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„I hätt do mol e Frog”

Warum der Bauzaun um das Café „Badische Weinstuben” in Karlsruhe schon jahrelang steht

Bereits seit Jahren dominiert ein Bauzaun die Ansicht der stählernen Eisenkonstruktion im Karlsruher Botanischen Garten. BNN-Leser Rolf Nückles hat sich gefragt, warum das so ist und wie lange das noch so sein soll. Wir haben nachgehakt.

Das historische Eisengerippe im Botanischen Garten ist schon seit Jahren per Bauzaun abgetrennt. In diesem Jahr soll die Demontage beginnen, anschließend wird es restauriert. Foto: Jörg Donecker

Das Eisenkonstrukt wirkt filigran. Seit langem schon ist es stilprägendes Element im Botanischen Garten. Der Wintergarten und das lauschige Ambiente zwischen Topfpflanzen und Gartenstühlen ist romantischer Treffpunkt ebenso für Ur-Karlsruher wie für Neubürger.

Doch schon lange stört ein Bauzaun die heimelige Stimmung und die Nutzbarkeit als Fotomotiv zwischen Bundesverfassungsgericht und Schlossgarten. Das hat jetzt BNN-Leser Rolf Nückles auf den Plan gerufen. Unter der Rubrik „I hätt do mol e Frog” formuliert er die folgende Anmerkung: „Seit gefühlt mehreren Jahren ist um das Café ‘Badische Weinstuben’ in Karlsruhe ein Bauzaun. Wie lange noch und warum?”

Schon vor Jahren lösten sich Teile

Das „Warum” ist einfacher zu klären als das „Wie lange noch”. Tatsächlich hat man bereits vor fünf Jahren altersbedingte Schäden an der grazilen Konstruktion festgestellt. Damals hatte sich ein Stück aus einem der korrodierten Kapitelle gelöst und war herabgestürzt. Zwar kam niemand zu Schaden, doch klar war, dass man die Dinge nicht einfach auf sich beruhen lassen konnte.

Die folgende Grob-Sondierung brachte zutage, dass weitere Schäden nicht auszuschließen sind. Die Entscheidungsträger bei den Staatlichen Schlössern und Gärten gingen erst einmal auf Nummer sicher und sperrten das Geviert ab. Weitere Untersuchungen in der Folge zeigten, dass es mit kleinen Reparaturen nicht getan sein dürfte.

So nahmen Experten im Juli vor zwei Jahren das ganze Tragwerk unter die Lupe. Man erstellte die Tragwerksplanung und entschied sich für das Restaurieren des Objekts. „Das gesamte Vorhaben ist sehr aufwendig, da jedes Teil anders gefertigt ist”, erläutert Behördensprecher Krawczyk einen der Gründe für die lange andauernde Sperrung.

Aufwendige Demontage

Gegenwärtig läuft die heiße Phase für die Sanierung der formschönen gusseisernen Pergola, wie Frank Krawczyk berichtet. Laut der zuständigen Architektin, Annabel Rogge, kümmert sich eine Metallbau-Firma um die Knotenpunkte der stählernen Konstruktion. Sie müssen schonend gelöst werden.

Aufgrund von Rostfraß, der sich über die Jahre eingestellt hat, geht das oft nur mit erheblichem Aufwand. Die Demontage-Arbeiten, die voraussichtlich im Oktober anlaufen, erstrecken sich laut der Architektin bis ins nächste Jahr. „Ziel ist der komplette Abbau der Pergola”, berichtet Rogge.

Erst dann bekommen die Experten einen Überblick über das tatsächliche Schadensbild im Detail. Die gesamte üppige Konstruktion wird danach in einer Halle eingelagert und dort Stück für Stück behutsam entrostet, neu beschichtet und insgesamt restauriert. Dabei legen die Fachleute Wert darauf, dass die historische Substanz möglichst weitgehend erhalten bleibt.

Siebenstellige Summe

„Es gibt nur sehr wenige Pergolen dieser Art”, beschreibt Annabel Rogge die konservatorische Bedeutung des Vorhabens. Neben den handwerklichen Erneuerungsarbeiten geht es den Fachleuten auch um die exakte Dokumentation. So will man künftigen Generationen eine Handreichung geben, damit zu späteren Zeiten ein eventuelle neuerliches Restaurieren bestmöglich gelingt.

Auf jeden Fall gehen wohl noch mindestens zwei Jahre ins Land, bis die aktuelle Überarbeitung abgeschlossen ist, meint die zuständige Architektin mit Blick auf die Frage von BNN-Leser Rolf Nückles. Wie viel das Vorhaben das Land am Ende kostet? Auch das steht noch in den Sternen. Eine siebenstellige Summe ist aber wahrscheinlich.

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