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Lehrer und Erzieher im Fokus

Karlsruhe arbeitet am Ausbau der Corona-Schnelltests

Während die Inzidenzwerte in Karlsruhe weiter sinken, arbeitet die Stadt an der Infrastruktur für Schnelltests. Lehrer und Erzieher sind im Fokus. Auch für Besucher von Alten- und Pflegeheimen gibt es eine neue Anlaufstelle.

Nur wenige Sekunden: Marvin Schuchert (ASB) macht den Abstrich an der zentralen Anlaufstelle für Alten- und Pflegeheime auf dem Karlsruher Schlachthof-Areal bei Bürgermeisterin Bettina Lisbach. Foto: Jörg Donecker

Bald werden Ärzte und Apotheker wahrscheinlich direkt in den Karlsruher Schulen Antigen-Schnelltests bei Lehrerinnen und Lehrern durchführen. Entsprechende Gespräche bestätigte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) am Donnerstag. „Wir können das nicht stadtweit versprechen, aber die Drähte laufen heiß“, sagte er.

Auf dem bundes- und landespolitisch forcierten Ausbau der Schnelltest-Möglichkeiten liegt derzeit ein wichtiger Fokus. Weiter ist man damit in den Alten- und Pflegeheimen.

Für sie befindet sich eine zentrale Anlaufstelle für Tests seit zwei Wochen auf dem Gelände des Alten Schlachthofs. Noch ist der Andrang aber überschaubar.

Mentrup warnt vor Nachlässigkeit

„Wir sind weiterhin auf einem guten Pfad“, führte Mentrup in seine aktuelle Lageeinschätzung ein. „Es gibt keine nennenswerten Hotspots.“ Da die Stadt für sieben Tage am Stück unter einer Inzidenz von 50 lag, ist nun nicht mehr das Gesundheitsamt des Landkreises für zusätzliche Infektionsschutz-Maßnahmen zuständig. Die Kontrolle darüber liegt wieder im Rathaus. Aktuell gebe es keine Notwendigkeit für weitere Einschränkungen.

Vielmehr erneuerte der OB seine Forderung nach einer Öffnung des Einzelhandels. „Ich hoffe, dass bestimmte Branchen oder Typen keinen uneinholbaren Schaden erlitten haben.“ Das „Aber“ ließ bei aller Aufbruchsstimmung allerdings nicht lange auf sich warten. „Die Mutanten verzeihen keine Nachlässigkeit“, appellierte Mentrup an die Bürger. „Es kommt sehr stark auf uns alle an.“

Da die neuen Virusvarianten infektiöser seien, gelte es noch mehr als zuvor, die Hygienemaßnahmen einzuhalten. In knapp zwölf Prozent aller positiven Proben hat man im Stadt- und Landkreis zuletzt die englische, die südafrikanische oder die brasilianische Virusmutation nachgewiesen, insgesamt in 175 Fällen. Dazu kommt voraussichtlich eine Dunkelziffer, gibt der OB zu. „Die überwiegende Zahl der positiven Tests wird darauf überprüft, aber noch nicht alle.“

Wie kommen Lehrer und Erzieher an die Schnelltests?

Im Schulamt dreht sich derzeit viel um die Organisation des Neustarts an den Grundschulen, zusätzlich zur weiter laufenden Notbetreuung. Ab Montag werden die Kinder im Wechsel alle zwei Wochen jeweils mindestens zehn Stunden in Präsenz unterrichtet. „Dafür gibt es ganz verschiedene Modelle, je nach Schule“, sagt der Leiter des Schulamtes Joachim Frisch. „Wir müssen auf Sicht fahren, denn wir wissen noch nicht, wer an welchem Angebot teilnimmt.“ Für mehr Sicherheit sollen wie in Kitas Schnelltests sorgen, zwei bezahlt das Land pro Lehrer und Woche.

In Karlsruhe diskutiert man derzeit über verschiedene Modelle, die die Tests für die Lehrer und Erzieher vereinfachen sollen. Ärzte und Apotheker hätten signalisiert, dass sie auch in die Schulen kommen könnten, sagte Mentrup. „Möglicherweise gibt es auch feste Zeiten, in denen die Berechtigten in Praxen oder Apotheken ohne Termin vorbeikommen können“, ergänzt Frisch. „Da ist aktuell viel Bewegung drin.“

Andrang an zentraler Abstrichstelle für Altenheime noch überschaubar

An der zentralen Abstrichstelle des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf dem Schlachthof-Areal werden sich Lehrer und Erzieher hingegen wohl nicht testen lassen können – obwohl die Infrastruktur das hergeben würde und man dazu bereit wäre. „Das liegt am Geld“, erklärt der Karlsruher ASB-Chef Christoph Nießner. Das Land wird die Kosten laut aktuellem Planungsstand nicht übernehmen, wenn private Anbieter testen.

Besucher von Alten- und Pflegeheimen können sich im Alten Schlachthof hingegen testen lassen. Der ASB reicht die Kosten an die Einrichtungen weiter, die wiederum mit den Kassen abrechnen. „Das ist eine große Entlastung für die Mitarbeitenden in den Heimen, wo man sonst die Tests durchführen müsste“, betont Bürgermeisterin Bettina Lisbach.

Zunächst hatten die ASB-Ehrenamtlichen die Abstriche in den eigenen Heimen übernommen, im Gespräch mit der Stadtmission entstand schließlich die Idee einer zentralen Anlaufstelle. Bislang ist die Nachfrage sehr überschaubar. Vorbereitet ist man aber. Etwa 60 Menschen könne man pro Stunde testen, sagt Nießner. Auch die Öffnungszeiten seien anpassbar.

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