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OB-Wahl in Karlsruhe

So lief die offizielle Präsentation der Kandidaten für die OB-Wahl in Karlsruhe

Zwei Tage nach dem Wahlforum der BNN folgte die offizielle Präsentation der Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im Konzerthaus. Dabei durften die rund 100 Besucher den sechs Bewerbern auch Fragen stellen.

Auf Abstand: Etwa 100 Besucher waren bei der offiziellen Kandidatenvorstellung für die OB-Wahl im Konzerthaus. Foto: Ekart Kinkel

Absperrgitter vor der Eingangstür, Kontrollen in den Gängen, Trennwände auf der Bühne: Die Sicherheitsmaßnahmen im Konzerthaus erinnerten am Freitagabend an vergangene Großveranstaltungen. Allerdings wurden dieses Mal keine Popstars vor dem Ansturm frenetischer Fans geschützt werden, sondern etwa 100 Besucher der offiziellen Kandidatenvorstellung für die Oberbürgermeisterwahl vor einer möglichen Ansteckung durch das Coronavirus.

Keinen speziellen Schutz gab es allerdings für Frank Mentruo. Der Oberbürgermeister musste sich wie bei den bisherigen Wahlforen den verbalen Attacken seiner Herausforderer-Riege erwehren.

Petra Lorenz will Mittelstand stärken

„Ich möchte eine neue Verwaltungskultur für Karlsruhe“, sagte Petra Lorenz. Die 53-jährige Unternehmerin und Präsidentin des Handelsverbands Nordbaden hat sich vor allem die Stärkung des Mittelstands sowie den Kampf für eine attraktive Innenstadt auf die Fahnen geschrieben.

Oberste Priorität habe aber die Stabilisierung des Haushalts, sagte die Kandidatin von Freien Wählern und Für Karlsruhe. Dafür müssten auch Großprojekte wie die Sanierung des Badischen Staatstheaters überdacht werden.

Sven Weigt will Verkehrskonzept mit zweiter Rheinbrücke

„Ein Oberbürgermeister muss für die Menschen da sein und ein Teil von ihnen werden“, betonte Sven Weigt. Der 49-jährige Kandidat von CDU und FDP will die Belange Karlsruhers „mit starker Stimme“ im ganzen Land vertreten.

Als Stadtoberhaupt will der Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard für Sauberkeit und Sicherheit sorgen sowie Großprojekte besser planen. Außerdem will sich Weigt für ein ganzheitliches Verkehrskonzept mit zweiter Rheinbrücke einsetzen sowie erster Ansprechpartner für die Wirtschaft sein.

Paul Schmidt will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen

„Ich will der Oberbürgermeister für alle Karlsruhe sein“, sagte AfD-Stadtrat Paul Schmidt. In den vergangenen Jahren sei die Arbeit im Gemeinderat wegen zahlreicher Anträge von Grünen und Linken zu parteipolitisch geprägt gewesen.

Als Oberbürgermeister will sich der 54-jährige Physiker für einen Stopp des Radwegeausbaus und für die personelle Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes zur Erhöhung der Sicherheit einsetzen. Außerdem will er keine weiteren Flüchtlinge mehr in Karlsruhe aufnehmen und ein Sparpaket für den Haushalt schnüren.

Vanessa Schulz will um Protestwähler werben

„Ich bin mit der Stadtpolitik in letzter Zeit nicht zufrieden“, sagte Vanessa Schulz Deshalb habe sie sich im Sommer relativ kurzfristig für eine von der Satirevereinigung „Die Partei“ unterstützte Kandidatur entschlossen. In Karlsruhe missfallen ihr die zahlreichen Baustellen, das tägliche Verkehrschaos und die gesamte Affäre um das Staatstheater.

„Das sind Dinge, wo man denkt: Könnte man das nicht besser machen?“, so Schulz. Außerdem wolle sie den Rechten die Protestwähler abgraben. Für Leute, die mit den großen Parteien nicht zufrieden sind, sei eine Satirepartei die beste Alternative.

Marc Nehlig will innovative Konzepte für Klimawandel

„Ich war unzufrieden mit politischen Entscheidungen und Parteiabsprachen. Und so geht es vielen anderen Bürgern auch“, begründete der 26-jährige parteilose Standesbeamte Marc Nehlig seine Kandidatur. Weil er Probleme lösen wolle, habe er sich für eine Kandidatur entschieden.

Nehligs politische Ziele sind die Verbesserung der Kommunikation in der Verwaltung, innovative Konzepte für den Klimaschutz und der verantwortungsbewusste Umgang mit Steuergeldern. „Bauwerke müssen errichtet werden“, so Nehlig. „Aber es ist nicht nachvollziehbar, dass das Geld dabei teilweise zum Fenster hinausgeworfen wird.“

Frank Mentrup will weltoffene und bodenständige Gesellschaft

Und der Amtsinhaber? „Wir sollten unsere Stadtkultur bewahren und eine internationale, weltoffene und bodenständige Gesellschaft bleiben“, betonte Mentrup. Die großen Herausforderungen der Zukunft seien Klimaschutz sowie sozialer Wohnungsbau, und diese könnten nur durch ein offenes Miteinander erreicht werden.

Als größten Fehler seiner bisherigen Amtszeit bezeichnete Mentrup seine Ungeduld. Die Basis für die Leitung einer Großstadt habe er aber durch seine Tätigkeit als Mediziner und seine langjährige politische Arbeit als Stadtrat in Mannheim und Staatssekretär im Kultusministerium gelegt. Mentrup: „Oberbürgermeister ist die schönste Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann.“

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