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Himmelsglück auf Erden

Der höchste Aussichtsturm Deutschlands steht in Schömberg

Wenn die Corona-Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht, dann wird es zu Pfingsten das „Himmelsglück“ auf Erden geben und zwar in Schömberg.

Schöne Aussichten: Atemberaubende Blicke über den Nordschwarzwald, bis zum Stuttgarter Fernsehturm und zur Burg Hohenzollern sind künftig hoch über Schömberg möglich. Foto: Patrick Trautz

Im rund 20 Kilometer südlich von Pforzheim im Landkreis Calw auf den Höhenzügen zwischen Enz und Nagold gelegenen heilklimatischen Kurort steht der mit 55 Meter höchste Aussichtsturm Deutschlands kurz vor der Eröffnung.

Ein Meilenstein in der Geschichte der 8.500-Einwohner-Gemeinde. „Mit dem Aussichtsturm wollen wir eine neue touristische Attraktion schaffen, die unser Profil als Heilklimatische Naturerlebnisgemeinde weiter schärft“, freut sich Bürgermeister Matthias Leyn.

Der 44-Jährige, der seit 2002 in Diensten der Gemeinde steht und 2015 zum Bürgermeister gewählt wurde, sieht das Projekt als Schlüsselinvestition für weitere Vorhaben in der touristischen Infrastruktur der „Glücksgemeinde“. Wichtig ist für Leyn, dass der Turm unweit vom Kurpark und somit vom Ortskern kaum entfernt Wertschöpfung für den Ort generiert.

Nach Monaten der Planung sieht sich auch die Schömberger Tourismuschefin Marina Moser bald am Ziel der ersten Etappe, denn nach der Eröffnung des Turms, der bei guter Fernsicht den Blick bis zum Stuttgarter Fernsehturm, der Burg Hohenzollern und über den gesamten Nordschwarzwald eröffnet, stehen zwei weitere Attraktionen auf dem Plan: die Flyline und der Flying Fox.

Nervenkitzel mit der Black-Forest-Flyline

Beide versprechen Nervenkitzel. Mit der Black-Forest-Flyline – in Deutschland gibt es bisher nur fünf andere Anlagen – geht es in Sitzgurten vom Turm in 35 Meter Höhe in Kurven geräuschlos zwischen den Baumwipfeln hinunter. Drei Minuten dauert das Vergnügen.

Aber es geht auch noch mit mehr Adrenalin: Der „Fliegende Fuchs“ soll es möglich machen. Die Flying-Fox-Anlage, die erste in Süddeutschland, startet auf 45 Meter Höhe am Aussichtsturm. Liegend am Seil hängend erreicht man den 600 Meter entfernten Kurpark in nur einer Minute. Höchstgeschwindigkeit: 60 Stundenkilometer. Beide Attraktionen sollen im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden. Im Moment laufe das Genehmigungsverfahren, so Marina Moser.

Jetzt soll aber zuerst der Aussichtsturm in Betrieb gehen. Das Corona-Hygienekonzept ist in Arbeit. Sollte Corona die Eröffnung dennoch verzögern werde es eine „leise“ Eröffnung geben, so die Leiterin von Touristik und Kur. Der mögliche Plan B: Ein Fest zum 1. Geburtstag im kommenden Jahr.

Baubeginn im März 2020

Seit März 2020 ist in Schömberg das imposante Bauwerk gewachsen. 36 Stützen aus Lärchenholz stabilisieren den Stahlkern des Turms, in dem sich ein Aufzug befindet und somit den Blick in die Ferne auch gehbehinderten Besucherinnen und Besuchern ermöglich. Sportliche können die oberste von insgesamt drei Plattformen auch über 300 Stufen in 50 Meter Höhe selbst erklimmen.

In den nächsten Wochen sind nur noch Restarbeiten am Aufzug sowie die Vollendung der Außenanlagen zu erledigen, beschreibt Marina Moser als „offizielle“ Bauherrin die aktuelle Lage.

Für den Kurort ist das Projekt eine finanzielle Kraftanstrengung. Gestiegene Baupreise haben die kalkulierten Kosten von 2,5 Millionen Euro steigen lassen. Die Rede ist inzwischen von 3,3 Millionen. Das Land unterstützt die touristische Infrastrukturmaßnahme mit einem gedeckelten Zuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

„Gesponsert“ wird die Maßnahme ferner durch den Naturpark Schwarzwald, der die Einrichtung einer Naturpark-Augenblick-Tour zu 60 Prozent fördert. Die beiden geplanten Attraktionen Flying Fox und Flyline werden zudem von einem örtlichen Handwerker gefördert. Er hat eigens die „Schömberg Erlebnis UG“ zum Betrieb der Anlagen gegründet hat. Sie soll später in eine GmbH überführt werden. Ganz umsonst könne das Ganze leider nicht angeboten werden, so Marina Moser.

Mit dem „Himmelsglück“ wertet Schömberg sein Naherholungsangebot im Einzugsbereich von Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart ganz entscheidend aus. Die Plateaulage bietet heute schon auch ohne Turm auf über 650 Meter Höhe ein Dorado für Wanderer, Radler und Spaziergänger und vor allem für Familien mit Kindern.

Ein schnuckeliger Spielplatz mit angeschlossenem Niederseilgarten und Minigolfanlage, der Weißtanne-Erlebnispfad, der Zollernblickweg und neun speziell ausgewiesene Heilklima-Wanderwege durch Wald und Wiesen sorgen unter anderem für Abwechslung. Hinzu kommt die neue barrierefreie Augenblickrunde mit verschiedenen Erlebnisstationen entlang des Weges – und natürlich der Blick ins Himmelsglück.

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