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Trotz Aus in der ersten Runde gibt es Lob von der Jury

Obergrombacher verzaubert als Countertenor bei „The Voice“

Seine Stimme hat die Coaches verblüfft und die Zuschauer verzaubert. Marcel Kehrwecker aus Obergrombach hat bei „The Voice of Germany“ mitgemacht. Warum er trotz seines Ausscheidens darüber sehr froh ist, hat er uns berichtet.

Obergrombacher mit besonderer Stimme: Der Countertenor Marcel Kehrwecker trat im Fernsehen bei „The Voice of Germany“ auf. Seit der Ausstrahlung erhält er großen Zuspruch, auch wenn er ausgeschieden ist. Foto: Richard Hübner

Wieder hat ein Gesangstalent aus Bruchsal sein Glück bei der Castingshow „The Voice of Germany“ versucht: Dieses Mal ist Marcel Kehrwecker (25) angetreten, um in der zehnten Jubiläumsstaffel die Coaches von sich zu überzeugen. Am vergangenen Donnerstag wurde sein Auftritt ausgestrahlt. Am Ende hat sich zwar kein Jurorenstuhl für den Rechtsreferendar aus Obergrombach umgedreht, was bedeutet, dass der Bewerber in der ersten Runde ausscheidet.

Trotzdem hat der Countertenor mit seiner besonderen Stimme beeindruckt. „Wenn man dich dabei sieht und weiß, dass du ein Mann bist, dann schwingt ja dieses ganze Können durch und entwickelt eine ganz andere Magie“, lobte Mark Forster, als Marcel ein zweites Mal sein Lied – „Denk an mich“ aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ – für die Juroren vorgetragen hatte.

Ich will den Leuten etwas zurückgeben.
Marcel Kehrwecker, Teilnehmer bei „The Voice of Germany“

Seit 2013 singt der Obergrombacher als Countertenor; mit seiner speziell ausgebildeten Kopfstimme kann er so hoch singen wie ein Mezzosopran. Bislang hatte er vor allem Auftritte auf Hochzeiten oder Beerdigungen, aber auch bei Konzerten in der Region. Jetzt, wo ihn ein Millionenpublikum gesehen hat, könnte sich das ändern.

Was ihn besonders überwältigt, sind die zahllosen Reaktionen, die er seit der Ausstrahlung seines Auftritts am Donnerstag bekommt. Viele Komplimente und Fragen, wo und wie man seine Musik hören kann, erreichen ihn. Der Rechtsreferendar schreibt Mitte Dezember sein Examen und danach „will ich den Leuten etwas zurückgeben“.

Schwester Jana verdrückt ein, zwei Tränchen

Und wie groß war die Enttäuschung über das frühe Aus? Marcels Schwester Jana verdrückte ein, zwei Tränchen im Backstage-Bereich. Sie hatte ihren Bruder auf die Castings für die Fernsehsendung hingewiesen und hatte ihn gemeinsam mit dem Vater und dessen Frau zur Aufzeichnung nach Berlin begleitet. Ihr Bruder Marcel blieb zumindest äußerlich ruhig. „Für mich war die Entscheidung schnell okay. Ich wusste, dass ich als klassischer Sänger eher eine Nebenrolle in diesem Format spiele“, sagt er.

Daher habe er sich schon gefreut, überhaupt in den „Blind Auditions“ einen Auftritt vor einem großen Fernsehpublikum zu haben und sein seltenes Stimmfach präsentieren zu können. Dass dies mit seinem Können zu tun hat, wird schnell klar, wenn Marcel berichtet, wie er sich innerhalb eines halben Jahres beim Casting und weiteren Vorsingen sowie Interviewterminen durchgesetzt hat und in den Teilnehmerkreis gewählt wurde.

Auftritt hinter dem weißen Vorhang

Aufgezeichnet wurde sein Auftritt bereits Ende Juli in Berlin. Der Obergrombacher wurde von den Produzenten als sogenannter Vorhang-Kandidat ausgewählt. Das heißt, er absolvierte seinen Auftritt hinter einem riesigen, weißen Vorhang, und gab damit den Zuschauern Rätsel auf, wer hier nun tatsächlich singt. Mann oder Frau, das fragten sich auch die Coaches. „Ich war wie im Tunnel. Mein Auftritt ist ziemlich an mir vorbeigerauscht“, sagt Marcel.

Ich habe so viel Positives gehört. Ich muss die Menschen berührt haben.
Marcel Kehrwecker, Teilnehmer bei „The Voice of Germany“

Im Nachhinein glaubt er, Steffi, die Sängerin von „Silbermond“, am meisten begeistert zu haben. Die Kritik von Rae Garvey, es habe beim Auftritt an Emotion gefehlt, wiegt angesichts der vielen Reaktionen nicht mehr schwer. „Ich habe so viel Positives gehört. Ich muss die Menschen berührt haben.“

Bruchsalerin gewann 2017 „The Voice“

Bekannt wurde Bruchsal bei „The Voice of Germany“ vor drei Jahren durch Nadia Todua. Die aus Georgien stammende Sängerin konnte 2017 sogar die siebte Staffel gewinnen, damals wurde sie von Coach Samu Haber betreut.

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