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Sterneküche to go

Feinschmecker-Restaurant „Le Jardin de France“ in Baden-Baden serviert ein Menü für Zuhause

Aufwärmen und genießen - dies gibt „Le Jardin de France“ nun seinen Gästen mit auf den Weg. Corona lässt auch das Feinschmecker-Restaurant in Baden-Baden Neues wagen. Etwa die Roulade im Vakuumbeutel.

Stéphan und Sophie Bernhard schweißen für ihre Kunden nun die Gerichte in Vakuumbeutel ein. Foto: Rake Hora

Er ist für außergewöhnliche Kreationen bekannt. Doch dass Stéphan Bernhard einmal seinen Gästen die Dorade nicht auf einem Teller anrichten, sondern im Beutel überreichen würden - das hätten sich der Sternekoch und seine Frau Sophie wohl nicht träumen lassen.

Das Paar aus dem Elsass betreibt in Baden-Baden das Restaurant „Le Jardin de France“. Es zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den bekannten Feinschmecker-Adressen im Südwesten.

Sowohl der Gourmetführer Guide Michelin als auch der Restaurantguide Gault&Millau loben die Kochkunst des Hauses in höchsten Tönen. Neben Stéphan Bernhard stehen dort fünf Köche am Herd. Auch momentan. Denn wie viele andere Restaurants arbeitet „Le Jardin de France“ nun auf Bestellung und bietet während des Lockdowns Gerichte zum Mitnehmen an.

Gerichte sollen zuhause einfach umzusetzen sein

Sterneküche to go also. Doch geht das überhaupt? „Natürlich“, sagt Sophie Bernhard. Das A und O seien Produkte von hoher Qualität. „Und nur diese verwenden wir.“

Zudem beschränkt sich das Restaurant auf Gerichte, die Zuhause „einfach umzusetzen sind“, so die Le-Jardin-Chefin. Die Besteller müssen nämlich mithelfen: Die Gerichte verlassen die Küche zwar fertig, doch im kalten Zustand. Ein Aufwärmen ist somit nötig.

Dafür werden Ente oder Dorade nicht aus dem sogenannten Sous-Vide-Beutel genommen, in dem sie eingeschweißt sind, sondern samt diesem in kochendes Wasser gelegt. Was im Detail zu machen ist, erklären die Bernhards genau – bei Abholung und auf einem Blatt Papier. Der Vorteil des Ganzen: Der Beutelinhalt hält sich durch das Vakuumieren etliche Tage.

Sterneküche im Beutel: Vakuumiert sind die Gerichte lange haltbar. Foto: Rake Hora

So auch die Roulade, die sich erstmals auf einer Speisekarte des Restaurants befand. „Sie war der Renner“, erzählt Sophie Bernhard. Ihr Mann und sein Team kochen für Zuhause vor allem Schmorgerichte. Die Karte wechselt, momentan ist sie auf die Festtage abgestimmt.

Lachs als Vorspeise: In der Küche des Restaurants „Le Jardin de France“ wird der Fisch filetiert. Foto: Rake Hora

Ein paar Beispiele: Als Vorspeise können hausgemachter Bomlo Graved Lachs (100 Gramm, zehn Euro) und Coco-Curry-Suppe mit Birnen (ein Viertel Liter, zwölf Euro) bestellt werden.

Dorade, Reh und Huhn

Zu den Hauptspeisen zählen Dorade (gefüllt mit Spinat und Gambas, 160 Gramm, 28 Euro), Rehragout mit Soße und Apfel-Preiselbeeren (200 Gramm, 22 Euro), ein halbes Schwarzfederhuhn mit Trüffel (Keule in Rotwein geschmort, Brust gegart, 40 Euro). Die Beilagen müssen extra geordert werden, etwa Serviettenknödel oder Rotkraut (je fünf Euro).

Desserts stehen nicht auf der To-go-Karte. Doch den Magen schließt bekanntlich Käse: Die Bernhards arbeiten mit der Fromagerie Antony zusammen und bieten die Produkte des renommierten Käselieferanten aus dem Elsass an.

Kochen mit Maske: Corona prägt das Arbeiten in der Küche des Restaurants „Le Jardin de France“ in Baden-Baden. Foto: Rake Hora

Einen Mindestbestellwert gibt es nicht. Wer nur eine Soße will, kann auch nur diese ordern. Ein Angebot, auf das in den vergangenen Wochen etliche Feinschmecker zurückgegriffen haben. Sie verwendeten etwa die Trüffelsoße (ein Viertel Liter, 25 Euro) für Nudelgerichte und ersparten sich so das aufwändige Kochen der Soße.

Die Bernhards versorgen ihre Gäste auch mit Weinen. Sophie bietet ihnen an, einen Blick in den Weinkeller zu werfen, und berät sie.

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