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Hochhaus könnte viel teurer werden

Kreistagsmitglieder empört über „Whistleblower“ zum Neubau des Landratsamts

Aus einer nicht-öffentlichen Sitzung des Kreistags wurde bekannt, dass der Hochhaus-Neubau des Landratsamts in Karlsruhe doppelt so teuer werden könnte, als vor zwei Jahren geplant. Die Fraktionsvorsitzenden halten die Aufregung darüber für unberechtigt.

Landratsamt Karlsruhe Foto: Rake Hora

Aus einer nicht-öffentlichen Sitzung von zwei Kreistagsausschüssen wurde bekannt, dass der Hochhaus-Neubau des Landratsamtes doppelt so teuer werden könnte, wie noch vor zwei Jahren geplant. Von 200 statt 100 Millionen Euro ist nun die Rede.

Die Fraktionsvorsitzenden halten die Aufregung um eine eventuelle Kostensteigerung für unberechtigt und die Weitergabe der Sitzungsunterlagen durch einen „Whistleblower“ aus eigenen Reihen für einen Frevel.

Entscheidung der Stadt Karlsruhe steht noch aus

„Die Aufregung ist nicht berechtigt“, meint Johannes Arnold (Freie Wähler). Ziel sei es aktuell herauszuarbeiten, was der Landkreis brauche. Das Bauvolumen sei gestiegen, da zwischenzeitlich auch mehr Mitarbeiter in einem Neubau untergebracht werden müssten.

Die Kosten von 200 Millionen Euro seien für zwei Bauabschnitte berechnet. „Es kann aber sein, dass wir gar nicht beide brauchen“, erklärt Arnold. Der Kreis könne nämlich entweder nur das bauen, war er brauche, oder mehr bauen und vermieten.

Es ist ein Skandal, dass jemand aus einer nicht öffentlichen Sitzung berichtet, das ist fast eine Kampfansage
Inge Ganter, Grüne

Auch Sven Weigt (CDU/Junge Liste) erklärt, dass in der „reinen Arbeitssitzung“ geklärt worden sei, was „überhaupt auf dem Grundstück möglich ist“. Nutze man das gesamte Bauvolumen auf dem Grundstück, käme die Summe von 200 Millionen zustande. Letztlich müsse aber die Stadt darüber noch baurechtlich entscheiden.

Von einer möglichen Kostenexplosion könne man überhaupt erst sprechen, wenn es um die konkrete Planung ginge. „Wir gehen schrittweise vor, um eine wirtschaftliche Lösung für den Landkreis zu finden, die auch zahlbar ist“, erklärte er.

Vorgehen ist korrekt und transparent

„Es ist ein Skandal, dass jemand aus einer nicht öffentlichen Sitzung berichtet, das ist fast eine Kampfansage“, zeigte sich Inge Ganter (Grüne) irritiert. Zur Sitzung wollte sie keine Stellung nehmen, versicherte aber: „Wir sind in einem sehr guten Prozess, alles ist transparent und das Vorgehen des Landkreises korrekt.“

Was der Landkreis überhaupt auf dem Grundstück bauen dürfe, hänge alles davon ab, was die Stadt Karlsruhe zulasse, meinte Willy Nees (FDP): „Es ist noch alles offen, auch bezüglich des Bauvolumens“, sagte er. Unabhängig davon müsse noch geklärt werden, ob man mehr machen wolle als nur das nötigste. Oder auch Wert auf Dinge wie Nachhaltigkeit lege. „Das alles gibt es aber nicht zum Nulltarif“, erklärte Nees.

„Es ist ein mutiges, aber richtiges und zukunftsweisendes Projekt“, sagte Rainer Balzer (AfD). Er sei zwar ein Anhänger des alten Hochhauses, aber der Abriss sei notwendig. „Es ist ja kein Museum, sondern ein Dienstleistungsgebäude“, erklärte er. Er hoffe, dass die Kosten im Rahmen bleiben, aber dafür brauche es ja zunächst einmal überhaupt Entwürfe.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Markus Rupp, war am Freitag nicht zu erreichen.

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