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Corona-Pandemie

Wo man sich in Gaggenau und Gernsbach noch testen lassen kann

Einige Zelte wurden abgebaut, andere Anlaufstellen sind noch da: Wo gibt es in Gaggenau und Gernsbach und dem oberen Murgtal noch Corona-Teststationen und mit welchem Angebot? Ein Überblick.

Bleibt geöffnet: Das Testzelt am Toom-Baumarkt in Gaggenau ist täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet und kann auch ohne vorherige Terminvereinbarung besucht werden. Foto: Swantje Huse

Irritiert steht der Mann vor dem kleinen weißen Pavillon beim Fumo direkt gegenüber vom Murgtalcenter. Eigentlich wollte er sich testen lassen, doch der Eingang des Corona-Schnelltest-Drive-Ins ist verschlossen.

„Ich war letzte Woche noch hier. Und eigentlich sollte jetzt doch offen sein“, sagt er und zeigt auf den Zettel mit den Öffnungszeiten, bevor er schulterzuckend davon geht.

Nur der Blick auf die Internetseite von Dr. Kaiser Schnelltest-Zentren verrät: Das Gaggenauer Angebot ist Vergangenheit. Schließende Teststationen – ein Phänomen, dass das ganze Murgtal betrifft.

Im Oktober endet die Zeit des kostenlosen Bürgertests für alle

Wer sich in der Großen Kreisstadt mit einem Nachweis auf Corona testen lassen will, hat inzwischen neben Arztpraxen nur noch die Jahnhalle und das Testzelt am Toom-Baumarkt zur Auswahl. In beiden kann man sich montags bis sonntags testen lassen. Dank digitaler oder telefonischer Terminbuchungen gibt es an beiden Teststationen kaum oder gar keine Wartezeiten.

Plötzlich dicht: Ohne Ankündigung wurde die Dr.-Kaiser-Teststation am Fumo diese Woche geschlossen. Auf der Homepage ist das Angebot bereits verschwunden. Foto: Swantje Huse

Gemeinsam mit der Stadt Gaggenau betreibt die Inhaberin der Vitalapotheken, Tatjana Zambo, das Zentrum im Foyer der Jahnhalle. Und will das Angebot auch aufrecht erhalten, wenn die Zeit der kostenlosen Bürgertests für alle Mitte Oktober endet. „Wir machen weiter“, sagt Zambo. „Es ist wichtig, dass es noch ein Testangebot gibt. Egal wie.“ Noch gebe es keine genauen Vorgaben, so Zambo. „Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit.“

Die Leute sollen sich impfen lassen.
Gisela Greschner, Gaggenauerin

Der Andrang in der Jahnhalle, wo täglich von 9 bis 11.30 Uhr und 15.30 und 17 Uhr getestet wird, ist laut Zambo weniger geworden. Und doch ist ein steter Fluss an Testwilligen jeden Alters da. Dennoch werden ihr zufolge noch 1.600 und 1.700 Antigen-Schnelltests und 18 PCR-Tests pro Woche abgewickelt.

„Die Leute sagen uns ja nicht, weshalb sie kommen. Aber vermutlich ist es eine Mischung aus ungeimpften Jugendlichen, Reiserückkehrern und Geimpften, die sich testen lassen, um andere zu schützen.“

So wie Josef und Gisela Greschner, die gerade aus der Jahnhalle kommen. Eigentlich sind sie durchgeimpft – wegen einer Reise nach Köln zur Kommunion des Enkelkinds wollen sie aber „eine gewisse Sicherheit“ haben. Das Ende der kostenlosen Bürgertests begrüßen sie dennoch. „Die Leute sollen sich impfen lassen“, sagt Gisela Greschner.

Genau davor hat Martin Rieger aber Angst. Der 67-Jährige könnte schon längst geimpft sein, doch die Sorge vor Nebenwirkungen und Komplikationen ist groß. Er steht auf dem Parkplatz von Toom und wartet auf sein Testergebnis. „Ich war gerade hier einkaufen und dachte, ich nutze die Gelegenheit.“

Bezahlte Tests bedeuten auch in Gaggenau neue Aufgaben

Die Teststation stammt noch aus der Zeit, als für Baumarktbesuche ein negativer Testnachweis nötig war, erklärt Maik Albrecht-Markovic, der in Karlsruhe und dem Landkreis Rastatt insgesamt zwölf Teststationen betreibt.

Die am Toom ist täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet, auch feiertags. Kurzentschlossene, wie Rieger, können sich auch spontan vor Ort registrieren lassen, notfalls auch analog auf Papier.

