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Nagelschussgerät im Einsatz

Schlägerei in Forst eskaliert: Vier Verletzte und zerstörtes Lokal

Am Ende ist der Schaden immens: Vier Männer sind verletzt, das Mobiliar des Forster Lokals zerstört. Die Polizei war in der Nacht zum Sonntag mit einem Großaufgebot vor Ort. Was war passiert?

Großeinsatz für die Polizei: In der Nacht zum Sonntag eskalierte eine Schlägerei in Forst. (Symbolfoto) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Streit zweier Männer im Alter von 36 und 51 Jahren ist in der Nacht zum Sonntag gegen 3.50 Uhr in einem Bistro in Forst eskaliert. Dies teilt die Polizei auf BNN-Anfrage mit. Aus dem Streit habe sich eine handfeste Schlägerei zweier Gruppen entwickelt, bei der wohl Pfefferspray und ein druckluftbetriebenes Nagelschussgerät eingesetzt wurden.

Von vier Beteiligten sei bekannt, dass sie leichte Verletzungen davongetragen haben. Einer davon musste mit einer Kopfplatzwunde ambulant im Krankenhaus behandelt werden, nachdem er einen Schlag mit einer Glasflasche erhalten hatte. Nahezu das gesamte Mobiliar des Lokal ist nach dem Ereignis zerstört und an einem Auto zersplitterte die Heckscheibe.

Das Polizeirevier Bruchsal eilte nach mehreren Anrufen durch Zeugen mit Unterstützung umliegender Reviere und weiteren vier Streifenbesatzungen des Polizeipräsidiums Mannheim vor Ort und ermittelte letztlich insgesamt 24 Beschuldigte. Diese werden sich wegen Beteiligung an einer Schlägerei und Körperverletzungsdelikten verantworten müssen. Zur Feststellung der Personalien musste von der Polizei regelrecht eine „Arbeitsstraße“ eingerichtet werden.

Mit einem Fausthieb fing es an

Wie sich laut Polizei klären ließ, eskalierte der Streit offenbar bereits in der Gaststätte, wo am Samstagabend eine Veranstaltung mit Live-Musik stattfand. Der mutmaßliche 51-jährige Chef einer Gruppe von Arbeitern eines Bauunternehmens war offenbar im weiteren Verlauf der Nacht aus noch unklaren Gründen mit einem 36 Jahre alten Gast in Streit geraten. Der Ältere hatte wohl seinem Gegenüber zunächst einen Fausthieb erteilt.

Schnell habe sich daraus eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen der Gruppe der Arbeiter und einigen Gästen entwickelt. Um die beiden Lager zu trennen, habe der Gastwirt Pfefferspray eingesetzt, worauf sich das Geschehen nach außen verlagerte.

Aufwendige Ermittlungen

Ein Zeuge hatte während der Streitereien gar Schussgeräusche vernommen, die, wie sich erst später herausstellte, sehr wahrscheinlich von einem Druckluftnagelgerät stammten. Der 51-Jährige steht im Verdacht, mit diesem Gerät Nägel in Richtung des Lokals verschossen zu haben. Verletzt wurde bisherigen Erkenntnissen zufolge dadurch aber niemand.

Das Polizeirevier Bruchsal sei nun mit den sehr aufwändigen Ermittlungen zur Klärung der Hintergründe und einzelnen Tatbeteiligungen betraut, heißt es aus der Pressestelle der Polizei weiter.

Das Lokal selbst beschäftigt seit Jahren immer mal wieder Anwohner oder die Gemeindeverwaltung. Beispielsweise wegen Lärmbelästigung oder Übertretung der Sperrzeiten. Das bestätigt Forsts Bürgermeister Bernd Killinger den BNN. Man wolle als Ortspolizeibehörde alle Register ziehen, um gegen die Missachtung der Sperrstunde vorzugehen, sagte Killinger. Die Probleme rund um das Lokal hätten aber zuvor nie die Dimensionen von Sonntagnacht erreicht. Denn eigentlich wäre das Lokal auch ein Ort, wo sich einheimische junge Leute treffen könnten.

Ein Einwohner von Forst berichtet, dass durch gepostete Live-Videos aus dem Lokal erkennbar werde, dass die Corona-Regeln häufig nicht eingehalten werden. Entsprechende Hinweise seien auch schon ans Gesundheitsamt gegangen.

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