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Tipps für Notfälle

Erste Hilfe leisten in Corona – ist das gefährlich?

Die gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe besteht auch in Pandemie-Zeiten. Rotes Kreuz und Malteser geben Tipps, wie man sich am besten verhält.

Besser mit Maske: Das gilt während Corona zwingend für Ersthelfer wie hier bei der stabilen Seitenlage - auch für den Betroffenen empfiehlt sich ein Mundschutz. Foto: Arno Burgi

Für die meisten Menschen ist Helfen in einem Notfall eine Selbstverständlichkeit. Egal, ob man mit dem eigenen Auto zu einem Verkehrsunfall kommt oder eine Person in der Warteschlange im Supermarkt zusammenbricht – man muss helfen. Daran ändert auch das Coronavirus grundsätzlich nichts.

„Die gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe besteht auch trotz des Risikos einer Ansteckung“, teilt der Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Peter Sefrin, auf der Homepage des DRK mit. Allerdings, so Sefrin weiter, gebe es in der aktuellen Situation einige Besonderheiten.

Das bestätigt auch Andreas Jordan, Kreisausbildungsleiter beim Deutschen Roten Kreuz Karlsruhe. „Generell steht die Eigensicherung immer an erster Stelle“, betont er. „In den Erste-Hilfe-Kästen der Kraftfahrzeuge sind Einmalhandschuhe enthalten, die auch vor anderen Infektionen schützen.“ Jordan rät auch zu einem Mund-Nasen-Schutz, der zwar nicht im Umfang enthalten ist, aber in dieser Zeit doch von vielen in der Tasche mitgeführt wird.

Wenn die Person ansprechbar ist, kann man aus einiger Entfernung fragen, was passiert ist, oder ob Hilfe benötigt wird. Auch kann das Abfragen von Covid-19-Verdachtssymptomen hilfreich sein. Fieber, trockener Husten oder der Kontakt zu einem Infizierten können hier ausschlaggebend sein.

Auf Mund-zu-Mund-Beatmung besser verzichten

Ebenso wie beim DRK finden auch beim Malteser-Hilfsdienst bis mindestens 31. Januar keine Erste-Hilfe-Kurse statt. Bei den Kursen, die bis zum Lockdown gehalten wurden, hatte sich bereits einiges geändert, erzählt Ausbildungsleiter Uwe Janke. So wurde nicht mehr am Menschen geübt, sondern ausschließlich an Puppen. Eine größere Hemmschwelle bezüglich der Hilfeleistung sah er aber auch nicht. „Im Prinzip muss jeder selbst entscheiden, welches Risiko er eingeht.“

Als Angehöriger einer Risikogruppe ist es auch möglich, nur den Notruf zu wählen und mit dem Patienten selbst keinen Kontakt zu haben. Im Übrigen ist es immer vorteilhaft, jemanden anzusprechen, der die Hilfsmaßnahmen unterstützen kann. Insbesondere bei einem Kreislaufstillstand gibt es aktuell die Empfehlung, auf die Mund-zu-Mund-Beatmung zu verzichten und nur eine Herzdruckmassage durchzuführen, bis der Rettungsdienst kommt.

Wählt man den Notruf 112, unterstützen die geschulten Mitarbeiter der integrierten Leitstelle auch am Telefon, und sagen, was man noch tun kann.

Fragen nach Corona-Symptomen inzwischen Standard

Übrigens ist der Schutzaufwand für die Profis auf den Rettungswagen genauso hoch. Auf den Rettungswachen trägt das Personal überall einen Mund-Nasen-Schutz, berichtet der Rettungsdienstleiter des DRK Karlsruhe, Daniel Schneider. Zu einem Einsatz geht es mit einer FFP2-Maske, und wenn möglich bekommt der Patient eine FFP1-Maske.

Auf der Leitstelle ist die Abfrage nach Verdachtssymptomen und Risikogebieten schon Standard geworden. Liegt ein Verdacht oder bestätigter Fall vor, muss das Rettungsdienstpersonal einen Schutzoverall anziehen und außerdem das Fahrzeug nach dem Transport gründlich desinfizieren.

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