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Kleine „Lost Places” in den Wäldern

Was wurde aus den Munitionsdepots im Wald bei Neudorf und Kirrlach?

Riesige eingezäunte Munitionsdepots gab es bis vor 20 Jahren an vielen Stellen im Hardtwald bei Bruchsal. Viele Spuren sind noch zu erkennen - und einige Gebäude erlebten eine zivile Nutzung.

Eine Laterne mitten im Wald: Sie steht noch neben einem ehemaligen Wachhäuschen des Munitionsdepots Kirrlach. Es bildete bis vor 20 Jahren ein eigenes kleines Dorf mit vielen Beschäftigten. Manche Gebäuden werden heute zivil genutzt, doch 30 Bunker wurden vor 20 Jahren abgerissen. Foto: Thomas Liebscher

Bernd Schneble steht bei der Hubertushütte im Kammerforst und zeigt auf eine Kreuzung breiter Wege: „Hier ging es nicht mehr weiter, hier stand der Zaum um das Munitionslager der Amerikaner.” Den zahlreichen Fahrradfahrern im beliebten Erholungswald zwischen Neudorf und Karlsdorf kommen die gut befestigten Wege gerade recht. Die Forstverwaltung sieht zu viele solcher Schneisen normalerweise nicht gern. Doch sie haben historische Gründe.

Bis vor rund 20 Jahren führten diese Wege zu rund 200 Gebäuden im umzäunten Wald. Im Kammerforst oder zwischen Kirrlach und Reilingen, in Philippsburg wie in Linkenheim waren im Wald nicht die volksliedhaft besungenen Räuber zu Haus, sondern Soldaten von Bundeswehr und US-Army sowie Militärangestellte. Sie bewachten und füllten zahlreiche Munitionsbunker. „Der normale Waldnutzer sieht gar nichts mehr davon und weiß es meist nicht”, meint Forstdirektor Schneble, Chef des Staatswaldbezirks Hardtwald.

„Aber gleich hier ist so ein typischer ehemaliger Bunkerstandort.” Er zeigt auf eine Art Nische im Wald. Zehn oder 15 Meter breit und tief. „Hier liegt Schotter, der Boden ist aufgeheizt, hier wachsen Septemberkraut und Goldrute, es hat zehn Jahre gedauert, bis sich Moose und Grünpflanzen entwickeln und die ersten Baumarten kommen.”

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