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Finanzielle Unterstützung

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum: vier Millionen Euro für den Ortenaukreis

Von A wie Appenweier bis Z wie Zell am Harmersbach: Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bringt rund vier Millionen Euro an Strukturhilfe in den Ortenaukreis. Finanzielle Unterstützung erhalten zum Beispiel private Projekte in Lauf und Rheinau.

Markanter Anblick: Hornberg mit dem Schwarzwaldbahn-Viadukt. Die Stadt wurde im aktuellen Programm des ELR erstmals als Schwerpunktgemeinde aufgenommen. Foto: Patrick Seeger picture alliance / dpa

Es ist ein umfangreiches Dokument: 51 Seiten umfasst die jüngste Entscheidungsliste für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). In der Summe handelt es sich um rund 100 Millionen Euro vom Land, die in knapp 1.750 Projekte in den Regierungsbezirken Freiburg, Karlsruhe, Tübingen und Stuttgart fließen. Gut vier Millionen davon erhält der Ortenaukreis.

Mit diesem Geld werden laut einer Pressemitteilung des Landratsamts 61 Projekte in 23 Kommunen gefördert. Die Stadt Hornberg nimmt dabei eine Sonderstellung ein, sie ist erstmals Schwerpunktgemeinde und genießt auf Basis einer umfangreichen Entwicklungskonzeption einen Sonderstatus.

Buchstäblich von A bis Z, von Appenweier (219.600 Euro) bis Zell am Harmersbach (55.000 Euro) reicht die Liste der Kommunen, die im Jahr 2021 aus dem Topf des ELR bedient werden. Im nördlichen Ortenaukreis wurde die Stadt Rheinau mit 132.600 Euro bedacht, Gemeinde Lauf erhält 86.770 Euro. In beiden Fällen werden private Bauvorhaben unter dem Stichwort „Innenentwicklung/Wohnen“ gefördert. Kehl bekommt dafür 421.616 Euro, aufgeteilt auf die Stadtteile Bodersweier (40.000 Euro), Marlen (252.080), Neumühl (20.000) und Zierolshofen (109.530).

Schaffung von Wohnraum hat höchste Priorität

„Es handelt sich um zwei Abbruchvorhaben von unbewohnten Häusern sowie drei Einfamilienhäuser von jungen Familien“, erläutert Hauptamtsleiter Thomas Gerth die Projekte in Lauf. Es geht um die Entwicklung von Brachflächen im innerörtlichen Bereich. Die Schaffung von Wohnraum in der Ortslage genießt laut Katja Maier vom Dezernat Ländlicher Raum des Landratsamts Ortenaukreis höchste Priorität, zum Beispiel durch die Umnutzung einer Scheune oder durch Nachverdichtung. Ein Steuerungsinstrument also, denn die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum mitten im Ort wächst. Genau da setzt das ELR an - und noch an vielen anderen Punkten.

„Für uns als Kommune ist das Programm ELR ein ganz wichtiger Förderbaustein. So haben wir in den vergangenen Jahren für mehrere kommunale Projekte, wie die Sanierung der Neuwindeckhalle sowie für die Gestaltung des Rösselplatzes im Ortskern, Mittel daraus erhalten. Des Weiteren begleiten wir als Kommune private Antragssteller bestmöglich, und auch diese sind in den vergangenen Jahren mehrfach in die Förderung aufgenommen worden.

Gleiches gilt für den Handel und das Handwerk“, sagt Laufs Bürgermeister Oliver Rastetter, der positiv vermerkt, dass das Programm recht unbürokratisch sei. Im vorigen Jahr erhielt die Gemeinde gut 6.600 Euro zur Grundversorgung - Empfänger war ein örtlicher Gewerbetrieb.

Förderrichtlinien sind komplex

Mit dem ELR fördert das Land seit 25 Jahren Projekte, mit denen sich strukturschwächere Kommunen an die veränderten demografischen Bedingungen im ländlichen Raum anpassen. Besonderer Wert wird auf die Bereiche Wohnen und Grundversorgung gelegt, denn der Verlust einer funktionierenden dörflichen Infrastruktur beschäftigt gerade die kleineren Kommunen seit Jahren.

Ebenfalls unterstützungswürdig sind Projekte in der Sparte „Arbeiten“. Bewerben können Privatpersonen, Vereine, Kommunen und Unternehmen als Projektträger, Antragssteller für das ELR ist immer die Gemeinde. Die berät auch, ebenso wie das Landratsamt, die Interessenten.

Angesichts der komplexen Förderrichtlinien und der Fristen „sollte die Beratung vor der Antragstellung erfolgen“, so Katja Maier. 73 Anträge für die aktuelle Auflage des Förderprogramms gingen 2020 beim Landratsamt Ortenaukreis ein. Im Jahr zuvor waren es 81, bilanziert Katja Maier. Damit liege man im Trend, die Zahl der Anträge bewege sich immer zwischen 70 und 80.

Ein Teil der Gastronomie fiel allerdings bei der aktuellen Auflage weg, da einige Betriebe coronabedingt schon Fördermittel aus der Sonderlinie ELR 2020 beantragt und größtenteils auch erhalten hätten.

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