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Mindestens 16 Menschen infiziert

Hochzeitsfeier in Lahr löst eine Corona-Welle aus

Mehr als 240 Menschen haben Ende September bei einer Hochzeit in Lahr gefeiert. Jetzt sucht das Landratsamt in Offenburg sie alle wegen eines Corona-Ausbruchs.

Corona-Ausbruch in Lahr: Eine Hochzeit hat zu mindestens 16 Infektionen geführt, fast 250 Kontaktpersonen müssen nun kontaktiert werden. Auch zwei Schulen sind betroffen. Foto: Inga Kjer / dpa

16 Gäste einer Hochzeitsfeier in Lahr haben sich mit dem Coronavirus infiziert – mindestens. Wie das Landratsamt in Offenburg am Montag mitteilte, hat die Großveranstaltung einer Familie am 25. September stattgefunden.

Derzeit laufe die Ermittlung möglicher Kontaktpersonen auf Hochtouren, sagt Kai Hockenjos, Pressesprecher des Kreises. 15 bis 20 Mitarbeiter seien damit beschäftigt, Betroffene anzurufen. Zusätzlich dazu wird das Offenburger Gesundheitsamt weiteres Personal benötigen, sagt Hockenjos.

Mehr als 240 möglicherweise Betroffene aus Lahr und Umgebung würden derzeit kontaktiert, so Amtsleiterin Evelyn Bressau. Klar ist mittlerweile, dass sich das Virus, ausgehend von der Hochzeitsfeier in einer Lahrer Halle für Großveranstaltungen, auch in zwei Schulen verbreitet hat. Betroffen seien Schüler der Werkrealschule Seelbach und der Grundschule in Kuhbach. Mehrere Schulklassen sind in Quarantäne.

Von der Hochzeit breitet sich das Coronavirus in Schulen und auf weiteren Familienfeiern aus

Es ist nicht das erste Mal, das sich bei einer Veranstaltung im Ortenaukreis ein Infektionscluster mit weitreichenden Folgen bildet.

Der Fall in Lahr erinnert sehr an die Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen des Appenweierer Ortsteils Nesselried in diesem Frühjahr. Dabei hatten sich nach Erkenntnissen der Behörden zahlreiche Menschen angesteckt – weit mehr als in Lahr, wie man heute vermuten muss.

Appenweier hatte deshalb für geraume Zeit die Liste der Corona-Infektionen im Kreis angeführt, auch zahlreiche Todesfälle werden in Zusammenhang mit dieser Infektionswelle gebracht.

Allerdings konnten die Behörden die Wege des Erregers zu Beginn des Corona-Lockdowns noch nicht so detailliert aufschlüsseln, wie dies inzwischen möglich ist.

Gesundheitsamt betreibt erheblichen Aufwand

Doch dies ist mit erheblichem Aufwand verbunden: „Wir werden zusätzliches Personal ins Gesundheitsamt abordnen um die Kontaktverfolgung sicherzustellen“, sagt Kreis-Sprecher Hockenjos. Die Behörde war in den vergangenen Wochen personell bereits verstärkt worden. Aber weiteres Personal werde noch immer benötigt, sagte Amtsleiterin Bressau erst vor wenigen Tagen im Interview .

Wie viele Menschen sich durch die Lahrer Hochzeitsfeier infiziert haben, ist derzeit noch völlig unklar. Mehrere Teilnehmer der Hochzeitsfeier seien zwischenzeitlich auf anderen Familienfeiern gewesen und haben das Virus dort möglicherweise weiter gegeben: „Das Ereignis stellt uns vor besondere Herausforderungen“, sagt Bressau.

Die bereits ermittelten Kontaktpersonen sollten nicht ohne Aufforderung durch das Gesundheitsamt einen Abstrich vornehmen lassen, die Behörde hat angesichts der erheblichen Fallzahlen besondere Zeitfenster an den Testzentren festgelegt.

Stadt Lahr überprüft ihr Corona-Hygienekonzept

Derzeit sind, so Kreissprecher Hockenjos, nach der Corona-Verordnung des Landes Veranstaltungen bis zu 500 Teilnehmern erlaubt, beim mehr als 100 Personen müsse den Behörden aber ein Hygienekonzept vorgelegt werden.

„Wir werden uns dieses Konzept jetzt noch einmal genauer anschauen“, sagt Ulrike Karl, Pressesprecherin der Stadt Lahr. Man sei von den weitreichenden Auswirkungen dieser Familienfeier „schon ein wenig geschockt“ gewesen. Die Stadt kündigte nun engmaschigere Kontrollen solcher Veranstaltungsorte an.

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