass an diesem Tag und kurz vor ihrem Geburtstag nach vielen Jahren nun eigene Räumlichkeiten des Ökumenischen Hospiz-Dienstes zentral in der Hauptstraße 81 eingeweiht und am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden konnten.

Unter anderem mit einem Raum für Gespräche, Küche und sanitären Anlagen. Zuvor war das Domizil des Vereins daheim bei Marianne Grässer.

Auf Beiträge und Spenden angewiesen

Einmal monatlich wird das Café Lichtblick für Trauernde im Theresienhaus organisiert, auch gibt es viermal im Jahr einen Trauerspaziergang mit Gesprächen und vor Weihnachten oder Ostern besucht der Hospiz-Dienst diejenigen Menschen, die im vergangenen Jahr Partner, Partnerin oder ein Kind verloren haben. Weitere Veranstaltungen helfen, das Thema Tod und Sterben aus der Tabuzone zu holen.

Service

Ehrenamtlich und kostenfrei wirkt der Hospiz-Dienst aus dem Gedanken der Nächstenliebe heraus. Zur Finanzierung ist er auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Sprechzeiten im Hospiz-Dienst-Büro sind montags von 9 bis 10 und donnerstags 17 bis 18 Uhr. Alle Infos unter www.hospiz-malsch.de.

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