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Was wird aus der Saalfastnacht?

Narrenschar rund um Ettlingen fürchtet wegen Corona den Totalausfall

Sie proben eifrig, die Tänzer und Gardemädchen der Fastnachtsvereine in Ettlingen und Umgebung. Ob es aber in 2022 Prunksitzungen geben wird, ist wegen Corona unsicher. Der erste Umzug ist bereits abgesagt.

Endlich wieder ein Auftritt: Die TSG-Garden tanzen hier bei der Ordensverleihung der Spessarter Eber im Spechtwaldsaal. Noch hofft der Carnevalverein auf die Kampagne 2022 und seine Sitzungen am 28. und 29. Januar. Foto: CSE

Einige haben angesichts steigender Corona-Zahlen schon die Reißleine gezogen, andere warten noch ab: Bei der Saalfastnacht stellen sich die Vereine in Ettlingen und Umgebung unterschiedlich auf.

Die Spessarter Eber, bekannt unter anderem für ihren Nachtumzug, haben gerade noch die Ordensverleihung im Spechtwaldsaal erfolgreich über die Bühne gebracht, sind aber skeptisch, was die Eber-Sitzungen im neuen Jahr anbelangt.

Abgesagt sind sie bislang nicht und noch bleibt die Hoffnung, dass sich die Corona-Lage entspannt.

Damensitzung der Moschdschelle Ettlingen ist abgesagt

Zunächst mal auf den 29. Januar verschoben haben die Moschdschelle Ettlingen ihren Schelleschoppe, die Damensitzung in Kooperation mit dem Wasener Carneval Club (WCC) findet nicht statt. „Da ist immer Partystimmung, das wäre schwierig“, erklärt Markus Utry.

Für die Faschingsnacht Ende Februar sei er noch verhalten optimistisch, „wir bereiten uns darauf vor“. Vorstellbar sei 2G plus als Einlassbedingung, „das müsste funktionieren“. Bei einem Treffen am 16. Dezember wolle sich die Narrenvereinigung, der Zusammenschluss der Ettlinger Fastnachter, nochmals beraten. Ein neuerlicher Komplettausfall des närrischen Spektakels wäre aus Utrys Sicht ein „harter Schlag, vor allem für unsere jungen Leute“.

Einladungen für den Schöllbronner Umzug sind raus

Andreas Lackner, Zunftschreibermeister der Narrenzunft Schöllbronnn, hat das Thema Saalfastnacht an diesem Mittwoch im Vereinsvorstand auf der Tagesordnung. Er ist unsicher, was die Sitzungen anbelangt: „Beim Mundartabend im September durfte man noch nicht mal das Badnerlied singen, wie soll Fastnacht ohne Singen und Schunkeln gehen?“

Die Einladungen für den Umzug am Fastnachtssamstag hat er schon rausgeschickt und hofft, dass die 70 Zusagen dafür nicht in Absagen verwandelt werden müssen.

Hoffnung auf Entspannung der Corona-Lage

Anders als der Forchheimer Elferrat Club, der sich wie berichtet schon vor einiger Zeit gegen die Saalfastnacht entschieden hat, planen die Fastnachter der Eintracht Mörsch laut Volker Rocca noch mit drei Prunksitzungen im Februar. Die vierte lasse man ausfallen, weil man befürchte, nicht genug Tickets zu verkaufen. Die Ballettgruppen probten schon seit Frühjahr für ihre Shows.

Rocca hofft darauf, dass sich die Corona-Lage Ende Januar wieder entspannt und die Veranstaltung unter 2G-Bedingungen ohne Mindestabstand und Maske stattfinden kann. Dann könnte man die Bernhardushalle in Mörsch mit 250 Besuchern voll belegen. Sollten weiter Abstandsregeln gelten, könnten nur 125 Menschen reingelassen werden. „Dann rentiert es sich nicht“, so Rocca. Was die beiden Umzüge in Neuburgweier und Forchheim betrifft, ist man noch hoffnungsvoll, hier laufen die Anmeldungen.

Auerbacher wollen närrisches Jubiläum feiern

Die Auerbacher Fastnachtsgemeinschaft will am 10. Dezember über das weitere Vorgehen entscheiden. „Noch haben wir im Januar und Februar unsere zentralen Veranstaltungen im Kalender“, sagt der Präsident Christian Zechiel. „Schließlich feiern wir mit viermal elf Jahre Auerbacher Fasnacht ein Jubiläum.“

Unsicherheit herrscht bei den Narren in Schielberg. Über die Prunksitzung im Februar werde man kommende Woche bei einem Treffen der ARGE Schielberger Vereine entscheiden. Winfried Girrbach, Vorsitzender der Narrenzunft, kann sich nur schwer vorstellen, dass die Veranstaltung stattfindet. „Ich glaube, der Trend geht Richtung Absage.“ Beim Umzug am Fastnachtsonntag ist er ebenfalls noch nicht sicher. „Wenn man danach nicht in die Halle kann, bringt’s nix“, sagt Girrbach.

Mund-Nasen-Masken sind eindeutig Stimmungskiller.
Markus Burgmann, GroKaGe Malsch

Vor wenigen Tagen hat die GroKaGe Malsch die Absage aller Hallenveranstaltungen beschlossen, wie Pressewart Markus Burgmann mitteilt. Fastnacht feiern mit Maske sei nur schwer vorstellbar, „diese Mund-Nasen-Masken sind eindeutig Stimmungskiller“, und auch die vorgegebenen Abstände seien für eine Saalfastnacht untauglich. Im Bürgerhaus könnten nach den aktuellen Vorgaben nur rund 150 Personen eingelassen werden.

Hoffnungen setzt die GroKaGe noch in die Straßenfastnacht. Auch das Narrenblatt „Pflugschar“ soll wie gewohnt am Mittwoch vor dem schmutzigen Donnerstag erscheinen. Die GroKaGe ruft die Bevölkerung auf, lustige Anekdoten zu sammeln und sie der Redaktion über den Narrenbriefkasten an der Schönberger Apotheke oder per E-Mail an pflugschar-redaktion@grokage-malsch.de zu schicken.

Kein Umzug im Narrendorf Ittersbach

Bereits abgesagt hat die Narrenzunft Ittersbach ihre Saalfastnacht in der Wasenhalle. Die Zunftnacht am 19. Februar, der Hexenball am 26. Februar und die Kinderfastnacht am 1. März fallen flach. Auch den für 20. Februar geplanten großen Umzug gibt es nicht.

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