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#ihrmachtunsnackt

Bruchsaler Tattoostudio-Inhaberin zieht aus Protest blank

Mit der Aktion #ihrmachtunsnackt hat Dawid Hilgers aus Bayreuth einen stillen Protest initiiert, dem sich Tätowierer aus ganz Deutschland angeschlossen haben. Auch Sandra Killian, Inhaberin des „Gecko Tattoo- und Piercingstudios“ in Bruchsal, hat mit- und sich ausgezogen.

Sandra Killian, Inhaberin des „Gecko Tattoo- und Piercingstudios“ in Bruchsal macht ebenfalls bei der Protestaktion #ihrmachtunsnackt mit. Foto: René Meyer

Damit will sie auf die fehlende Unterstützung der Branche hinweisen, denn die November- und Dezemberhilfen für Soloselbständige, Einzelhändler, Fitnessstudios, Gastronomen, Künstler und alle anderen sind immer noch nicht ausbezahlt. Auch Sandra Killian hat sich mit ihrem Steuerberater durch die Formulare gekämpft, aber alles, was bisher zurückkam war die Nachricht, dass es noch dauert.

In ihrem Studio beschäftigt sie eine Festangestellte sowie zwei 450 Euro-Kräfte, daneben sind noch vier Solo-Selbständige bei ihr tätig. Miete und Fixkosten laufen weiter seit der Schließung im November.

Obwohl Tätowierer und Piercer wie Friseure zu den „körpernahen Dienstleistern“ zählen, dürfen sie noch nicht öffnen. „Wir waren die ersten, die schließen mussten und die letzten, die wieder öffnen“, weiß Sandra Killian aus Erfahrung vom ersten Lockdown. Von März bis Mai 2020 musste das Studio schließen, gleichzeitig wurden in Arztpraxen Handschuhe und Desinfektionsmittel knapp.

Große Aufmerksamkeit für #ihrmachtunsnackt

Das Material im Wert von mehreren 100 Euro hatte sie spontan gespendet – nicht ahnend, dass der Marktwert sich bei der Wiederbeschaffung verdreifacht hatte. Aktuell wäre sie schon froh, wenigstens schrittweise wieder arbeiten zu dürfen, „damit wenigstens ein paar Euro reinkommen“. Mit Maske wurde schon vorher gearbeitet, seit Mai hatte Sandra Killian die Hygienestandards nochmals hochgesetzt, etwa Begrenzung der Kundenzahl, Terminvergabe mit großzügigen Zeitfenstern.

Die Aktion #ihrmachtunsnackt hat jedenfalls eine große Aufmerksamkeit geschaffen bei Tagesschau, ZDF und RTL, sogar US-amerikanische Zeitungen haben über die Aktion berichtet. Aber auch das Foto von Sandra Killian, den tätowierten Körper mitten im Schnee nur vom linken Arm und einem Pappschild bedeckt, findet große Beachtung: Das Posting auf dem Instagram-Profil gecko_tattoo_bruchsal hat zehnmal mehr Likes als die meisten Beiträge der Seite.

Sie bekam sehr viele Nachrichten, durchweg positive. „Viele wollten etwas spenden, aber darum geht es nicht“, sagt Sandra Killian, die derzeit von ihrer Familie unterstützt wird. Sie fordert: „Die zugesagten Hilfen sollen endlich ausbezahlt werden.“

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