Es gibt immer noch Geimpfte, die sich zur Sicherheit testen lassen.
Maik Albrecht-Markovic, Betreiber des Testzelts am Toom-Baumarkt

Dass sich immer weniger Geimpfte testen ließen, merke er definitiv, so Albrecht-Markovic. Doch auch er hat beobachtet: „Es gibt immer noch Geimpfte, die sich zur Sicherheit testen lassen. Schließlich können auch sie ansteckend sein.“ Auch für seine Mitarbeiter in den Teststationen gelte Testpflicht vor jedem Arbeitsantritt, „egal ob sie geimpft oder ungeimpft sind“.

So wie auch Tatjana Zambo will Maik Albrecht-Markovic auch nach dem 12. Oktober noch Testzentren betreiben. Zumindest bis Ende Oktober soll die Nachfrage beobachtet werden. „Ich gehe schon davon aus, dass sich viele wegen der Kosten für die Tests impfen lassen“, sagt er. Möglicherweise müsse er einzelne Stationen abbauen. Einzelne Tage will er nicht schließen, eventuell die Öffnungszeiten reduzieren. Aktuell werde firmenintern geklärt, wie die Bezahlung geregelt werden soll. „Wir brauchen dann ja Kassen und EC-Terminals.“

Auch das Ergebnis von Martin Rieger ist inzwischen da: negativ. Rieger lacht erleichtert. Was er machen wird, wenn es keine kostenlosen Tests mehr gibt? Impfen sei für ihn auch dann keine Option. „Ich lass mich doch nicht zwingen. Wenn es nicht anders geht, zahl ich halt.“ Der Besuch im Krankenhaus oder der Gang ins Fitnesscenter sind weitere Gründe, die die Menschen in die Testzentren ziehen.

Gernsbach zieht Konsequenzen wegen sinkender Test-Nachfrage

Unter dem Strich ist die Nachfrage aber rückläufig, weshalb Gernsbach Konsequenzen zieht. ist Das interkommunale Testzentrum in der Stadthalle (kleiner Saal) ist nur noch diesen Freitag von 15 bis 18 Uhr offen, eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. „Der Testbetrieb wird ab der kommenden Woche vorerst eingestellt“, teilt die Stadtverwaltung Gernsbach mit.

Hauptgrund sei die stetig sinkende Nachfrage nach Tests wie auch nach der Ausstellung des Digitalen Impfpasses. Situationsbedingt könne der Testbetrieb bei Bedarf unkompliziert und schnell wieder aufgenommen werden.

Insgesamt wurden in der Stadthalle laut Mitteilung etwa 3.100 Tests durchgeführt und 530 Impfzertifikate ausgestellt. Die fachliche Leitung dort hat die Wendelinus-Apotheke in Weisenbach; sie wird unterstützt von ehrenamtlichen Helfern des DRK und der DLRG.

Spucktest hat die Nase vorn

Während sich auch die Löwen-Apotheke am Salmenplatz von den Testangeboten inzwischen verabschiedet hat, gibt es das Angebot nebenan in der Salmengasse 3 weiterhin. Dort ist täglich geöffnet – auch samstags, sonntags und an Feiertagen – in der Zeit von 9 bis 18 Uhr (Mittagspause 13 bis 13.30 Uhr, letzte Annahme 17.30 Uhr). Angeboten wird hier ohne Anmeldung ein Spucktest, dessen Ergebnis nach kurzer Wartezeit vorliegt.

Inzwischen wieder geöffnet: Ein Corona-Schnelltest wird auch in der Hauptstraße 7 in der Gernsbacher Altstadt angeboten. Foto: Thomas Dorscheid

Der junge Mann, der an diesem Morgen das „Haus Corona“ verlässt, hat am selben Tag ein Bewerbungsgespräch, wie er auf Nachfrage sagt, und will „vorsichtshalber“ einen Testnachweis in der Tasche haben.

„Oft werden auch anstehende Reisen, Sport oder Krankenhausbesuche als Grund genannt“, sagt Leon Duttenhöfer. Er betreibt neben der Teststation in der Salmengasse noch eine weitere in Karlsruhe. Bis in den Oktober hinein will er nach eigener Aussage das Angebot in der Salmengasse auf jeden Fall aufrechterhalten.

Auch in der Gernsbacher Altstadt, und zwar in der Hauptstraße 7, kann man sich nun wieder testen lassen. Zwischenzeitlich geschlossen, gibt es seit etwa drei Wochen an der Auffahrt zum Stadtbuckel diese Möglichkeit wieder – aufgrund zuletzt steigender Infektionszahlen und steigender Nachfrage nach Tests. Die Öffnungszeit hier: 9 bis 20 Uhr, ohne Termin.

Man kann zwischen einem Spuck- und Nasentest wählen. Dabei hat der Spucktest die Nase eindeutig vorn, wie die Mitarbeiterin vor Ort verrät: „Das ist für viele einfacher.“

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