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„Ohne Impfstoff wird’s schwierig”

Wird der Weihnachtsmarkt in Achern abgesagt?

Vom 27. November bis 20. Dezember soll der traditionelle Weihnachtsmarkt Menschen aus der ganzen Region nach Achern locken. Soll. Ob auch diese Veranstaltung der Corona-Pandemie zum Opfer fällt, entscheidet sich im August.

Weihnachtsmarkt 2018 Achern Foto: Roland Spether

Wetten werden noch angenommen: Ob der Weihnachtsmarkt in Achern trotz der Corona-Pandemie wie geplant am 27. November eröffnet werden kann, entscheiden die Verantwortlichen im August. Bei Philipp Schäfer, als Vorsitzendem der Werbegemeinschaft „Achern aktiv” laufen derzeit alle Fäden zusammen. Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, sagt aber auch: „In Zeiten von Corona geht es nicht um das, was wir uns unternehmerisch wünschen, sondern um das, was für die Bevölkerung im ganzen richtig ist.”

Udo Holler ist mit seinem Glühweinstand seit vielen Jahren auf dem Markt präsent. Er will auch in diesem Jahr dabei sein, sieht aber wenig Chancen: „Ohne Impfstoff wird’s schwierig.” Aus dem Rathaus heißt es lapidar: „Derzeit kann keine konkrete Aussage getroffen werden.” Ob der Weihnachtsmarkt und andere größere Veranstaltungen stattfinden können, hänge von der dann herrschenden Infektionslage ab. „Das macht die Planungen der Veranstalter ungleich schwerer als zu normalen Zeiten.”

An guten Wochenende sind 6.000 Menschen auf dem Markt

Ein Weihnachtsmarkt mit Corona-Regeln oder sogar Zugangsbeschränkungen - das kann man sich nur schwer vorstellen. Weihnachtliche Stimmung lassen solche Maßnahmen eher nicht aufkommen. Und wer soll die durchsetzen? „Das könnte für die Veranstalter zu einem Desaster werden”, fürchtet Udo Holler. „An guten Wochenende sind 6.000 Menschen auf dem Markt. Und dann ist noch Alkohol im Spiel. Wie will man das regulieren?”

Dass der Weihnachtsmarkt in Achern zu einem attraktiven Event geworden ist, unterstreicht Philipp Schäfer: „Der Markt bietet den Menschen viele Möglichkeiten der Begegnung und sorgt in der Stadt für weihnachtliche Stimmung.” Doch nicht nur das: Laut Schäfer ist die dreiwöchige Veranstaltung auch für den Einzelhandel als Frequenzbringer von erheblicher Bedeutung. Weil der Weihnachtsmarkt zusätzliche Umsätze bringe, sei er auch ein wichtiger Faktor für den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Gravierende Folgen hätte die Absage nach Einschätzung Schäfers für die Betreiber der Stände: „Die machen das mit viel Herzblut, rechnen aber auch fest mit den Umsätzen.”

„Wir stehen vor der Insolvenz”

Einer davon ist Pasquale Bemonte (Urloffen), der mit seinem Imbissstand seit mehr als 20 Jahren auf den Weihnachtsmarkt nach Achern kommt. Er ist von den Folgen der Corona-Pandemie besonders hart betroffen: „Am 2. März standen wir zum letzten Mal auf einem Markt.” Seitdem ruht Belmontes Geschäft. „Und wenn nun auch noch der Acherner Weihnachtsmarkt abgesagt wird, stehen wir vor der Insolvenz.” Wohl habe er staatliche Hilfe bekommen: „Doch das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.” Belmonte hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Ich denke, dass man den Acherner Weihnachtsmarkt mit einem Hygienekonzept öffnen kann.” Bei Wochenmärkten, Zoos oder Freizeitparks gehe es doch auch, meint er.

Auch Stefan Doll aus Sasbachwalden ist der Meinung, dass ein geeignetes Konzept für den Weihnachtsmarkt gefunden werden könnte. Auch er ist mit seinem Stand („Dolle Frieder”) seit vielen Jahren in Achern präsent. „Wir verkaufen hier unsere Produkte - Kirschglühwein, Obstbrände, Speck- und Schmalzbrote oder Kartoffelsuppe.” Für Doll wäre der Verzicht auf den Weihnachtsmarkt vor dem Hintergrund der Corona-Gefahr zwar verständlich, aber „eine Katastrophe”.

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