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Klappt der Start in Offenburg?

Impfzentren im Ortenaukreis fehlt nicht nur das Personal

Gleich drei Impfzentren gegen das Coronavirus werden im Ortenaukreis eingerichtet. Auf den ersten Blick scheint zumindest in Offenburg in der zentralen Einrichtung des Landes alles bereits fertig zu sein - aber eben nur auf den ersten Blick.

Die Stühle stehen schon einmal: Auf den ersten Blick ist das zentrale Impfzentrum des Landes in der Offenburger Messehalle einsatzbereit. Doch der Teufel steckt im Detail, vor allem die Suche nach Personal wird schwierig. Foto: Peter Schwinn / Feuerwehr Offenburg

Auf ZIZ, KIZ und MIT ruhen die Hoffnungen. Die Abkürzungen stehen für die drei Impfzentren, die im Ortenaukreis aus dem Boden gestampft werden und für die mobilen Impfteams, die noch im Dezember in die Pflegeheime ausschwärmen sollen. KIZ (Kreisimpfzentren) werden unter Regie des Ortenaukreises am 15. Januar in Offenburg und Lahr ihre Arbeit aufnehmen, das ZIZ, das zentrale Impfzentrum des Landes, startet, wenn alles klappt, noch im Dezember auf dem Offenburger Messegelände. Es wird gemeinsam von Stadt und Land eingerichtet.

Der Betrieb muss bis ins kleinste Detail organisiert sein – von der Sicherheit über die Lagerung der Impfstoffe bis hin zur Abfallentsorgung. Noch sind viele Fragen offen, viele Probleme zu lösen. Ein Überblick.

Wo und wann starten die Impfungen?

Das Land will am 23. Dezember seine drei Impfstraßen auf dem Offenburger Messegelände in Betrieb nehmen, der Kreis plant jeweils eine weitere in Offenburg auf der Messe und in Lahr in der Rheintalsporthalle. Geimpft wird in zwei Schichten, von 7 bis 21 Uhr. Das ist ein beachtliches Angebot, üblicherweise gibt es pro Landkreis nur ein Impfzentrum auf Kreisebene.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen?

Durchwachsen. Vor allem die Suche nach Mitarbeitern könnte zum Problem werden, aber auch die nötige Software ist, wie man hört, noch nicht installiert. Eine besondere Herausforderung ist das zentrale Impfzentrum in Offenburg. Anders als andere ZIZ im Land ist es nicht am Standort einer Universitätsklinik angesiedelt, was die Personalsuche besonders schwierig macht – bis hin zu Details der Vertragsgestaltung mit den dringend benötigten Mitarbeitern.

Wie viele Menschen können geimpft werden?

Ziemlich viele. Jede der Impfstraßen ist auf eine Kapazität von 750 Personen am Tag ausgelegt, insgesamt können also fast 4.000 Menschen am Tag ihre Immunisierung erhalten. Doch der Teufel steckt im Detail. Unter anderem ist fraglich, ob gleich am Anfang genügend Impfdosen verfügbar sind und wann die Impfzentren tatsächlich starten können. Vor allem aber: Noch fehlt es vorne und hinten an Personal. „Das ist das Nadelöhr“, fürchtet Diana Kohlmann, die die beiden Kreis-Impfzentren gemeinsam mit einem 20-köpfigen Team aufbaut.

Wie kommt man an eine Impfung?

Es läuft ähnlich ab wie bei den Corona-Tests. Man kann nicht einfach vor Ort erscheinen, sondern muss sich zuvor bei der zentralen Telefonnummer 116117 melden. Dort wird entschieden, ob man bereits zur Impfung berechtigt ist, abhängig von Alter, Risikostatus und anderen Faktoren. Mit einem QR-Code auf dem Handy oder als Papierausdruck geht man dann zum bestimmten Termin an die Impfstation.

Wie läuft die Immunisierung ab?

Man kommt in Offenburg auf dem Messegelände oder in Lahr an der Sporthalle an und geht mit seinem QR-Code zur Registrierung. Eingangs gibt es einen Aufklärungsfilm über die Impfung, falls Bedarf besteht, kann man mit einem Arzt sprechen. Bei Bedarf werden die Informationen vor Ort in eine andere Sprache übersetzt. Dann geht es zum Impfung, das bei minus 70 Grad gelagerte Vakzin wird angemischt und in den Oberarm gespritzt. Der ganze Vorgang dauert etwa 15 Minuten, in einen Ruheraum wartet man noch einmal eine halbe Stunde, um eine allergische Reaktion auszuschließen. Der ganze Vorgang muss mit zeitlichem Anstand wiederholt werden, da die Immunisierung erst nach zwei Impfdosen wirklich greift.

Ist die Impfung gefährlich?

Es kann zu allergischen Reaktionen kommen. Erfahrungen aus England würden zeigen, dass dies statistisch gesehen etwa bei einem Menschen unter 1.000 der Fall ist, sagt Diana Kohlmann. Für diesen Fall sind Ärzte vor Ort, der Transport in Kliniken ist, falls nötig, vorbereitet.

Wie steht es um die Sicherheit?

Eine nicht unwichtige Frage. Die Impfstoffe sind wertvoll, müssen also bewacht werden. Zudem ist nicht auszuschließen, dass Corona-Leugner und Impfgegner Störaktionen planen. Kreis und die Stadt Offenburg sorgen für die private Security, die Polizei ist mit einem Beamten im Planungsteam und erstellt eine Gefährdungsanalyse. Man begleite die Arbeit der Zentren beratend und „lageorientiert“ heißt es wenig erhellend aus dem Polizeipräsidium.

Müssen die Bewohner von Pflegeheimen auch in die Impfzentren gehen?

Nein. Im Ortenaukreis gibt es 68 Pflegeheime sowie 30 Einrichtungen für Menschen mit psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen, ferner elf ambulant betreute Wohngemeinschaften. Für diese stehen neun mobile Impfteams bereit, die in die jeweiligen Einrichtungen fahren und dort vor Ort impfen. Dies wird gleich zu Beginn der Impfkampagne der Fall sein. Die Herausforderung hier: Nach dem bisherigen Wissensstand müssen die Impfstoffe bis unmittelbar vor der Verarbeitung bei minus 70 Grad gelagert werden.

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