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Erfolgreiche Personenrettung

Notfallübung am Baden-Airpark: Wie sich die Werkfeuerwehr auf einen Flugzeugbrand vorbereitet

Es ist die Horror-Vorstellung eines jeden Flugreisenden: Das Flugzeug brennt. Auf diesen Notfall bereitet sich die Werkfeuerwehr des Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden mit regelmäßigen Übungen an brennenden Flugzeug-Attrappen vor.

Enorme Hitze: Brennende Bremsen sind eine häufige Unfallursache bei Flugzeugen. Bei der Brandübung erfolgt der Löschangriff auf brennenden Felgen direkt unter der Tragfläche. Foto: Andreas Bühler

Der Alarmruf klingt flehentlich aus dem Funkgerät: „Ich stehe hier auf der Rollbahn. Die Bremsen sind fest und blockieren. Wir kommen nicht aus dem Cockpit. Hier beginnt es gleich zu brennen. Beeilt euch, alles ist voll Qualm“. Sekunden später schrillen die Sirenen der Werkfeuerwehr und mehrere Fahrzeuge, darunter zwei Panther, rasen zum Brandobjekt.

Als der erste Panther eintrifft, bremst dieses Flugfeld-Großlöschfahrzeug schnell ab und wirft schon im gleichen Augenblick einen langgezogenen Wasserstrahl auf die Bremsen, die lichterloh unter der Tragfläche brennen. Dann treffen weitere Fahrzeuge ein und die Rettung von Personen aus einem total verqualmten Cockpit einer Frachtmaschine läuft wie am Schnürchen. Jeder Handgriff sitzt, die Notfallübung auf dem Baden-Airpark ist an diesem Morgen ein voller Erfolg.

Im zurückliegenden Oktober haben wir hier rund 106.000 Passagiere gehabt mit deutlichen Zuwachsraten. Da müssen wir auf einen möglichen Ernstfall bestens vorbereitet sein. Und das geht nur über ständiges Training unter realen Bedingungen“, verdeutlicht Uwe Kotzan. Als Geschäftsführer des Airpark in Rheinmünster trägt er die Verantwortung für den Reise- und Frachtverkehr. „Wir sind zwar ein Regionalflughafen, der ist aber gerade im Aufwind. Bei der Vielzahl der Flugbewegungen kann rein statistisch gesehen viel passieren“, sagt der Geschäftsführer. Er geht er auf den hohen Sicherheitsstandard der Zertifizierungsbehörde EASA (European Aviation Safety Agency) ein, der diese Notfallübung verlangt.

Meterhohe Flammen auf dem Übungsgelände

Unterdessen nehmen die Männer der Flughafenfeuerwehr das Cockpit der qualmenden Frachtmaschine ins Visier. Durch die Scheibe der Kanzel sind reglose Personen erkennbar. Immer wieder gibt es beim Vorstoß der Männer Lösch-Schübe, bis schließlich die in Gefahr befindlichen Personen sicher aus dem Wrack geholt und über eine Leiter an die frische Luft befördert werden.

Im Cockpit der Turpolev gefangen sind Personen, die von der Werkfeuerwehr aus der misslichen Lage befreit werden. Foto: Andreas Bühler

„Wir können uns hier auf dem Airpark in Bezug auf Unfälle wirklich nicht beklagen. Ich bin seit mehr als 24 Jahren dabei und in dieser Zeit gab es lediglich einen Absturz mit Todesfolge“, weiß Ralf Mußler als Schichtführer der Flughafenfeuerwehr. „Wir haben hier die alte Frachtmaschine als reales Objekt aufgebaut, an dem unsere Leute regelmäßig trainieren. Das ist enorm wichtig angesichts der rund 35.000 Starts- und Landungen, die wir hier übers Jahr haben“, gibt er zu bedenken.

Auf dem Übungsgelände werden heiße Tatsachen geschaffen. Meterhoch schießen die Flammen von den brennenden Felgen über die Tragfläche in die Höhe. „70 Meter ist die Reichweite des Panther. Und die 6.000 Liter Wasser an Bord reichen für einen massiven Löschangriff über zwei Minuten. Und dann haben wir ja noch einen zweiten Panther sowie weitere Löschfahrzeuge“, zählt Mußler auf.

Übrigens kostet ein einziger Panther je nach Ausstattung rund 1,3 Millionen Euro bei der Anschaffung. „Wir habe heute gesehen, dass wir mit unserer Truppe hier wirklich gut aufgestellt sind und die Einsatzfähigkeit dank der Übung an Flugzeugmodellen gewährleistet ist“, zeigt sich Airport-Chef Uwe Kotzan bei der Nachbesprechung zufrieden.

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