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Auftakt beim Wildparkstadion

Disziplinierter Neustart für den Flohmarkt auf dem Birkenparkplatz

Einer der ersten Flohmärkte nach dem Corona-Verbot in Karlsruhe erlaubt Besuchern wieder, die Auslagen nach Nützlichem und Rarem zu durchstöbern. Zum Auftakt war die Händlerzahl reduziert.

Stöbern mit Maske: Beim ersten Flohmarkt auf dem Birkenparkplatz beim KSC-Stadion nach der Corona-Zwangspause finden Gabriele Kunze (links) und Gisela Hofmann am Stand von Christel Baumer (rechts) schicke Strohhüte. Foto: Jörg Donecker

Die beiden sächselnden Freundinnen sind froh. Nach monatelanger Corona-Zwangspause können sie wieder zu einem Flohmarkt auf den Birkenparkplatz beim Wildparkstadion kommen. Nun durchstöbern sie die Auslagen. „Wir sind die größten Flohmarkt-Amseln”, sagt Gisela Hofmann aus Weingarten und setzt ihren frisch erstandenen Strohhut auf. Auch ihr Gast, Gabriele Kunze aus Chemnitz, kauft eine Kopfbedeckung am Stand von Christel Baumer.

Unter den Birken auf dem Parkplatz findet am Samstag einer der ersten Flohmärkte nach der Corona-Zwangspause in Karlsruhe statt. „Marktleitung” steht auf Norbert Hüttischs gelber Weste. Er achtet am Zugang zum Gelände darauf, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

„Wir fangen langsam an, mit 50 Händlern”, sagt er: „Lieber klein und alles ordentlich.” Das entspreche den Auflagen der Stadt und dem eigenen Interesse. „Es läuft ganz gut, die Leute sind diszipliniert”, beobachtet Hüttisch. Daher gibt er positive Signale: „Nächstes Mal können 75 Händler kommen.”

In normalen Zeiten breiten bis zu 200 Anbieter Kitsch und Krempel, Kleider und Kunstwerke unter den hohen Birken beim KSC-Stadion aus. „In diesem Jahr werden es aber sicher nicht mehr als 100”, kündigt Hüttisch an – auch, weil sonst der Aufwand höher werde. „Wie sonst” sei der Zustrom der Kunden am Tag des Re-Starts. „Sehr viele sind fröhlich. Und ich freue mich auch, die Leute wiederzusehen. Seit Anfang März haben mir die Kontakte enorm gefehlt.”

Weitere Flohmärkte sind am Start

Christel Baumer hat nicht besonders viel erwartet von diesem ersten Flohmarkt-Tag seit langer Zeit. Die Anbieterin aus Ettlingen ist immer auch regelmäßig auf dem Stephanplatz gewesen. „Dort ist mehr Laufkundschaft”, erklärt sie. „Hier fehlt der Anschluss an die Straßenbahn. Freitags haben auch manche keine Zeit. Ich bin aber zufrieden.” Sie will nun jeden Flohmarkt ansteuern, der stattfindet.

Wie auf dem Birkenparkplatz sollen im August auch die Flohmärkte an der Berufsakademie „Mercado” und an der Hochschule Karlsruhe Technik – Wirtschaft wieder starten. Für den Kruschtelmarkt an der Karlsburg in Durlach hingegen ist auch der Augusttermin wieder abgeblasen.

Am Adenauerring gegenüber der Stadionbaustelle präsentiert Marc Scheffler auf grünem Tuch Pillendosen aus buntem Blech, Zinnkrüge, eine Messing-Tröte, Schmuck und Besteck. „Ein bisschen wenig Leute, aber das war zu erwarten, die Menschen sind zu Recht vorsichtig”, sagt der Anbieter aus der Pfalz. „Es ist trotzdem schön, wieder hier zu sein. Ich bin froh, dass die Stadt das genehmigt hat.”

In familiärer Atmosphäre wird auch mal etwas verschenkt

Zwei junge Frauen schlendern nun schon zum dritten Mal an Schefflers Auslage vorbei. Ein Kalender hat es ihnen angetan. Der Händler schenkt ihn her. „Mir geht es nicht um Reichtümer. Ich mag diesen Platz, auch als Kunde: Er ist familiär, nicht so eine Riesenveranstaltung.”

Eine ältere Dame spaziert über den Flohmarkt Richtung Bratwurstduft. „Ich musste mal wieder raus”, sagt sie und seufzt beim Gedanken an die Corona-Einschränkungen. „Und dann habe ich auch gleich mein Mittagessen.”

Hunger und Durst der Flohmarktbesucher stillt Dimitry Demeersman, ordentlich mit Adressnotierung, genauso wie bei der Marktleitung. „Ich habe mich aus diesem Flohmarkt zum Wurstmann hochgearbeitet”, sagt der Grillchef mit dem flämischen Namen.

Die Corona-Zwangspause habe er, obwohl Überlebenskünstler, „auf dem Zahnfleisch” mithilfe von Reserven durchgestanden. „Jetzt ist der Flohmarkt hier noch zu klein. Aber ich mache das Beste aus den Gegebenheiten und bleibe dran”, sagt er.

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