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Mangel an Perspektiven

Oberbürgermeister Schnurr vom Aus des Profi-Volleyballs in Bühl überrascht

Ab der kommenden Runde gibt es in Bühl vorerst keinen Bundesliga-Volleyball mehr. Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr zeigt sich überrascht.

Künftig ohne Profiteam: Baden-Rockets-Chef Dieter Habich und der Bisons-Fanclub. Foto: Foto: Thomas Steuerer

„Ich bin doch etwas überrascht“, sagt Hubert Schnurr. Nachdem die Volleyball Bisons Bühl am Freitagmorgen offiziell über ihren Manager Oliver Stolle mitteilten, dass sie für die Saison 2021/22 keinen Erstliga-Lizenzantrag stellen werden, da musste auch der Oberbürgermeister und Präsident des TV Bühl doch etwas schlucken.

Der Profibetrieb habe ja seit einigen Jahren wirtschaftlich auf Messers Schneide gestanden, das war bekannt. Und in zwölf Jahren Bundesliga gab es ja schon mal einen Neustart. Aber als sich nach dem so wichtigen Sponsorengespräch am Mittwoch keine echten Perspektiven für das Volleyball-Profilager in der Zwetschgenstadt ergaben, gehen die Lichter nun doch recht zügig aus.

„Aus Sicht der Verantwortlichen ist dieser Schritt nachvollziehbar“, so Schnurr (Freie Wähler) auf Anfrage der Redaktion, „sportlich gesehen tut mir das unheimlich leid“.

Sportlich gesehen tut mir das unheimlich leid.
Hubert Schnurr, Bühler Oberbürgermeister

Auch Schnurr, über Jahre immer wieder Gast bei den Spielen der Bisons, hat die Entwicklung beobachtet. Das Interesse sei vielleicht doch nicht mehr so vorhanden gewesen, und die Auswirkungen der Corona-Pandemie „haben dem Profivolleyball in Bühl dann wohl den Todesstoß versetzt.“

Keinen Namenssponsor gefunden

An der Stadtverwaltung sollte es nicht gelegen haben, „was wir beitragen konnten, haben wir getan.“ Manager Stolle verweist in der Pressemitteilung darauf, dass es im Gegensatz zu den Helios Grizzlys Giesen nicht gelungen sei, einen Namenssponsor zu finden.

Berlin derweil habe einen Finanztopf für die Profiligen mit rund drei Millionen, von dem auch das Topteam BR Volleys profitiert. „Von solch einer Unterstützung von Stadt und Land können die Volleyball Bisons nur träumen.“

Schnurr verweist derweil auf die Haushaltslage der Zwetschgenstadt und die vielen Verpflichtungen – gerade auf dem Bildungssektor. Glücklich ist der OB nicht: Es fehle ein zentraler Mosaikstein im Bild des Bühler Spitzensports („Es war der momentan wichtigste“), ganz zu schweigen von der Werbewirkung für die Stadt, und es sei auch ein gesellschaftliches Ereignis gewesen. Wie es weitergehe, sei schwer zu beurteilen. Es gebe ja eine „tolle Nachwuchsarbeit“, vielleicht kann das ein Grundstein sein.

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