Skip to main content

Boden um Kirche St. Peter wird erkundigt

Suche nach Erdwärme: Bruchsaler Gemeinderat genehmigt Probebohrungen

Künftig soll niemand mehr frieren, wenn die Bruchsaler Barockkirche St. Peter einmal mittels Erdwärme beheizt wird. Dazu werden schon bald erste Probebohrungen rund um die Kirche stattfinden. Doch was passiert, wenn es zur Erdbebengefahr kommt?

Bruchsals Wahrzeichen: Vor 280 Jahren wurde der Grundstein für St. Peter gelegt. Demnächst beginnen Probebohrungen, um die Barockkirche mittels Geothermie zu beheizen. Foto: Martin Heintzen

Heribert Schmitt ist heute Bruchsaler Stadtrat. Als Kind war er Ministrant in St. Peter. Und als solcher hat er in der über 250 Jahre alten Barockkirche schon oft gefroren. „Ich hoffe, dass die Kirche warm wird“, erklärte der Vertreter der Freien Wähler in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Damit es warm wird, hat das Gremium nun Probebohrungen genehmigt, einstimmig. Die Seelsorgeeinheit St. Vinzenz will ihre Kirche mittels oberflächennaher Erdwärme und einer Fußbodenheizung heizen. Aus dem Gemeinderat gab es dazu nicht nur Zustimmung sondern auch aufmunternde Worte und Lob.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Kistenberger sah diese Heizungsform gar als alternativlos an. Die Kirche will möglichst klimafreundlich sein, dadurch entfielen andere gängige Methoden. Vor allem sei aber kein Platz, weder für eine große Heizanlage im Keller, noch für Solarflächen auf dem Dach. Ruth Birkle von den Grünen sprach von der Peterskirche als fantastischem Bauwerk.

Heizanlage kann nur die Kirche versorgen

Vor 280 Jahre wurde der Grundstein gelegt, die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg nicht wie fast ganz Bruchsal zerstört – ein echter Glücksfall. Daher hoffe sie, dass man beim Thema Goethermie besondere Vorsicht walten lässt. Schäden am wertvollen Kleinod wegen künstlich ausgelöster Erdbeben, kann sich keiner erlauben.

Für die SPD und ihren Vertreter Gerhard Schlegel war die technische Erklärung in der Ausschusssitzung „wirklich eindrücklich“. Er begrüße die CO2-sparende Heizmethode und setzt darauf, dass das Unterfangen sofort gestoppt wird, sobald es Probleme gibt. Der FDP-Vertreter Volker Ihle sah nur ein minimales Risiko, dass die Kirche wegen der Geothermie-Bohrung in etwa 100 Meter Tiefe Schaden nehmen könnte.

Und AfD/UBiB-Sprecherin Gabriele von Massow fragte, ob man mit einer Erdwärme-Heizung, die auf städtischem Grund installiert werde, nicht weitere Gebäude mitversorgen könne. Dies sei laut OB Cornelia Petzold-Schick wohl nicht möglich.

nach oben Zurück zum Seitenanfang