Große Ziele: Uwe Hück will Mike Tyson im kommenden Jahr für einen Benefiz-Kampf nach Baden holen. | Foto: str

Benefiz-Kampf in Mannheim?

Uwe Hück will gegen Mike Tyson in den Ring – Schwarzenegger und Klitschko sollen helfen

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Er schnauft, er stöhnt, er grunzt. Im Gym der Lernstiftung Hück in Pforzheim wuchtet ein einsamer Sportler an den Geräten. Es ist der Hausherr, der für den vielleicht größten Kampf seines Lebens trainiert. Uwe Hück will nächstes Jahr gegen Box-Legende Mike Tyson in Mannheim kämpfen. Arnold Schwarzenegger und Wladimir Klitschko sollen Hück bei seinem ehrgeizigen Ziel unterstützen.

Uwe Hück ist zweifacher Europameister im Thai-Boxen, langjähriger Betriebsratschef der Porsche AG und seit vergangenem Jahr SPD-Politiker in seiner Heimatstadt Pforzheim. Derzeit bereitet er sich auf zwei Kämpfe vor: Hück will für die SPD in den Bundestag und dafür die langjährige SPD-Abgeordnete Katja Mast in einer parteiinternen Kampfkandidatur besiegen. Und dann will er noch gegen Mike Tyson boxen.

Hück kämpft im Ring und in der Politik

Einen Benefizkampf will Hück, den Baden-Württemberg noch nicht gesehen hat, gegen den schillerndsten und skandalträchtigsten lebenden Boxer der Welt. Während in Pforzheim zahlreiche Kritiker des notorischen Lautsprechers noch rätseln, ob dessen sportliche oder politische Ziele unrealistischer sind, steht Hück im Gym und quält sich.

Zwischendurch legt er kurz die Hanteln weg, um zu erklären, dass sein Plan so ernsthaft ist, wie das Zirkeltraining, das er hier täglich mit einem eigenen Trainer absolviert und das dem 57-Jährigen bereits einen Sixpack und einen Körperfettanteil von elf Prozent eingebracht hat. Er sagt: „Ich fühle mich so fit wie schon lange nicht.“

 

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Schwarzenegger, Moeller und Klitschko sollen helfen

„Wir haben in den USA mehrere professionelle Leute, die aktuell Gespräche mit Tyson anbahnen. Ohne das Corona-Flugverbot wären wir dabei schon weiter.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass Uwe Hück gegen einen prominenten Schwergewichtsboxer in den Ring steigt. Bereits 2015 und 2017 hatte der damalige Porsche-Betriebsrat Kämpfe gegen Ex-Profiboxer Francois Botha in Ludwigsburg und Kapstadt absolviert.

Und Benefiz oder nicht: Der Axel-Schulz-Bezwinger aus Südafrika vermöbelte Hück damals ordentlich. „Ich glaube, der Botha hat nach der ersten Runde schon vergessen, dass es nur ein Benefiz-Kampf ist.“ Insofern ist bei Hücks Verein „Blaue Flecke für soziale Zwecke“ der Name Programm. Mike Tyson dürfte als Gegner noch etwas ungemütlicher werden, sagt Hück. „Botha ist ein Tier, aber Tyson ist bösartig. Das muss man wissen.“

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Unterstützung erhofft sind Hück zudem von drei international erfahrenen Branchengrößen aus seinem Bekanntenkreis, Arnold Schwarzenegger, Ralf Moeller und Wladimir Klitschko. „Ein persönliches Treffen mit Arnold Schwarzenegger ist geplant“, erzählt Hück. Im Foyer seiner Lernstiftung, die sozial benachteiligten Jugendlichen hilft, hängt ein überdimensionales Bild von Hück und Schwarzenegger. „Ihr könnt es alle schaffen, euer Arnold Schwarzenegger“, steht handschriftlich darauf.

Wenn ich bei Tyson in den Infight gehe, dann bin ich tot.

Uwe Hück

Sollte Tyson zusagen, hätte Hück auch gleich einen Trainer an der Hand. „Wladimir Klitschko hat versprochen, mich zu trainieren, wenn der Fight zustande kommt.“ Nur Klitschko, über viele Jahre die Nummer 1 im Schwergewicht, wisse, wie man gegen Iron-Mike gewinnt, sagt Hück und wirbelt mit den Fäusten. Wichtig sei, dass man nicht in den Infight geht. „Wenn ich bei Tyson nicht auf Distanz bleibe, bin ich tot“, sagt Hück.

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Mike Tyson kündigt Comeback an

Doch zunächst soll Hücks Freund Ralf Moeller die Kostenseite klären. Der deutsch-amerikanische Schauspieler („Gladiator“) hat Hück bereits versprochen, zu helfen und seine Beziehungen spielen zu lassen. In einer Spachnachricht zeigt sich Moeller zuversichtlich. „Hück und Tyson, das sind natürlich die Schlagzeilen. Den kriegen wir schon rüber“, so der ehemalige „Mr. Universe“.

Wenn ich schon auf die Fresse bekomme, dann muss es sich auch lohnen.

Uwe Hück

Der 53-jährige Mike Tyson kündigte vor wenigen Tagen an, dass er wieder trainere und für Benefiz-Kämpfe wieder in den Ring steigen wolle. Hück sagt, es komme jetzt auf gute Verhandlungen an. Den Kampf peilt er auf das zweite Halbjahr 2021 an und hofft, dass dann wieder Großveranstaltungen erlaubt sind. Denn einen Ort hat Hück ebenfalls schon im Blick: Die SAP-Arena in Mannheim mit ihren 15.000 Plätzen. Er sagt: „Wenn ich schon auf die Fresse bekomme, dann muss es sich auch lohnen.“