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Fridays und Parents for Future

200 Teilnehmer bei Klimaschutz-Demonstration in Bruchsal

Dem Aufruf der lokalen Initiativen „Fridays for Future“ und „Parents for Future“ sind in Bruchsal rund 200 Menschen aller Generationen gefolgt. Hauptforderungen waren CO2-Neutralität bis 2035 in Deutschland und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad.

Bunter Protest: Auf dem Marktplatz Bruchsal zeigten viele der Klima-Demonstranten aller Generationen eigene Plakate. Foto: Martin Heintzen

Teilnehmer der Klimaschutz-Demonstration auf dem Bruchsaler Marktplatz brachten diesmal noch mehr bunte Transparente und individuelle Plakate mit: „Bitte entschuldigen Sie die Störung, es geht um Überleben“ stand darauf. Oder „Wir bewegen uns auf ganz dünnem Eis“ sowie „Nach der Coronakrise ist vor der Klimakatastrophe“. Ein symbolisches Windrad begleitete die 40-minütige Demo bei kühlen Temperaturen.

Seit November 2019 hatte es in Bruchsal keine Kundgebung zum Klimastreik mehr gegeben. Nun riefen die örtlichen Gruppen „Fridays for Future“ und „Parents for Future“ wieder dazu auf, innerhalb der bundesweiten Aktion lokale Flagge zu zeigen.

In Bruchsal beteiligten sich rund 200 Menschen aller Generationen und damit ebenso viele wie vor zehn Monaten. „Kein Grad weiter“ hieß das Motto des Aktionstages.

Wenn das nicht verhindert wird und es zum Anstieg von drei Grad kommt, dann gibt es in 50 oder 80 Jahren auf der Erde nur noch Nahrung für zehn Prozent der Menschen.
Marco Möller

Die Hauptforderung war also die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad. „Wenn das nicht verhindert wird und es zum Anstieg von drei Grad kommt, dann gibt es in 50 oder 80 Jahren auf der Erde nur noch Nahrung für zehn Prozent der Menschen“, warnte Marco Möller in seiner Rede. Im Jahr 2035 müsse Deutschland aus fossilen Energieträgern ausgestiegen sein, so seine Forderung.

Er machte den Demonstranten Mut, dass aus den Warnungen konkrete Fortschritte werden. Wenn die Menschen ein E-Auto mit Ökostrom fahren oder den ÖPNV benutzen, weniger Fleisch essen – und ihren Politikern Druck machen.

Bruchsal war Teil weltweiter Proteste: Greta Thunberg (vorne in der Mitte) und andere protestieren vor dem schwedischen Parlament Riksdagen in Stockholm. Foto: Janerik Henriksson/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

Deutschland könne eigentlich stolz sein auf seine einstige Vorreiterrolle bei der Erzeugung von Ökostrom. Er sorge schon für die Hälfte des Bedarfs, vor Jahrzehnten sei ein Anteil von zehn Prozent als zukunftsträchtig angesehen worden. Doch mittlerweile hätten andere Länder Deutschland bei den Anstrengungen zum Klimaschutz überholt, sagte Möller.

„Die Technik zur Rettung des Planeten ist erfunden“, zitierte Michael Zonsius von „Parents for Future“ aus dem aktuellen Artikel einer Jugendlichen in der Zeitschrift „Stern“. Sie müsse also nur eingesetzt werden.

Demonstranten von Fridays for Future achten auch auf den Mindestabstand

Große Hoffnung, aber auch tiefe Skepsis („Die Realtität hat die schlimmsten Befürchtungen überschritten“) klangen durch Redebeiträge. Sie wurden immer wieder mal von den Wechselrufen „Klima-Schutz“ oder „Kohle-Stopp“ ergänzt. Gitarrist Jochen Sawilla von der Band „Café Achteck“ sorgte mit Liedern wie „Sixteen Tons“ für Musik und noch stärkeres Gemeinschaftsgefühl auf dem Marktplatz.

Die Klimaschützer versammelten sich auf vorgegeben Markierungen, um den Mindestabstand einzuhalten. Wenn der mal bedroht war, gab es durch einen Ordner Hinweise und Bitten. Viele Demonstranten trugen zusätzlich ihre Masken.

Svenja Gansow rief ihre Mitstreiter dazu auf, sich an lokalen Energieinitiativen zu beteiligen, in Parteien für das gemeinsame Anliegen zu ackern und sich an jedem Ort für noch mehr Solardächer sowie Windkraftanlagen einzusetzen. „Nehmt mit in den Bruchsaler Gemeinderat, was wir hier wollen“, ermunterte sie die Versammelten.

Die nächste Klimademonstration in Bruchsal soll am 27. November steigen.

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