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Partys, Theater, Projekte

Das Studentenleben am KIT in Karlsruhe findet nur digital statt

Partys, Theateraufführungen, an Projekten tüfteln – das gehört für Hochschulgruppen am KIT in Karlsruhe eigentlich zum Alltag. Im Lockdown bleiben die Studenten im Digitalen weiter aktiv.

Meeting: Die Mitglieder der Hochschulgruppe „Pionier Garage“ treffen sich regelmäßig digital. Dazu werden verschiedene Unternehmer eingeladen, mit denen sich die Studenten austauschen können. Auf großes Interesse stieß der Abend mit Ingmar Hoerr, dem Gründer von „CureVac“. Foto: Adrian Wimmer

Nicht nur Vorlesungen, Seminare und Übungsgruppen finden für Studenten wegen Corona nur digital statt. Auch das Uni-Leben abseits der Pflichtveranstaltungen muss in der Krise neue Wege finden.

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gibt es rund 100 Hochschulgruppen. Sonst veranstalten die Mitglieder Gründertreffen, Partys auf dem Campus oder präsentieren Theaterstücke.

Im Lockdown versuchen die Karlsruher Studenten, das Leben abseits der Vorlesungen weiter aufrechtzuerhalten. „Unser ganzes Hochschulgruppen-Leben findet zurzeit über Zoom statt“, berichtet Adrian Wimmer von der „Pionier Garage“.

Studenten treffen sich regelmäßig online

Die Mitglieder der studentischen Gründungsinitiative treffen sich regelmäßig online. Die Hochschulgruppe unterstützt Studenten, die vorhaben, einmal selbst zu gründen. Dafür veranstaltet die „Pionier Garage“ sogenannte „Founders Nights“, zu denen bekannte Unternehmer eingeladen werden.

Zuletzt waren Ingmar Hoerr, Gründer von „CureVac“, und Jan Junker, Gründer von „Ubimax“, dabei, erzählt Wimmer. Ein Vorteil der Online-Termine sei ganz klar: „Wir können Gründer einladen, die nicht aus Karlsruhe kommen.“

Es gibt eine Zoom-Müdigkeit. Die Leute wollen abends nicht noch vor dem Rechner sitzen.
Adrian Wimmer, Hochschulgruppe „Pionier Garage“

Etwa 30 bis 40 Mitglieder hat die Gruppe. Je nach Veranstaltung nehmen aber deutlich mehr interessierte Studenten an den digitalen Treffen teil. Beim CureVac-Gründer waren es über 140 Teilnehmer. In diesem Semester spüren die Organisatoren allerdings einen Rückgang. „Es gibt eine Zoom-Müdigkeit“, sagt Wimmer. „Die Leute wollen abends nicht noch vor dem Rechner sitzen.“

Hochschulgruppen haben Schwierigkeiten neue Mitglieder zu finden

Workshops mit Experten oder ein virtueller Spieleabend – bei fast allen Studentengruppen ist das der neue Alltag. Ob politisch Interessierte, angehende Unternehmensgründer oder Studierende, die sich sonst bei sozialen Projekten engagieren: Auf den Webseiten der Hochschulgruppen teilen sie Links zu Online-Treffen. „Der harte Kern von fünf bis sieben Personen ist häufiger bei den Treffen dabei“, berichtet Daniel Hunyar, Vorstand der „Jusos“-Hochschulgruppe.

Neue Mitglieder zu gewinnen sei „extrem schwierig“, sagt Hunyar. „Wir haben im vergangenen Jahr kaum interessierte Studis gefunden. Da fehlen uns vor allem die direkten Gespräche und Aktionen rund um den Campus.“ Die Politik-interessierten Studierenden versuchen vor allem über die sozialen Medien präsent zu bleiben.

Mit Online-Proben überbrückt die „Kampus Kapelle“ den Lockdown. Seit Januar proben die Blasmusiker digital. Allerdings müssen sie improvisieren. „Wirklich zusammen spielen ist online schwierig“, sagt Alexandra Krämer, Vorsitzende der Kapelle. Deshalb nimmt jeder Musiker seine Stimme zu Hause auf – ein Mitglied fügt die Mitschnitte danach zu einem Stück zusammen. „Das hören wir uns dann zusammen an.“

Weniger Studenten nehmen an digitalen Treffen teil

Etwa sieben bis zehn Musiker nehmen an den digitalen Musikproben teil. Vor Corona musizierten 25 bis 35 Studenten zusammen in der „Kampus Kapelle“. „Man weiß gar nicht, wer wirklich noch dabei ist“, schildert Krämer. „Bei Hochschulgruppen hat man sowieso immer eine hohe Fluktuation, wenn Leute ihr Studium beenden. Aber jetzt ist es noch schwieriger.“

Die Motivation ist viel schwerer zu erzeugen für die Online-Termine.
Alexandra Krämer, Hochschulgruppe „Kampus Kapelle“

Trotzdem versuchen die Hochschulgruppen, das Studi-Leben aufrechtzuerhalten. „Es ist aber schwerer, die Masse anzusprechen“, schildert Adrian Wimmer von der „Pionier Garage“. „Die Motivation ist viel schwerer zu erzeugen für die Online-Termine“, sagt Alexandra Krämer. Mit Online-Proben oder -Treffen neue Mitglieder zu gewinnen, sei fast unmöglich.

In Hochschulgruppen knüpfen viele Studenten wichtige Kontakte

„Bei Musik gehen die meisten davon aus, dass sowieso nichts stattfindet“, bedauert Krämer. Neue Mitglieder kämen oft nach Auftritten der Kapelle dazu. „Viele Studenten wissen gar nicht, was es alles gibt“, schildert Krämer, die auch in anderen kulturellen Hochschulgruppen aktiv ist. Beispielsweise beim „Uni-Theater“, das ebenfalls digitale Treffen veranstaltet. „Aber gerade das Theater lebt von der Begegnung“, sagt sie.

Die Studentengruppen haben Hoffnung, dass sich im Sommer zumindest wieder kleine Gruppen treffen können. „Viele Erstsemester lernen in Hochschulgruppen andere Studenten kennen“, sagt Adrian Wimmer. „Durch die Online-Veranstaltungen kennen viele ja nicht mal ihre eigenen Kommilitonen.“

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