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Lockerung der Corona-Regeln

Zu strenge Auflagen: Nicht alle Museen im Karlsruher Norden öffnen wieder

Endlich gibt es Lockerungen, endlich dürfen auch die Museen wieder öffnen. Doch einige Museen im Karlsruher Norden werden auch weiter geschlossen bleiben. Sie können die strengen Auflagen nicht erfüllen.

Bis auf weiteres geschlossen: Das Heimatmuseum in Weingarten wird vorerst nicht öffnen. Foto: Vera Wellmer

So manch ein Kulturfreund hat diesen Augenblick lange herbeigesehnt: Endlich dürfen die Museen wieder öffnen. Und doch werden die Erwartungen enttäuscht. Denn die Auflagen sind zu streng für die historischen Gebäude, die Heimat-Museen bleiben zu.

Die alten Räumlichkeiten sind beengt, der Luftaustausch dünn und die Zugänge schmal. „Für die Öffnung unter Hygiene-Bedingungen ungeeignet“ liegt somit in der Sache selbst: die historischen Gemäuer sind zu eng.

In vielen Museen laufen noch Arbeiten

„Frühestens nach den Sommerferien“ lautet die Prognose von Guido Herzog. Er leitet das Heimatmuseum in Graben-Neudorf und gibt zu: „es müsste auch erst wieder aufgeräumt werden. Wir haben viel gearbeitet im Museum während der Pause.“ In den knapp bemessenen Räumlichkeiten ist eine Öffnung noch nicht möglich.

So verhält es sich auch im Kerns-Max-Haus in Blankenloch. Aktuell nimmt eine Spezialfirma Sanierungsarbeiten wegen Hauspilzbefall vor. „Wie lange noch, kann ich nicht sagen“ berichtet Walter Scheidle als Verantwortlicher. Auch hier ist keine Öffnung in Sicht.

„Leider können wir unser Museum in diesem Jahr nicht mehr öffnen“, informiert Ursula Heckmann. Die räumlichen Bedingungen im Hugenotten- und Heimatmuseum Friedrichstal ermöglichen nicht die Einhaltung der Auflagen. Außerdem laufen auch hier Renovierungsmaßnahmen.

Manche Orte sind trotzdem zu besichtigen

„Bis auf weiteres geschlossen“ heißt es auch in Dettenheim. Das Bunkermuseum befindet sich im einzig erhaltenen Regalbunker Baden-Württembergs und ist sicher auch ohne Einlass einen Ausflug wert.

Das trifft auch auf den Turmberg in Weingarten zu. Am Fuße des Berges befindet sich das Heimatmuseum. Über einen Treppenweg oder andere Pfade wird der Wartturm erreicht, innerhalb dessen eine ständige Ausstellung aufgehoben ist. Trotz ausbleibender Öffnungs-Aussichten lohnt die Aussicht: von hier oben erschließt sich ein phantastischer Blick.

Die Ruhezeit verstreicht nicht untätig; es wird saniert und restauriert. Gerade die alten Gebäude bedürfen der Renovierung. Letztlich steht die Frage im Raum, ob momentan der Aufwand der Öffnung lohnt. Denn mit Einschränkungen und unter Auflagen, noch dazu auf ungewisse Zeit ist der Einsatz hoch.

Abstand halten ist in engen räumlichen schwierig

Doch Wolfgang Knobloch vom Heimatmuseum in Leopoldshafen steht bereit: „Ich würde schon öffnen, das müsste gehen mit der Hygiene. Aber die Gemeinde als Träger wartet ab. Vielleicht klappt es ab Juli?“ Der ehrenamtliche Museumsleiter betreut das Haus seit vierzig Jahren. „Unsere Räumlichkeiten sind zwar beengt, aber in Eggenstein ist es noch enger. Das müsste schon gehen.“

Jedes Jahr gibt es eine Sonderausstellung in Leopoldshafen. „Im letzten Jahr haben wir unsere Genussserie fortgeführt“, erzählt Knobloch. Der Titel: „Wasser, Wurst, Schnaps, Bier und Wein – dreihundert Trink- und Schenkgefäße aus sechs Jahrhunderten.“ Die Ausstellung ging gut, aber gerade ein paar Wochen bis zum Lockdown, seitdem liegt sie brach.

Es handelt sich um eine mit hohem Aufwand zusammengetragene Sammlung mit vielen Leihgaben. „Bis Ende dieses Jahres können wir die Exponate zeigen. Ab 2022 wird es eine neue Jahresausstellung geben, bei der die Kinder ins Spiel kommen.“ Bei der künftigen Folge der Genussserie geht es um Küche und Kaufladen im Kleinformat, soviel wird verraten.

Öffnungsperspektive für den Herbst

Im Pfinztal befindet sich das Heimatmuseum im Bürgerhaus. Der Schulsaal im 1. Stock ist die heutige Gemeindebücherei. Und im 2. Stock ist der Multifunktionsbereich für verschiedene Veranstaltungen. Im Dachgeschoss und im Keller ist die Ausstellung vom Heimatverein. Ein kleines Museum, welches im Rahmen von Veranstaltungen, wie beispielsweise Lesungen geöffnet wird, so dass die Menschen durchlaufen können. Hier finden sich Kleindenkmale und Exponate, die viel Pflege benötigen.

Hans Weis vom Heimatverein Pfinztal rechnet nicht mit einer baldigen Öffnung. Aber im Herbst, wenn der traditionelle Tag der offenen Tür stattfindet, wäre ein guter Anfangspunkt. „Es wird sich zeigen, ob wir den so durchführen können. Denn mit Mundschutz hier drin – das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.“

Führungen

Hans Weis bietet Führungen im kleinen Museum in Söllingen an. Die sind grundsätzlich in kleiner Gruppe möglich und es gilt: bei Interesse einfach anfragen.

Tel.: 07240 41 29.

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