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Im Kleinen die Welt retten

Bürgerinitiative „Los4Klima“ aus fünf Gemeinden um Achern fordert Klimaneutralität

Eine neue Bürgerinitiative in Sasbach, Obersasbach, Sasbachwalden, Lauf und Ottersweier will dafür sorgen, dass die Gemeinden der Region mehr unternehmen, um die Klimaneutralität zu erreichen – notfalls mit einem Bürgerentscheid.

Gemeinsam für die Klimaneutralität: die Mitglieder der „Los4Klima“ Bürgerinitiative wollen sich gemeinsam für mehr Klimaschutz einsetzen. Foto: Hauke Heuer

Eine neue Bürgerinitiative mit dem Namen „Los4Klima“ will die Gemeinden östlich von Achern zu mehr Engagement beim Anstreben der Klimaneutralität bewegen und Anliegen des Klimaschutzes mit konkreten Projekten in die Gesellschaft tragen. Federführend bei der Gründung der Initiative war die Verhaltenstherapeutin Anke Hofmann.

Sie hatte sich bereits im vergangenen Jahr für die Initiative „Psychologists for Future“ engagiert und die Öffentlichkeit gesucht. „In der Folge haben sich viele Leute bei mir gemeldet, die sich ebenfalls einbringen wollten“, erinnert sich Hofmann. Die Idee, die Kräfte in einer Initiative zu bündeln, war geboren.

Treffen waren wegen Lockdown lange nicht möglich

Heute zählt die Gruppe zehn aktive Mitglieder aus Sasbach, Obersasbach, Sasbachwalden, Lauf und Ottersweier. Darunter befinden sich auch aktive Lokalpolitiker wie der Sasbacher Gemeinderat Wolgang Hetzel (Freie Bürgerliste) und Nico Paulus (Grüne), Gemeinderat in Ottersweier. In Folge der Corona-Pandemie hatte die Initiative so ihre Startschwierigkeiten: „Als wir regelmässig hätten zusammenkommen können, hat der Lockdown begonnen. Dann waren Treffen über Monate hinweg nicht möglich“, berichtet Hofmann.

Trotzdem habe man bereits erste Erfolge feiern können. So wurde zum Beispiel in Obersasbach mit Genehmigung der Gemeinde eine Fläche am Straßenrand mit Wildblumen bepflanzt. Jetzt soll es so richtig losgehen und die Mitglieder von „Los4Klima“ beginnen, erste Projekte zu entwickeln.

Gemeinden sollen in Energiegenossenschaft zusammenarbeiten

Eine der wichtigsten Ideen der Klimaschützer: Eine Energiegenossenschaft, die möglichst gemeinsam von allen Gemeinden getragen wird und durch die Investitionen in erneuerbare Energien, wie Windkraft- und Fotovoltaikanlagen, eine nachhaltige Stromversorgung als Grundvorraussetzung auf dem Weg zu Klimaneutralität ermöglicht.

„Die Planung und die Genehmigungsverfahren für so ein Vorhaben dauern sehr lange, weshalb die Gemeinden das jetzt in Angriff nehmen müssen“, erklärt Hofmann und stellt klar, dass man sehr daran interessiert sei mit den Verwaltungen zusammenzuarbeiten. Würden diese sich jedoch der Idee versperren, versuche man das Anliegen mit einem Bürgerentscheid durchzusetzen. Doch die Initiative möchte auch andere Projekte voranbringen.

Kontakt

Wer sich selber bei „Los4Klima“ engagieren will, findet auf der Homepage www.los4klima.de alle nötigen Kontaktdaten. Darüber hinaus werden Anfragen per Mail an sasbach@los4klima.de entgegen genommen.

So bunt, wie die Gruppe zusammengesetzt ist, so unterschiedlich sind auch die Kompetenzen gelagert und die Ideen, die daraus erwachsen. So ist Franz Rettig, Gärtnermeister aus Ottersweier der „Baumexperte“ der Gruppe. „Ich fordere das Pflanzen von Bäumen und Hecken. Die Pflanzen produzieren Sauerstoff binden Kohlenstoffdioxid und schaffen bei heißen Temperaturen ein kühleres Mikroklima“, erklärt er.

Auch seine Mitstreiter von „Los4Klima“ wollen mehr Begrünung und fordern, dass das Verbot von Schottergärten konsequent durchgesetzt wird. Besitzern von bestehenden Steingärten, für die das Verbot einen Bestandsschutz vorsieht, sollten im Zweifel mit Geld motiviert werden, den Schotter wieder zu entfernen. Darüber hinaus sollen die Gemeinden mehr Flächen ausweisen, auf denen die Wiesen und Blumen ungestört wachsen können, um Insekten einen Lebensraum zu bieten.

Wir müssen mit den Menschen auf Augenhöhe und konstruktiv kommunizieren
Regina Steinmann, Los4Klima

Weitere Ideen reichen von einem Carsharing-Angebot, über Mitfahrbänken an den Ortsausgängen bis hin zu zentralen Abstellplätzen für die Hausmülltonnen, um zu vermeiden, dass der Müllwagen immer wieder an jedem Eingang halten muss und so unnötig Energie verbraucht.

Alle mit ins Boot holen

In allererster Linie wollen die Klimaschützer aber eines: Mit den Menschen und den Verantwortlichen in das Gespräch kommen und für die Notwenigkeit des Klimaschutzes sensibilisieren. „Wir sehen ja schon heute, dass viele Menschen umdenken. Sogar mein Nachbar lässt mittlerweile ein Stück seines Rasens für die Insekten stehen“, sagt Nico Paulus.

Seine Mitstreiterin Regina Steinmann fügt hinzu . „Wir müssen mit den Menschen auf Augenhöhe und konstruktiv kommunizieren, denn nur, wenn wir alle mit in das Boot holen, werden wir Erfolg haben“.

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