Skip to main content

I hätt do mol e Frog

Wer wohnt in Karlsruhe eigentlich am höchsten?

Wo befindet sich die höchste Wohnung auf Karlsruher Gemarkung, will Leser Hansi Schröpfer wissen. Die Recherche führt zu einem Jungbauern mit tropfendem Wasserhahn, Hochhäusern am Hang und einem ehemaligen Schwimmbad über dem 18. Stock.

Ganz oben: Auf dem Gelände des Pfeilerhofs in Grünwettersbach findet sich die höchstgelegene Wohnung Karlsruhes. Jungbauer Jonas Schaufelberger (links) ist in den Hof vor einigen Monaten eingestiegen. Bruder Marius unterstützt ihn. Foto: Jörg Donecker

Auf andere Häuser in Karlsruhe blickt Jonas Schaufelberger von Zuhause aus immer hinab. Der Stadtteil Grünwettersbach liegt „unten“, erklärt der junge Mann. Die City? „Ganz unten“, sagt er lachend.

Das Haus von Schaufelberger ist die Antwort auf eine Frage, die BNN-Leser Hansi Schröpfer in der Reihe „I hätt do mol e Frog“ an die Redaktion gestellt hat. Er will wissen, wo sich die höchstgelegene private Wohnung auf Karlsruher Gemarkung befindet.

Die Recherche führt dabei nicht nur zu Jonas Schaufelberger, sondern auch zu Hochhäusern am Hang und einem ehemaligen Schwimmbad über dem 18. Stock.

Die Antwort liegt in den Bergdörfern

Einen ersten Anhaltspunkt für die Suche liefert ein Blick auf eine topografische Karte. Im städtischen Geoportal lassen sich solche Darstellungen mit eingezeichneten Höhenlinien mit wenigen Klicks abrufen.

Der im Rheingraben gelegene Teil Karlsruhes liegt bis auf wenige Ausnahmen unterhalb von 150 Metern über dem Meeresspiegel. Er scheidet aus, da es keine Wohngebäude mit mehr als 70 Metern Höhe gibt, die östlichen Stadtteile aber teils über 100 Meter höher liegen. Bleiben also noch die Bergdörfer in den Ausläufern des Schwarzwalds übrig.

In Hohenwettersbach und Stupferich geht es mit maximal rund 260 Metern nicht so hoch hinaus wie in Grünwettersbach und Palmbach. Trotzdem sind die Unterschiede in den höher gelegenen Stadtteilen gering – die Gebäudehöhe kommt somit als zusätzlicher Faktor ins Spiel.

Die genauen Daten darüber hat das Liegenschaftsamt der Stadt. Auf Anfrage der BNN wälzt man dort Unterlagen und liefert schließlich die Antwort: Ganz oben wohnt man in einem zweistöckigen Gebäude auf dem Gelände des Pfeilerhofs in der Nähe des Funkturms in Grünwettersbach. 298,5 Meter befindet man sich hier über dem Meeresspiegel, teilt die Behörde mit und bestätigt damit den Verdacht von Leser Hansi Schröpfer.

Hochhäuser in der Bergwaldsiedlung verpassen die Spitze knapp

In den Betrieb des Hofes ist vor einigen Monaten Jonas Schaufelberger eingestiegen. Der 26-Jährige stammt aus Grünwettersbach und hat in den vergangenen Jahren in Nürtingen Landwirtschaft studiert. Dass er ausgerechnet in seinem Heimatort einen Bauernhof gefunden hat, den er übernehmen kann, bezeichnet er als „riesigen Zufall“.

Es habe sich sogar herausgestellt, dass er mit dem bisherigen Besitzer über viele Ecken verwandt ist. Die höchste Wohnung der Stadt zu haben, hat aber nicht nur Vorteile, weiß der Jungbauer zu berichten. „Als im Sommer viele gewässert haben, hat es aus der Dusche nur noch getropft“, erzählt er schmunzelnd. Mittlerweile haben die Stadtwerke nachgebessert und eine zusätzliche Pumpe eingebaut.

Einige Kilometer Luftlinie entfernt, aber nur wenige Höhenmeter unterhalb des Pfeilerhofs liegen die Wohnungen im neunten Obergeschoss der Hochhäuser in der Bergwaldsiedlung. Dort reichen die Gebäude bis auf 292,5 Meter über dem Meeresspiegel. Als Bonus haben sie teilweise einen freien Blick auf die City – aus Grünwettersbach gibt es den nicht.

Wie aus einem Schwimmbad ein Penthouse wurde

Streicht man die Meereshöhe als Referenzwert und bezieht sich rein auf die Gebäudehöhe, darf sich Peter Geisser über den höchsten Rundumblick aus einer Karlsruher Wohnung freuen. Der Unternehmensberater lebt seit 2008 im Hochhaus „Am Rüppurrer Schloss“, dem laut Liegenschaftsamt mit 61,5 Metern höchsten Wohngebäude in der Stadt.

18 Stockwerke zählt der Komplex eigentlich. Zu Geissers Penthouse geht es aber nach der Fahrstuhlfahrt nochmal einige Stufen höher. Ursprünglich war dort ein Schwimmbad mit Sauna und Gastronomie untergebracht. 2006 gaben die Betreiber auf, das Geschäft lohnte sich nicht.

Geisser schlug ein Jahr später zu, entkernte den 1974 eröffneten Bereich und ließ ihn zur Wohnung umbauen. „Das Dampfbad ist geblieben“, erzählt er. „Und auf der Terrasse stehen noch immer zwei Skulpturen von Günter Prochaska.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang