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Bürgerenergie-Genossenschaft in Gründung

Bürgerenergie-Genossenschaft will in Rheinstetten 10.000 Haushalte mit Strom versorgen

In Rheinstetten will eine private Initiative eine Bürgerenergie-Genossenschaft ins Leben rufen. Die beiden Gründer wollen besonders auf erneuerbare Energien setzen.

Eine Fotovoltaikanlage fehlt noch auf dem Dach des Rheinstettener Feuerwehrhauses: Die in Gründung befindliche Bürgerenergiegenossenschaft will dort Fotovoltaik platzieren. Foto: Werner Bentz

Die Satzung steht, die ersten 30 Menschen haben sich bereit erklärt, aktiv mit dabei zu sein: Nach Karlsruhe-Ettlingen und Durmersheim will in der Region jetzt eine private Initiative auch in Rheinstetten eine eigene Bürgerenergie-Genossenschaft gründen. Dies verkündeten in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Forchheimer Ufgauhalle die beiden „Macher” Volker Deck und Hans Bodrogi.

Gleichzeitig stellten sie den Gemeinderäten ihr Konzept vor. Zunächst gehe es darum, das in Rheinstetten noch vorhandene große Potenzial an Möglichkeiten erneuerbarer Energien auszuschöpfen. Das Hauptaugenmerk soll in einer ersten Phase auf die Fotovoltaik gerichtet sein.

Mehrere Standorte für Fotovoltaik-Anlagen in Rheinstetten möglich

Erstes Vorzeigeprojekt sei die Idee, das Dach des neuen Feuerwehrhauses am Tiefgestade unweit des Kreisels Rösselsbrünnle mit einer Fotovoltaikanlage zu belegen. Dort sei eine große freie Dachfläche vorhanden, zudem habe die Feuerwehr schon längst den Wunsch, an diesem Standort ein Notstromaggregat zu betreiben, was mit einer solchen dezentralen Energie ideal sei.

Eine andere mögliche Fläche, Fotovoltaik großflächiger für die künftige Bürgerenergiegenossenschaft zu betreiben, sei die riesige frühere Mülldeponie südlich des Platzes des Sportvereins Mörsch. Hier gehe es um nicht weniger als eine Fläche von 160 auf 50 Metern.

Das langfristig angestrebte Ziel aller Aktivitäten sei, einmal 10.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Zumindest sei dies vom Potenzial her möglich.

Bürgerwindpakt ist ein fernes Ziel

Deck und Bodrogi träumen in weiter Ferne auch davon, auf einer als Windenergiestandort ausgewiesenen Fläche, östlich der Bahnlinie, vor dem Wald, nahe der Gemarkungsgrenze zu Durmersheim, einmal einen „Bürgerwindpark” entstehen zu lassen.

Die vorgestellte Bürgerenergiegenossenschaft, so Volker Deck und Hans Bodrogi, wäre schon im Frühjahr gegründet worden, wenn nicht Corona ihnen eine Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Aber jetzt, nachdem Versammlungen wieder möglich seien, sei man gut vorbereitet. Die Mustersatzung stehe und der erforderliche Prüfungsverband sei informiert. Ziel sei, im Gegensatz zu anderen regionalen Energiegenossenschaften möglichst viele Bürger für den lokalen Aufbruch auf dem Weg zur Nutzung von mehr erneuerbarer Energie zu gewinnen.

Wir wollen 1.000 Rheinstettener dafür gewinnen
Volker Deck

„Wir wollen 1.000 Rheinstettener dafür gewinnen”, meinte Volker Deck. Es gehe dabei mehr um die ideelle Seite, das Thema „Energiewende lokal” und „Klimaneutralität in Rheinstetten” praktisch umzusetzen. Wer beim Stichwort Energiegenossenschaft an hohe Renditen denke, liege falsch. Jedes Mitglied, gleich ob es viele Anteil oder wenige Anteile an der neuen Energiegenossenschaft habe, erhalte die gleichen Stimmrechte.

Zudem könne eine Einzelperson maximal Anteile in Höhe von 10.000 Euro zeichnen. Ein Anteil kostet hundert Euro. Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft beschränke sich auch auf Personen und juristische Personen, die einen Bezug zu Rheinstetten haben. Der Termin der Gründungsversammlung werde noch öffentlich mitgeteilt.

Gemeinderat stimmt dem Projekt parteiübergreifend zu

Von CDU über SPD, Grüne, ULR bis zu FDP und BfR begrüßten alle Fraktionen des Gemeinderats das Vorhaben und wünschten den beiden Akteuren, Volker Deck und Hans Bodrogi, mit ihrem Team einen guten Start.

In der Fragerunde mit den Gemeinderäten hatte Bodrogi und Deck gemeint, die Umsetzung eines Bürgerwindparks sei ein komplexes Thema, was nur mit einem erfahrenen Partner möglich sei, weil hier eine Vielzahl an Abwägungsfragen wie beispielsweise auch der Umgang mit Naturschutz-Belangen im Raum stünden.

Hier strebt die künftige Bürgerenergiegenossenschaft die Zusammenarbeit mit einem auf diesem Sektor erfahrenen Partner an. Genannt wurde in der Gemeinderatssitzung die Freiburger Ökostrom-Gruppe, deren Geschäftsführer aus Rheinstetten stammt. Die Gründungsversammlung der Bürgerenergiegenossenschaft wird terminlich für Ende September angestrebt.

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