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Zügige Öffnung des Einzelhandels gefordert

Karlsruher OB über Kita- und Schulöffnung: Wichtiger Schritt für Entwicklung der Kinder

Seit Mitte Dezember sind Kita- und Grundschulkinder im Südwesten größtenteils zuhause. Das soll sich nach dem Willen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach den Faschingsferien ändern. Damit komme man dem Wunsch vieler Eltern nach, heißt es von der Karlsruher Stadtverwaltung.

Noch sind die Plätze leer – nach dem Willen der Landesregierung sollen die Grundschulen nach den Faschingsferien wieder schrittweise öffnen. Auch die Kitas werden dann zum Normalbetrieb übergehen. Foto: Sebastian Gollnow

Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) begrüßt die geplante Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem 22. Februar.

Dieses Datum hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach Beratungen mit den anderen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch genannt.

„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Mentrup am Donnerstag vor Journalisten. Durch die Schließung von Kitas und Schulen seit Mitte Dezember würden viele Jungen und Mädchen in ihrer Entwicklung gebremst. Die geplante Öffnung nach den Faschingsferien gilt derweil – mit Ausnahme der Abschlussklassen – nicht für die weiterführenden Schulen.

48 Prozent der Kinder waren in der Notbetreuung

Nach Angaben der Leiterin der Sozial- und Jugendbehörde, Karina Langeneckert, haben sich viele Eltern eine baldige Öffnung der Kitas und Grundschulen gewünscht. „Durchschnittlich 48 Prozent der Kinder haben in den vergangenen Wochen die Notbetreuung besucht“, verdeutlicht Langeneckert.

Nun wolle man zum „Regelbetrieb in Pandemiebedingungen“ übergehen. Die Grundschulen sollen schrittweise wieder öffnen.

Frühere Impfungen für Erzieherinnen und Grundschullehrer?

Derzeit wird geprüft, ob Grundschullehrerinnen und Lehrer sowie die Fachkräfte in den Kitas früher geimpft werden können. Zudem sollen sie Zugang zu Schnelltests haben. Sorgen vor den mutierten Virusvarianten versucht der Oberbürgermeister derweil zu zerstreuen: „Da gibt es bislang keine sprunghaften Entwicklungen.“

Als Vorteil wertet Mentrup, dass die Mutationen häufiger mit Symptomen einhergehen – auch bei Kindern. So sei es schneller möglich, eine Erkrankung nachzuweisen und Betroffene zu isolieren.

Mit den Mutationen gehen keine schwierigeren Verläufe einher.
Frank Mentrup, Oberbürgermeister

„Aus unseren Kliniken heißt es, dass mit den Mutationen keine schwierigeren Verläufe einhergehen“, so Mentrup weiter. Die Quarantäne sei bei einer nachgewiesenen Mutation im Land von zehn auf 14 Tage verlängert worden.

Auch müssten hier Kontaktpersonen zweiten Grades in Quarantäne – dies sei bei dem herkömmlichen Virus nicht der Fall. „Durch dieses Gesamtpaket können wir eine Öffnung riskieren“, ist der OB überzeugt.

Zwischen dem 30. Januar und dem 9. Februar seien in der Stadt und im Landkreis 72 Virusmutationen aufgetreten. Bei der Hälfte davon handelt es sich laut Mentrup um die britische Variante. Die andere Hälfte gehe auf die südafrikanische und die brasilianische Mutation zurück. Würden die geltenden Hygieneregeln eingehalten, seien diese Mutationen beherrschbar.

Der Einzelhandel muss zügig geöffnet werden.
Frank Mentrup, Oberbürgermeister

Gleichzeitig fordert Mentrup, den Einzelhandel zügig zu öffnen. Bund und Länder hatten am Mittwoch eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März beschlossen, der auch den Einzelhandel betrifft.

Ausgenommen sind weiterhin Geschäfte für den täglichen Bedarf. „Ich bin schwer enttäuscht, wie mit dem Einzelhandel umgegangen wird“, so Mentrup. Es sei schwer zu vermitteln, dass „ein mehrgeschossiger Drogeriemarkt“ auch Dinge wie Parfum und Spielzeug verkauft, „Karstadt nebenan aber nicht öffnen darf“.

Weitere Öffnungen ab einer Inzidenz von 35

Kretschmann hatte angekündigt, dass der nächste Öffnungs-Schritt bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 erfolgen könne. Die Inzidenz für die Stadt Karlsruhe bewegt sich mittlerweile unter 50.

Bei einer Öffnung des Einzelhandels ist dann eine Begrenzung von einem Kunden pro 20 Quadratmeter angedacht. Zuletzt lag diese Begrenzung bei zehn Quadratmetern. „Es ist nicht nachvollziehbar, die Quadratmeterzahl hochzusetzen“, kritisiert der OB. Das mache gerade kleinen Einzelhändlern das Leben schwer. Man fahre fahrlässig ganze Branchen an die Wand.

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