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Live-Übertragung im Kurpark

Hopp oder top? Unesco entscheidet über Welterbetitel für Baden-Baden

Baden-Baden fiebert der Abstimmung entgegen. Die Verleihung des begehrten Prädikats könnte ein Meilenstein in der Geschichte der Stadt werden. Wie ist die Stimmung vor dem Finale?

Meisterwerk des Rundbogenstils: Die Trinkhalle an der Kaiserallee entstand in den Jahren 1837 bis 1840 nach einen Entwurf von Heinrich Hübsch. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Baden-Badener Welterbe-Bewerbung. Foto: Ulrich Coenen

Die Spannung steigt: Das Unesco-Welterbekomitee entscheidet an diesem Samstag, 24. Juli, über die transnationale serielle Bewerbung der Great Spas of Europe, zu denen neben Baden-Baden zehn weitere bedeutende europäische Kurorte gehören.

Wer live dabei sein möchte, kann die virtuelle Sitzung dieses Gremiums im Kurpark mitverfolgen. Die Stadt übertragt gemeinsam mit dem baden-württembergischen Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als oberster Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart einen Livestream auf eine Leinwand in der Konzertmuschel vor dem Kurhaus.

Einlass ist ab 12 Uhr, die Übertragung beginnt um 12.30 Uhr. Während der gesamten Veranstaltung gibt es eine feste Bestuhlung, um die Vorgaben der Corona-Verordnung einzuhalten. Besucher müssen am Eingang per Luca-App oder auf Papierformularen ihre Kontaktdaten angeben.

Stadt bietet ein moderiertes Begleitprogramm

Evelyn König-Wirbitzki, Journalistin und TV-Moderatorin beim SWR, moderiert das Begleitprogramm. Sie führt ab 12.30 Uhr durch die Veranstaltung, in der Wegbegleiter, Mitarbeiter am Unesco-Welterbeantrag sowie die Verantwortlichen bei Stadt und Land zu Wort kommen.

Mit dabei sind Nicole Razavi (CDU), Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg, sowie Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU). Beide kommentieren diesen für Baden-Baden und das Land bedeutenden Augenblick. Wer die Sitzung des Welterbekomitees zu Hause live verfolgen möchte, kann dies im Internet unter www.whc.unesco.org/en/sessions/44COM und www.live.44whcfuzhou2021.cn tun.

Freundeskreis Lichtentaler Allee startete die Initiative

Das Unesco-Komitee kommt zu einer digitalen Konferenz zusammen. Ursprünglich war 2020 eine Sitzung im chinesischen Fuzhou geplant, die jedoch wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war. Im Frühjahr hat die Unesco entschieden, die Mitglieder virtuell zusammenzuschalten.

Ich sehe dem Samstag ganz entspannt entgegen.
Hans-Peter Mengele, Mitinitiator der Welterbebewerbung

„Ich sehe dem Samstag ganz entspannt entgegen“, sagt Hans-Peter Mengele im BNN-Gespräch. „Wenn es mit der Einschreibung in die Welterbeliste klappen würde, wäre das auf jeden Fall ein Gewinn für Baden-Baden“, bekräftigt der Vorsitzende des Freundeskreises Lichtentaler Allee.

Der Verein initiierte 2006 die Bewerbung für das Welterbeprädikat mit dem Symposium „Kulturerbe als Grundlage von morgen“. Ziel dieser Initiative sei es, die herausragende städtebauliche Qualität Baden-Badens für die Zukunft zu bewahren.

Elf europäische Kurstädte bewerben sich gemeinsam

Dass die Bäderstadt diesen Weg nicht allein geht, sondern aus der anfänglichen Idee am Ende eine Bewerbung von elf europäischen Kurorten wurde, sieht Mengele als Pluspunkt. „Es war sehr befruchtend, den Austausch mit diesen Städten zu suchen. Da kamen viele Impulse, vor allem aus Bath in England.“

Die Verleihung des Welterbe-Prädikats wäre Mengele zufolge für Baden-Baden eine wichtige Weichenstellung. Sollte das Unesco-Komitee den Antrag ablehnen, wäre das zwar ein Schock. „Aber die Welt würde nicht untergehen“, betont er. Der Verbund der Great Spas könnte von der bisherigen Zusammenarbeit künftig profitieren und sie weiter stärken.

Dehoga-Chef erwartet bei Erfolg einen Ansturm von Tagestouristen

Hans Schindler, Vorsitzender des hiesigen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sieht der Entscheidung mit eher gemischten Gefühlen entgegen. Er wertet den möglichen Welterbetitel ebenfalls als deutlichen Imagegewinn für Baden-Baden.

Ich sehe aber auch die Gefahr eines Overtourism.
Hans Schindler, Dehoga-Vorsitzender

„Ich sehe aber auch die Gefahr eines Overtourism“, sagt der Gastronom. Ein Flut von Tagestouristen könnte die künftige Welterbestätte regelrecht überrennen, fürchtet er. Egal, wie die Entscheidung ausgeht, für Schindler ist allein schon das Bewerbungsverfahren ein Gewinn für die Stadt. Es habe den Bürgern vor Augen geführt, über welche Qualitäten Baden-Baden verfüge.

Service

Die BNN berichten am Samstag, 24. Juli, ab etwa 12 Uhr in einem Liveticker auf bnn.de über die Veranstaltung vor dem Kurhaus und die wichtigsten Momente der Welterbe-Entscheidung.

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