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Neue Veranstaltungsreihe

Bühl sagt Zwetschgenfest und Kultursommer ab – Trostpflaster „Kultur im Klappstuhl“

Lange gezögert, am Ende aber ging es nicht anders: Die Stadt Bühl hat das Zwetschgenfest und den Kultursommer abgesagt. Stattdessen startet sie die neue Reihe „Kultur im Klappstuhl“. Was es damit auf sich hat:

Bunte Bilder: Der Umzug am Sonntagnachmittag – hier eine Gruppe der Lebenshilfe vor zwei Jahren – gehört zu den Höhepunkten des Bühler Zwetschgenfests. Auf dessen 73. Auflage muss ein weiteres Jahr gewartet werden. Foto: Bernhard Margull

Kein Zwetschgenfest, kein Kultursommer auf dem Europaplatz, dafür eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Kultur im Klappstuhl“ und die Fortsetzung der Reihe „Kunst im Friedrichsbau“: Die Corona-Pandemie wirbelt den Bühler Veranstaltungskalender weiter kräftig durcheinander.

„Wir sind mit der schlechten Nachricht sozusagen in guter Gesellschaft“, meinte Oberbürgermeister Hubert Schnurr (Freie Wähler) mit Blick auf das bereits abgesagte Münchener Oktoberfest oder auch das Gernsbacher Altstadtfest.

„Die ungewisse Entwicklung der Inzidenz- und Impfzahlen hat uns zu dieser Entscheidung bewogen.“ Sie sei in Abstimmung mit Festwirt Jürgen Kohler getroffen worden.

Risiko wäre beim Bühler Zwetschgenfest zu groß

Vor der Absage seien viele Gespräche geführt worden, sagte Klaus Dürk, der städtische Fachbereichsleiter Bildung – Kultur – Generationen: „Das Herz blutet uns als Bühler natürlich, aber das größte Heimat- und Dankfest der Region kann unter den aktuellen Bedingungen nicht wie gewohnt durchgeführt werden.“

Lange sei gewartet und gerungen worden, aber das wirtschaftliche Risiko sei für Festwirt und Schausteller zu groß. Auch bei etwaigen Lockerungen müsse noch mit einer deutlichen Einschränkung des Festbetriebs gerechnet werden, eine Großveranstaltung sei unter diesen Vorzeichen nicht möglich. Außerdem benötige das Zwetschgenfest eine ausreichende Planungszeit.

Vor einem Jahr habe sich niemand träumen lassen, dass das 73. Zwetschgenfest auch 2021 nicht würde stattfinden können, sagte Bürgermeister Wolfgang Jokerst, die Stadt komme um die durch Corona geschaffenen Tatsachen jedoch nicht herum. „Wir stecken den Kopf aber nicht in den Sand, sondern haben die Köpfe zusammengesteckt“, meinte Jokerst.

Ein Team mit Klaus Dürk und Julia Huber, der Leiterin der Abteilung Kultur – Sport – Generationenarbeit, an der Spitze habe ein „wunderbares Programm“ entwickelt. Der Name sagt es bereits: Die Gäste bringen ihren eigenen Stuhl mit zur Veranstaltung. „Ganz bewusst wurden unterschiedliche Orte mit ganz besonderem Charme ausgesucht“, sagte Dürk, auch die Stadtteile seien integriert.

Die Spielorte unter freiem Himmel tragen nach Ansicht von Jokerst wesentlich zum „unschlagbaren Charme“ der Reihe bei. Details des Programms müssten noch festgezurrt werden, sagte Julia Huber. Es gebe aber die unterschiedlichsten Angebote. Auch ein „Dîner en blanc“, ein Essen in Weiß, im Klostergarten von Maria Hilf sei in der Vorbereitung.

Eintritt für Veranstaltungen kommt wohltätigen Zwecken zugute

In der kommenden Woche sollen die Dinge festgelegt werden, damit nach Pfingsten der Vorverkauf beginnen könne, sagte Huber. Allerdings wolle man die Reihe auch flexibel und spontan gestalten, fügte Jokerst an. Das Programm könne bis zum Ende des Sommers weiterentwickelt werden, zusätzlich, kurzfristig organisierte Angebote sind also denkbar.

Der Eintrittspreis betrage pro Veranstaltung voraussichtlich fünf Euro und werde einem wohltätigen Zweck zugeführt, informierte Dürk. Karten werde es ausschließlich im Vorverkauf geben, eine Abendkasse werde es nicht geben.

Das diene einerseits der notwendigen Registrierung der Gäste, andererseits könne die Einhaltung der zu erwartenden Obergrenze von maximal 100 Besuchern kontrolliert werden. Die Stadt wolle außerdem bei den einzelnen Veranstaltungen mit Gastronomen zusammenarbeiten: Sie bereiten für interessierte Genießer im Klappstuhl Picknickkörbe vor.

Wir wollen sofort, wenn es möglich ist, das kulturelle Leben wieder starten.
Klaus Dürk, Fachbereichsleiter Kultur

Die Absicht hinter „Kultur im Klappstuhl“ ist nicht nur ein Ersatz für Zwetschgenfest und die Samstagabende im Kultursommer auf dem Europaplatz.

„Wir wollen sofort, wenn es möglich ist, das kulturelle Leben wieder starten“, bekräftigte Dürk. „Was wäre eine Stadt wie Bühl ohne ihr kulturelles Leben?“ Oberbürgermeister Hubert Schnurr fasste das neue Angebot in vier Worten zusammen: „origineller Name, interessantes Format“.

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