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Besucherauslastung von 20 bis 30 Prozent

1.000 Kino-Besucher an einem Wochenende in Rastatt – keine Besserung in Sicht

Das Rastatter Forum-Kino arbeitet derzeit mit einer Besucher-Auslastung von 20 bis 30 Prozent. Der verschobene Start des neuen James Bond-Filmes verstärkt nun die Sorgen des Geschäftsführers Jan Marc Maier.

Informationsaustausch: Forum-Geschäftsführer Jan-Marc Maier (links) sprach mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Alexander Becker über die aktuelle Situation des Rastatter Kinos. Foto: Hans-Jürgen Collet

„Keine Zeit zu sterben“ lautet der Titel der neuesten James Bond-Produktion, die eigentlich ab dem 12. November in den Kinos zu sehen sein sollte. Aber: Daraus wird nichts. Wegen Corona wird der Start auf April nächsten Jahres verschoben.

Keine Zeit zu sterben – diese Devise muss sich aber nicht nur das Rastatter Forum-Kino zu eigen machen, wenngleich das Überleben für die Lichtspielhäuser in dieser Zeit alles andere als einfach ist. So denkt Jan Marc Maier, Geschäftsführer des Forum-Kinos, schon eine kurze Weile nach, ehe er die Antwort auf die Frage gibt, ob das erst vor fünf Jahren eröffnete Rastatter Lichtspielhaus wegen der Corona-Krise vielleicht wieder zu verschwinden droht.

Es bleibe abzuwarten, wie sich das nächste Jahr entwickeln werde, meint er , wobei er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret um die Existenz fürchtet. CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Becker verschaffte sich am Mittwoch ein Bild von der Situation im Forum, wo alle gängigen Hygieneregeln schon im Eingangsbereich auf großen Plakaten dokumentiert sind. Dabei bestätigte Becker die Einschätzung von Maier, dass ein solch großes Kino „prädestiniert ist für ein Hygienekonzept.“

Frust wegen Bond-Verschiebung

Freilich weiß Maier, dass dessen Umsetzung gehörige Opfer verlangt: „Wenn jemand zwei Karten für eine Vorstellung kauft, sind zwölf Plätze drum herum geblockt.“ Bei den insgesamt 1.200 Sitzplätzen sei lediglich eine Auslastung von 20 bis 30 Prozent möglich.

Wir besitzen eine Lüftungstechnik der neuesten Generation
Jan-Marc Maier, Geschäftsführer

Maiers Appell an die Politik ist deshalb klar: „Wir wünschen uns, dass eine höhere Auslastung möglich ist und nur noch ein Sitz zum Nachbarn hin frei bleiben muss“. Dabei verweist der Geschäftsführer obendrein auf eine „Lüftungstechnik der neuesten Generation“, die in den einzelnen Kinosälen dafür sorge, dass die Luft nach oben abgesaugt wird.

Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Besucher vor der Leinwand meist nur in eine Richtung blicken. Auch die Anfangszeiten der Filme würden so entzerrt, dass sich die Menschen im Foyer aus dem Weg gehen könnten.

„Jeder kann sich sicher fühlen bei uns“, betont Maier und nennt in diesem Zusammenhang nicht zuletzt die Personalisierung der Eintrittskarten, die zu 80 Prozent online vorgenommen werde. Allerdings sei auch vor Ort noch eine persönliche Registrierung möglich.

Deutlich anzusehen ist Jean-Marc Maier, wie sehr ihn die Verschiebung des James-Bond-Streifens getroffen hat: Das jüngste Spektakel mit dem Geheimagenten hätte nach der langen Zeit des Darbens endlich wieder mehr Leute dazu animieren können, ins Kino zu gehen und wäre ein perfekter Opener für die Weihnachtssaison gewesen, sagt Maier.

Seinen Angaben zufolge wurden am vergangenen Wochenende insgesamt etwa 1.000 Besucher im Rastatter Kino gezählt.

Noch keine Entscheidung über Schließtage

Wie sich die Situation jetzt nach dem verspäteten Bond-Start entwickeln wird, bleibe abzuwarten: „Die Filmverleiher versuchen, nun dennoch attraktive Filme in dieser Zeit zu platzieren“, so Maier. Da in der ganzen Branche momentan eine hohe Dynamik zu beobachten sei, mag Maier noch nicht entscheiden, ob das Kino an einzelnen Tagen geschlossen bleiben soll: „Wir beobachten die Situation und tauschen uns auch mit anderen Betreibern aus.“

Wir können nur hoffen, dass wir wegen der steigenden Coronazahlen nicht wieder schließen müssen.
Jan-Marc Maier, Geschäftsführer

Überbrückungshilfen und Fördergelder hätten dazu geführt, dass die Festangestellten in der Zeit des Lockdowns bei der Stange geblieben seien. „Unter den 450-Euro Kräften haben sich aber einige einen anderen Job gesucht“, schildert der Geschäftsführer die weiteren Auswirkungen der Pandemie auf die personelle Lage des Forum-Kinos.

Maier erwähnt auch die rückläufigen Einnahmen durch die Kinowerbung, die sich eben an den Besucherzahlen orientiere. Sein größter Wunsch ist klar: „Wir können nur hoffen, dass wir wegen der steigenden Coronazahlen nicht wieder schließen müssen. In Frankreich und Spanien bleiben die Kinos trotz der aktuellen Entwicklung ja auch geöffnet.“

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