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Besuchsverbot dauert an

Baden-Badener Rehakliniken und ihre Probleme mit der Maskenpflicht

Normalerweise bieten die Rehakliniken Entspannung und einen geregelten Alltag. Während der Pandemie ist das gar nicht so leicht. Viele Regeln erschweren den Alltag der Patienten.

Weniger Patienten: Weil viele orthopädische Eingriffe verschoben wurden, brauchten auch weniger Menschen einen Platz in den Rehakliniken. Foto: Kzenon via www.imago-images.de imago images/Panthermedia

Die Baden-Badener Rehakliniken wurden von der Corona-Pandemie zweifach getroffen: Zum einen mussten sich die Einrichtungen an die neuen Hygienevorschriften anpassen, zum anderen kamen wesentlich weniger Patienten.

„Die meisten planbaren Operationen wurden abgesagt, deswegen hatten wir deutlich weniger Rehabilitanden“, sagt Jutta Bastian. Die Assistentin der Geschäftsführung der Klinik Dr. Franz Dengler ergänzt: „Vielleicht war es aber auch gut, dass weniger Leute da waren. So konnten wir uns besser an die neue Situation gewöhnen.“

Welche Aufgaben die „neue Situation“ mit sich bringt, habe am Anfang der Pandemie ein zweiköpfiger Krisenstab aus Chefärzten täglich besprochen, sagt Bastian.

Als die Belegschaft anfangs noch nicht wusste, welche Rolle Schmierinfektionen bei der Übertragung des Coronavirus’ spielen, hätten sie sehr viel Zeit mit Desinfizieren verbracht. „Es gab und gibt immer wieder neue Voraussetzungen und Maßnahmen“, berichtet die Sprecherin der Klinik.

Mittlerweile werden alle neuen Patienten bei ihrer Ankunft getestet. Auch das Personal mache einmal die Woche einen Corona-Test. „Wir haben die Stühle in den Vortragsräumen ausgedünnt, die Gruppengröße an die Räume angepasst und jeder hat einen festen Sitzplatz in der Kantine bekommen“, zählt Bastian die neuen Vorschriften auf.

50 Prozent der Betten bleiben frei

Außerdem hat die Rehaklinik Dr. Franz Dengler das Besuchsverbot im Sommer trotz Lockerungen aufrecht erhalten. Darauf habe das Personal bereits im Einladungsschreiben an den Patienten aufmerksam gemacht, informiert Bastian. „Es war sehr wichtig, im Voraus so viel wie möglich zu kommunizieren“, sagt sie. Das sei wesentlich, damit jeder die Maßnahmen akzeptiere und keine Angst habe.

Besonders schwer umzusetzen sei anfangs die Maskenpflicht gewesen. In der Klinik galt diese bereits, bevor der Mundschutz in den Läden Pflicht wurde. „Da gab es ein Akzeptanz-Problem, wir mussten die Leute immer wieder bitten, die Masken hochzuziehen“, erinnert sich die Mitarbeiterin. Mittlerweile gebe es dieses Problem nicht mehr.

Mehrere Gründen führen zu weniger Patienten

Trotz der Bemühungen sei die Klinik vor allem zu Beginn der Pandemie teilweise nur zu 50 Prozent belegt gewesen, auch einige Mitarbeiter seien in Kurzarbeit gewesen.

Ähnlich erging es der cts Klinik Korbmattfelsenhof. „Insbesondere während des ersten und des noch andauernden zweiten Lockdowns ist die Anzahl der Patienten recht deutlich zurückgegangen“, berichtet Klinikmanager Alexander Oeschger.

Er sieht dafür zwei Gründe: den bereits genannten Wegfall planbarer Operationen und die große Verunsicherung der Patienten: „Viele hatten Angst davor, ihr gewohntes und bekanntes häusliches Umfeld zu verlassen.“ Auch die cts Rehaklinik hat sich für umfangreiche Hygienevorschriften und ein Besuchsverbot entschieden.

Während davon im ersten Lockdown noch nicht jeder begeistert war, macht der Klinikleiter jetzt eine andere Erfahrung: „Man kann sogar sagen, dass die Patienten dankbar dafür sind, dass es die strengen Vorgaben gibt, weil hiermit ihr Aufenthalt in der Klinik so sicher wie möglich gestaltet wird.“

Hinweis der Redaktion

In eine vorherige Version dieses Artikels hatte sich ein bedauerlicher Fehler eingeschlichen. Darin wurde Jutta Bastian zitiert. Sie ist Assistentin der Geschäftsleitung der Klinik Dr. Franz Dengler und nicht, wie zuvor angegeben, Mitarbeiterin der Rehaklinik Höhenblick. Die Aussagen und Erörterungen von Jutta Bastian beziehen sich ausschließlich auf die Klinik Dr. Franz Dengler. Wir haben den Fehler korrigiert.

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