Skip to main content

Zum 1. September zahlen Kunden mehr

Warum die Stadtwerke Ettlingen mehr Geld fürs Trinkwasser wollen

Für Trinkwasser müssen die Kunden der Stadtwerke Ettlingen ab 1. September 2021 mehr bezahlen. Der Stadtwerkechef sagt, warum es teurer wird und was man als Verbraucher tun kann.

Auch hier lässt sich Geld sparen: Fürs Gießen muss man kein Trinkwasser nehmen. Über Alternativen informieren Energieberater der Stadtwerke Ettlingen. Foto: Hauke-Christian Dittrich picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wasser wird teurer: Verbraucher in Ettlingen müssen ab 1. September fürs Trinkwasser mehr bezahlen. Denn: Die Stadtwerke Ettlingen erhöhen die Preise.

Für den Kubikmeter (das sind 1.000 Liter) Wasser werden dann 0,16 Euro mehr verlangt. Das bedeutet: Die Kunden des kommunalen Energieversorgers zahlen dann 2,30 Euro brutto.

Für eine vierköpfige Familie heißt das, die Wasserrechnung steigt bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 120 Kubikmetern jährlich um knapp 20 Euro auf künftig 340 Euro.

Wir liegen nach der Erhöhung preislich im Mittelfeld.
Jochen Fischer, Stadtwerkechef

Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Fischer sagt dazu: „Wir liegen nach der Erhöhung im preislichen Mittelfeld.“ Karlsruhe sei mit 2,51 Euro pro Kubikmeter Wasser teurer, Bruchsal auch (2,41 Euro), während beispielsweise Bad Herrenalb (2,01 Euro) oder Bühl (1,98 Euro)weiterhin günstiger als Ettlingen seien. Es sei die erste Preiserhöhung seit 2015, die nicht mit gesetzlichen Vorgaben - wie dem Wasserpfennig des Landes - zusammenhänge.

Viel Geld für Wasseraufbereitung und Wasserleitungen

Als Grund für den Schritt, den der Stadtwerke-Aufsichtsrat beschlossen hat, nennt der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Arnold die „hohen Investitionen in die Versorgungssicherheit“. Viel Geld fließe in die Wassergewinnung und -aufbereitung, außerdem in Netze und Wasserleitungen.

Hinzu kommt: Auch die Bezugskosten für das Wasser vom Zweckverband Wasserversorgung Albgau (ZWA), für den die Stadtwerke Ettlingen die kaufmännische wie technische Betriebsführung machen, sind gestiegen. Der ZWA erweitert derzeit den Hochbehälter S3 zwischen Sulzbach und Schluttenbach und gibt dafür mehr als vier Millionen Euro aus. Bis Ende 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Ettlingen kann im Notfall aus Karlsruhe Wasser beziehen

Gut 350.000 Euro steckt der ZWA in den Hochbehälter S1, der sich bei der unteren Glasbachhütte auf Gemarkung Malsch befindet. Laut Wassermeister Achim Becker wird dort die Schalt- und Steuerungstechnik komplett erneuert.

Im Bau ist eine 1,5 Kilometer lange neue Trinkwasserleitung, die dafür sorgt, das Ettlingen in einem Notfall von den Stadtwerken Karlsruhe Trinkwasser erhält. Die Leitung verläuft zwischen dem Runden Plom und dem Gut Scheibenhardt; kurz vor dem Golfplatz wird sie mit der Wasserleitung des Karlsruher Energieversorgers verbunden.

Es gibt eine kleine Übergabestation beim Hofgut und ein Pumpwerk nahe der Ettlinger Lauftreffhütte. Ettlingen und seine Stadtteile erhalten derzeit das Wasser komplett vom ZWA aus dem Wasserwerk in Elchesheim-Illingen. Sollte das System dort gestört werden, hat die Stadt künftig für die Versorgung der Bevölkerung eine Alternative, die in der Herstellung aber 1,6 Millionen Euro kostet.

Trinkwassernetz wird elektronisch überwacht

Jüngst abgeschlossen haben die Stadtwerke die Arbeiten an der Trinkwasserleitung in der Durlacher Straße vom Blumen Betz bis zum Hedwigshof, außerdem zum Preis von 200.000 Euro eine Druckminderanlage im Höhenstadtteil Schöllbronn fertiggestellt, die dafür sorgen soll, dass beim Verbraucher das Trinkwasser mit gleichem Druck aus dem Hahn fließt.

Auch die elektronische Überwachung des gesamten Trinkwassernetzes schreitet voran. Sven Scherer, Prokurist der Stadtwerke Netz GmbH, erklärt dazu, es seien bislang an 15 Standorten Sensoren für einen hohen fünfstelligen Betrag eingebaut worden (Stichwort smartes Wassernetz), mit deren Hilfe „es für uns leichter wird, Leitungslecks zu orten“.

Tipps zum Wassersparen

Zurück zur Preisanpassung: Der können die Kunden insoweit entkommen, als sie den Wasserverbrauch im Haushalt reduzieren. Potenzial dafür sieht Jochen Fischer unter anderem, indem man kürzer duscht, im Garten beispielsweise eine Zisterne baut und deren Wasser dann für die Pflanzenbewässerung nutzt oder auch alte Geräte, die viel Wasser brauchen, austauscht. Wer sich hier im Detail informieren will, der kann unter Telefon (0 72 43) 101 646 einen Beratungstermin vereinbaren.

nach oben Zurück zum Seitenanfang