Skip to main content

Umleitung im Wald

Bei Missachtung Lebensgefahr: Warum Fußgänger im Baden-Badener Stadtwald gerade umgeleitet werden

Wer die Umleitung im Stadtwald von Baden-Baden missachtet, kann sich in Lebensgefahr begeben: Sie führt um Flächen, in den Baumfällarbeiten getätigt werden.

Umleitung im Wald: Wegen Holzfällarbeiten sind im Bereich Scherrhaldekopf im Stadtwald von Baden-Baden derzeit Wege für Wanderer und Mountainbiker gesperrt. Foto: Bernd Kamleitner

Müssen jetzt auch schon Wanderer wegen Bauarbeiten im Wald Umleitungen in Kauf nehmen? Wer auf Schusters Rappen oder mit dem Mountainbike im Stadtwald Baden-Baden unterwegs ist, immerhin dem größten kommunalen Wald in Deutschland, begegnet mitunter tatsächlich Schildern, die auf eine Umleitung hinweisen. Derzeit zum Beispiel im Bereich Scherrhaldekopf nahe dem beliebten Ausflugslokal Scherrhof.

Hintergrund sind natürlich keine Bauarbeiten, sondern Baumfällarbeiten. „Wir machen das als Service für Waldbesucher“, betont Thomas Hauck, der Leiter des städtischen Forstamts. In Corona-Zeiten suchen bekanntlich viele Menschen das Naturerlebnis.

Zunehmend sind das neben Baden-Badenern auch Auswärtige. Gemeinsam ist vielen Vertretern aus beiden Gruppen, dass sie sich im Baden-Badener Wald weniger gut oder überhaupt nicht auskennen und auf die Wegweiser angewiesen sind.

Ein Aufwand, der sich lohnt

Wenn dann plötzlich ein Waldweg wegen Baumfällarbeiten gesperrt ist, fühlen sich manche gewissermaßen wie vor den Kopf gestoßen: Wie komme ich jetzt weiter? Mit der ausgeschilderten Umleitung ist das kein Problem. „Das ist ein Aufwand für uns, aber es lohnt sich“, meint Hauck. Und die Schilder sollen ein Beitrag dazu sein, dass sich Wanderer oder Zweiradfahrer nicht in Gefahr begeben.

„Wir hatten schon Leute, die sind trotz der Sperrung trotzdem weiter gelaufen“, weiß Hauck. Dazu sollte sich jedoch kein Wanderer und auch kein Mountainbiker verleiten lassen: „Das ist lebensgefährlich“, beteuert der Forstamtsleiter. Die Schilder werden dann aufgestellt, wenn die Holzfällarbeiten etwa mehrere Tage oder auch über ein Wochenende andauern.

Rund 7.500 Hektar umfasst der Stadtwald. Wird das häufigste Maß eines Fußballfeldes zugrunde gelegt, entspricht der Baden-Badener Wald einer Fläche von 10.500 Spielflächen. Er gilt als wesentlicher Bestandteil des Kurbetriebs der einstigen europäischen Sommerresidenz und weist neben der Größe noch eine Besonderheit auf: Die Bäderstadt ist die einzige Kommune in Baden-Württemberg, die einen Waldanteil im Nationalpark Schwarzwald besitzt.

Die 423,5 Hektar große Fläche zwischen Plättig und Badener Höhe zählt seit Januar 2014 zum 10.000 Hektar großen Schutzgebiet, in dem die Natur Natur sein darf. Auf der so genannten Kernzone im Nationalpark bleibt die Natur sich selbst überlassen, ohne Eingriff des Menschen. Hier entsteht der Urwald von morgen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang