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Corona-Protest

250 Querdenker-Demonstranten auf dem Karlsruher Messplatz

Etwa 250 Menschen haben am Samstagnachmittag bei einer Kundgebung auf dem Karlsruher Messplatz gegen die Corona-Vorgaben der Bundesregierung demonstriert. Die Demonstranten brachten Klappstühlen mit - die Gegendemonstranten Trillerpfeifen.

Querdenker auf Klappstühlen bei Demo auf Karlsruher Messplatz Foto: Ekart Kinkel

Die Demonstration war von Güzey Israel, der Initiatorin der Karlsruher Initiative „Querdenken 721“, als „Politischer Gottesdienst für alle Opfer der Corona Maßnahmen“ angemeldet worden.

Bei einer Gegendemonstration unter dem Motto „Mitdenken statt Querdenken“ machten knapp 200 Leute auf der anderen Seite des Messplatzes mit Trillerpfeifen und Guggenmusik ihrem Unmut gegenüber der Querdenken-Demonstration lautstark Luft.

Gegendomenstranten protestieren auf dem Karlsruher Messplatz gegen die Querdenker. Foto: Bastian Drolshagen

Die Gegendemonstranten werfen den Querdenkern eine Nähe zum Rechtsextremismus vor. Die christlichen Kirchen hatten bereits im Vorfeld Kritik an der Verwendung des Wortes „Gottesdienst“ bei einer Querdenken-Demo geübt. Bei der Gegendemonstration richtete der evangelische Stadtdekan noch einmal klare Worten in Richtung Querdenker-Szene.

Bei der Kundgebung gegen die Corona-Verordnungen verglich der Pfarrer Lothar Mack wie bei seinen bisherigen Reden auf Querdenken-Demonstrationen das Pandemie-Management der Bundesregierung mit einer „Diktatur“. Außerdem sprach verglich der evangelisch-reformierte Pfarrer die Impfkampagne mit einem „gigantischen Feldversuch“.

Querdenker warnen vor der Corona-Impfung

Impfgegner gehören zum festen Kern der Querdenkern-Bewegung und auch in Karlsruhe warnten mehrere Redner vor zahlreichen Toten durch die Impfung. Eine Altenpflegerin stieß bei ihrer Ansprache ebenfalls in dieses Horn. Ihrer Ansicht nach sei die Pandemie lediglich ein willkommener Anlass, um ein „aus dem Boden gestampftes“ Impfmittel an alten Menschen zu testen.

Thema bei der Demonstration war auch ein Video der Fernsehmoderatorin Marlene Lufen. In dem Video warnt die Moderatorin des Frühstücksfernsehens beim privaten Sender Sat 1 vor den Kollateralschäden durch den Lockdown, der sich ihrer Meinung nach in einigen Jahren als „falscheste“ Maßnahme für den Kampf gegen die Corona-Pandemie erweisen könnte.

Das Video war bereits vor der Demo im Internet ein Renner und auch auf dem Telegram-Kanal der Karlsruher Querdenken-Gruppe geteilt worden.

Die Schülerinnen Antonia und Anna, die bereits bei mehreren Kundgebungen der Querdenken-Szene in Aktion traten, lobten das Video als gut recherchiert. Allerdings wurden Lufens Ausführungen bereits von mehreren Medien kritisiert, weil einige der im Video genannten Zahlen veraltet waren oder einem Faktencheck nicht standhielten.

So sei der von Lufen erwähnte Zusammenhang zwischen dem Lockdown und einem Anstieg von Depressionen oder Essstörungen keinesfalls belegt. Außerdem habe Lufen keine Alternative zum Lockdown aufgezeigt und nicht thematisiert, wie viele Leute ohne derart drastische Maßnahmen höchstwahrscheinlich an einer Corona-Infektion gestorben wären.

Die Polizei zog nach Demonstration und Gegendemonstration eine positive Bilanz. Auch wenn sich einige der Protagonisten aus den beiden Lagern provoziert hätten, seien die Kundgebungen weitgehend ruhig verlaufen. Die Gegendemonstranten räumten bereits nach eineinhalb Stunden das Feld. Die Querdenker hielten noch eine gute Stunde länger aus.

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