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Schnellere Verbindungen

Hardt-Gemeinden bringen Reaktivierung der ehemaligen Hardtbahn ins Gespräch

Wer von Graben-Neudorf per Zug nach Hochstetten will, braucht ein bis zwei Stunden und muss über Karlsruhe fahren. Nun ist die Reaktivierung einer Strecke im Gespräch.

Kurze Wege: Linkenheim-Hochstetten würde von einer Reaktivierung der Strecke nach Graben-Neudorf profitieren. Foto: Rake Hora

Den Anschluss nicht verlieren, das ist wichtig. Die Gemeinden im Umland des Oberzentrums Karlsruhe profitieren zunehmend von der nach wie vor großen Immobilien-Nachfrage in der Fächerstadt. Die Menschen siedeln sich dort an, wo das Häuschen oder die Wohnung noch bezahlbar ist. Das ist nördlich der Großstadt möglich. Ohne eine gute Verkehrsanbindung auch keine gute Lage.

Im ersten Teil dieser Übersicht haben wir Verbesserungspotenziale aus Sicht der Dettenheimer, Eggenstein-Leopoldshafener, Walzbachtaler und Pfinztaler Verwaltung dargestellt. Nun folgen die Kommunen Stutensee, Graben-Neudorf, Weingarten und Linkenheim-Hochstetten.

In Stutensee setzt man auf eine mögliche Verlängerung der Stadtbahnlinie S2. Diese verkehrt bisher bis nach Stutensee-Spöck, eine Verlängerung könnte das Angebot für Pendler oder Studenten noch attraktiver machen. „Die Stadt Stutensee begleitet dieses Thema aktiv“, so die Verwaltung. Die Mittel für anfallende Planungskosten seien bereits in den Haushalt 2020 aufgenommen worden.

Rad und Bahn in Einklang bringen

Die maßgebliche Nutzen-Kosten-Bewertung erwartet man im Rathaus zeitnah. Sofern diese positiv ausfalle, müsse Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit einer möglichen Verlängerung betrachtet werden. Darüber hinaus betont die Stadtverwaltung, dass die Bedürfnisse der Menschen entlang der Trasse in den Planungen Beachtung finden müssten.

Bei einer möglichen Trassenführung gelte es, angedachte, aber auch mögliche neue Varianten zu betrachten. Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch das Rad ergänzen zu können, plant die Stadt darüber hinaus die Möglichkeit neuer Radabstellanlagen zu prüfen, insbesondere an Haltestellen des ÖPNV.

Die Gemeinde Weingarten ist mit einer Haltestelle an das regionale S-Bahn-Netz angebunden – ihre Überlegungen konzentrieren sich vor allem auf die Anbindung der Randgebiete. Die landwirtschaftlichen Siedlungen Sohl und Sallenbusch seien aktuell von der innerörtlichen Buslinie 121 abgehängt, so die Gemeinde. Dies betreffe auch die Haltestelle „Seniorenzentrum“ in der Jöhlinger Straße. Eine Möglichkeit wäre eine Busverbindung in West/Ost-Richtung, die Weingarten mit Walzbachtal verbindet.

Der Ausbau der Hardtbahn steht auch im Fokus der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten, deren Bürgermeister Michael Möslang (CDU) eine Reaktivierung der Strecke nach Graben-Neudorf als sinnvoll erachtet. Bruchsal und Stutensee seien von Linkenheim-Hochstetten nur schlecht zu erreichen. „Das derzeitige System ist fast vollständig auf das Oberzentrum ausgerichtet“, so Möslang.

Von Linkenheim nach Stutensee-Friedrichstal brauche es ein bis zwei Stunden, je nach Tageszeit und Wochentag, da man zunächst nach Karlsruhe im Süden und dann wieder nach Norden müsse. Eine Verlängerung von der Rheinschiene in Richtung Kraichgau sieht Möslang als sinnvolle Ergänzung des bestehenden Netzes.

Mit sieben S-Bahnhaltestellen, vier Bushaltestellen und zwei virtuellen Haltepunkten des On-Demand-Services „MyShuttle“ sieht Möslang die Gemeinde darüber hinaus jedoch recht gut aufgestellt.

In Graben-Neudorf teilt man die Ansichten aus Hochstetten. Bürgermeister Christian Eheim (SPD) ist Befürworter einer Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Hochstetten und Graben-Neudorf. Die Gemeinde erhofft sich eine bessere Anbindung nach Karlsruhe und eine spürbare Entlastung der hoch frequentierten B36. Eheim sieht auch einen Ausbau des KVV-Angebots von „MyShuttle“ als eine Möglichkeit, den Komfort für die Menschen in Graben-Neudorf zu erhöhen.

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