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Absage an „Light-Version“

Bühler Zwetschgenfest fällt auch 2021 flach

Das Bühler Zwetschgenfest fällt auch in diesem Jahr aus. Der Antrag der FDP-Fraktion, das Thema im Gemeinderat noch einmal zu behandeln und vielleicht ein Zwetschgenfest light stattfinden zu lassen, wurde abgelehnt.

Bühl Zwetschgenfest 2019: Damals winkte beim Festumzug Zwetschgenkönigin Jessica Stiefel huldvoll vom Wagen Foto: Bernhard Margull

Zwetschgenfestle oder Zwetschgenfest light – eigentlich war es ja beschlossene Sache: Die Stadt Bühl verzichtet in diesem Jahr noch einmal auf die Ausrichtung der großen Erntedank- und Heimatfete. Die FDP versuchte noch etwas zu retten und stellte erfolgreich den Antrag, das Bühler Heiligtum noch mal im Gemeinderat zu behandeln.

Am Mittwoch stand das Thema auf der Tagesordnung. FDP-Gemeinderat Lutz Jäckel warb zwar in der jüngsten Sitzung des Gremiums im Bürgerhaus Neuer Markt für das Ansinnen seiner Fraktion, vielleicht hätte man die „großen Player“ – sprich Gastronomen und Co – nochmals an einen runden Tisch holen können.

Doch letztlich trugen alle Bühler Bürgervertreter eine Überlegung mit: So schön der Gedanke an ein Zwetschgenfestle ist, angesichts der immer noch existenten Corona-Pandemie lässt sich auch eine abgespeckte Version der Großveranstaltung nicht realisieren.

So ist es seit Mittwochabend durch das Kommunalparlament beschlossene Sache: 2021 wird es, nach 2020, erneut kein Erntedank- und Volksfest im Zeichen der Zwetschge geben. Der Gemeinderat folgte einstimmig der Linie der Stadtverwaltung, die es vor dem Hintergrund der keinesfalls überwundenen Corona-Pandemie als, wie es Oberbürgermeister Hubert Schnurr (Freie Wähler) ausdrückte, als nicht empfehlenswert betrachtete.

Die Stadtverwaltung sieht es als geboten an, weiterhin ein „sensibles und konsequentes Corona-Management zu betreiben“. Mit der „Kultur im Klappstuhl“ steht aber dennoch ein bisschen Fete auf dem Programm – mit Musik, Dinner in Weiß, Philosophischem Dialog und vielem mehr. Ein Teil der Veranstaltungen ist bereits ausverkauft.

Stadtverwaltung sieht zu viele Unabwägbarkeiten

Die Experten der Stadtverwaltung hatte sich den Sachverhalt Zwetschgenfest „noch einmal rechtlich sehr genau angeschaut“, verdeutlichte Bürgermeister Wolfgang Jokerst (Grüne). Und in dieser rechtlichen Würdigung wird deutlich: Die zu erwartenden Personenströme sind wohl kaum zu kontrollieren, ebenso die Durchsetzung des Hygienekonzepts, die Einhaltung der Abstandsregeln oder das Tragen einer medizinischen Maske.

Die Meinung im Bühler Rathaus ist deshalb klar. Es sei nicht vertretbar, „in der derzeitigen noch instabilen Lage“ ein Zwetschgenfest zu veranstalten, ebensowenig Bauernmarkt, Late Night Shopping oder das Street Food Festival.

Der Gemeinderat nahm diese Linie auf. Lutz Jäckels Fraktionskollege Christian Böckeler sagte zwar, es wäre durchaus möglich wie bezahlbar gewesen, ein Fest unter der Vorgabe der AHA-Regeln auf die Beine zu stellen und verwies auf den Karlsruher Genussmarkt. Doch letztlich signalisierte er die Zustimmung seiner Fraktion zur Verwaltungsvorlage ebenso wie zur Klappstuhl-Alternative. Das Programm sei vielversprechend, so Böckeler.

„Wir lieben und vermissen das Zwetschgenfest“, bekundete Georg Feuerer für die CDU. Auch er lenkte den Blick auf eine „kleinere Geschichte“ mit Vereinen und Gastronomie. Aber was passiere, wenn die Inzidenz wieder steige? Dann müsse man absagen. Die CDU stimme für die Verwaltungsvorlage, rege aber an, sich über die künftige Gestaltung von Festen unter Corona-Bedingungen Gedanken zu machen. Laut Oberbürgermeister Schnurr seien die Fachleute ständig dran.

Nicht zu früh abgesagt

Beate Gässler (GAL) war „froh“, dass die FDP von dem Gedanken an ein Zwetschgenfest light abgerückt sei, dieses wäre unter den gegebenen Umständen „unverantwortlich“ gewesen. Das Zwetschgenfest sei keineswegs zu früh abgesagt worden. Peter Hirn (SPD) sprach seinen Dank Christian Böckeler aus, dass das Thema noch einmal diskutiert wurde, ebenso der Stadtverwaltung für die rechtliche Würdigung. Die sei „hieb- und stichfest“.

Schweren Herzens stimme die SPD der Vorlage zu, mit der Hoffnung auf ein Zwetschgenfest im kommenden Jahr. „Wir bedauern, wie viele Bühler, die Absage“, so Karl Ehinger von den Freien Wählern. Aber auch die abspeckte Version sei nicht machbar. Ehinger sagte, das Fest würde sonst genau zu der Zeit stattfinden, wenn die Menschen aus dem Urlaub zurückkämen. Angesichts der grassierenden Delta-Variante sei dieses Risiko viel zu groß.

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