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Eggenstein-Leopoldshafen & Stutensee

Abitur in der Corona-Pandemie: Abstand statt Party, Maske statt Ball

Abi-Partys, Zeugnisübergabe oder Abschlussfahrten? In Corona-Zeiten ist das fast unmöglich – und es ist für alle Beteiligten ein organisatorischer Kraftakt. Wir haben uns in Eggenstein-Leopoldshafen und in Stutensee umgehört.

Abi-Partys, Zeugnisübergabe oder Abschlussfahrten? In Corona-Zeiten ist das fast unmöglich – und es ist für alle Beteiligten ein organisatorischer Kraftakt. (Symbolbild) Foto: Jonas Güttler/dpa

„Statt Barcelona und Rom steht bei uns Zelten im Schwarzwald oder eine Fahrt nach Prora (Rügen) auf dem Programm”, erzählt der Abiturient Max Baumgartner aus Eggenstein-Leopoldshafen. „Als ich und meine Mitschüler noch jünger waren, haben wir immer gespannt den Abiturienten zugehört, was sie auf ihren Abschlussfahrten alles erlebt haben, und uns gleichzeitig riesig auf unsere Studienfahrt gefreut”, meint der Schüler eines Karlsruher Gymnasiums. Nun sei die Enttäuschung über diese vergleichsweise unspektakulären Ziele groß.

Gleichzeitig herrsche, so Baumgartner, in seinem Freundeskreis Verständnis, dass in Corona-Zeiten keine großen Reiseplanungen angestellt werden können. Nach Partys oder wenigstens kleinen Festen sehne man sich immer mehr, meint der 18-Jährige, doch daran könne man angesichts der Corona-Lage nur davon träumen.

„Wir haben in unserer Stufe verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, um alles rund um das Abitur, wie zum Beispiel den Abi-Streich oder den Abi-Ball, vorzubereiten, aber ob das alles wirklich stattfindet, hängt von den Corona-Verordnungen ab”, so der Abiturient.

Mit der Rückkehr der Abschlussklassen in die Klassenzimmer gilt es nun die Wissenslücken, die aus dem Homeschooling entstanden sind, zu schließen und ein wenig Normalität in den Alltag zu bringen. „Der direkte Kontakt hat allen gefehlt und sowohl Schüler als auch die Lehrpersonen sind glücklich, dass sie wieder im Präsenzunterricht an der Schule sein dürfen“, sagt Ulrike Jäger, die Schulleiterin der Schlossgartenschule in Berghausen.

„Klasse 9 und 10 kommen bei uns in zwei Gruppen und werden dann von unterschiedlichen Lehrkräften unterrichtet“, erklärt Ulrike Jäger. Für die Schüler ist das ein großer Vorteil, denn so erhalten sie möglichst viel Unterricht und müssen nicht in einen Wechselunterricht aus Präsenz und Fernlernen. Für die Schlossgartenschule heißt dies aber auch einen erheblichen Aufwand, denn so müssen die doppelte Anzahl an Lehrkräften eingesetzt werden.

„Ich habe besonderes Glück, da meine Schule aktuell nur einen Oberstufen-Jahrgang hat, sodass wir zu 100 Prozent im Präsenzunterricht sein dürfen, Anfang des Jahres sah das allerdings anders aus und das Homeschooling hat uns so einiges abverlangt”, sagt der Oberstufenschüler.

Am Thomas-Mann-Gymnasium in Stutensee ist dies ähnlich, wie die Schulleiterin Sylvia Anzt erzählt. „Unsere Oberstufenschüler haben 60 bis 70 Prozent des Unterrichts und die Klausuren in Präsenz, die restliche Zeit verbringen im Fernlernen“, so Anzt. Ob sich die Abiturienten am Thomas-Mann-Gymnasium um ihr Corona-Abitur sorgen, kann die Schulleiterin nicht beantworten.

„Abiturienten sorgen sich fast immer, immer gibt es mal ausfallende Lehrer oder andere Probleme, jetzt beispielsweise ein neues Abiturformat“, sagt Sylvia Anzt. Dennoch stellt sie klar, dass sie den Eindruck habe, dass sich die Abiturienten mehr im Fokus von Lehrern und Schulleitung fühlen, als andere Jahrgänge.

Die Festhalle ist vorgebucht

Ein großer Abschlussball, wie man ihn vor Corona gefeiert hat, sei noch nicht in Planung. „Das wäre wohl sehr vermessen, vorher zu sagen, was Mitte Juli sein wird”, meint Anzt. Im letzten Jahr feierte man in Stutensee mit Abstand an einem lauen Sommerabend auf einer grünen Wiese unter dem Motto „Che sera sera!“. Für den anstehenden Sommer ist die Stutenseer Festhalle vorgebucht, doch wie die Corona-Lage bis dahin aussieht, weiß niemand.

Bis dahin heißt es im Schulalltag weiterhin Maske tragen, Abstand halten und versuchen den Stoff aus dem Homeschooling bestmöglich aufzuarbeiten. „Wir tragen alle eine medizinische Maske, haben mittlerweile sogar einen Corona-Schnelltest zur Verfügung gestellt bekommen und fühlen uns durch genügend Abstand sicher“, sagt der Leopoldshafener Max Baumgartner.

Gleichzeitig stellt er aber auch fest, dass je mehr Schüler an die Schule zurückkehren, desto mehr Verstöße gibt es gegen das Maskengebot und das Abstandsgebot.

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